„Eine Medaille daheim ist einfach schön“

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„Ich fahre einfach gerne um Medaillen, denke ich!“

Wie immer bei Großereignissen in der jüngeren Vergangenheit war auch bei der Heim-WM am Kreischberg auf Julia Dujmovits Verlass. Die Olympiasiegerin eroberte im Parallel-Slalom Silber, ihre Teamkollegin Marion Kreiner fuhr vor heimischem Publikum zu Bronze.

„Ich freue mich irrsinnig, weil ich gut gefahren bin. Mit meiner Leistung heute bin ich mehr als zufrieden. Ich freue mich sehr über Bronze“, sagte Kreiner mit strahlenden Augen.

„Es ist etwas Besonderes. In der Heimat zu fahren und eine Medaille zu holen, ist ein Sieg, auch wenn es am Ende der dritte Platz geworden ist. Eine Medaille daheim ist einfach schön.“

Ledecka zu stark für ÖSV-Duo

Dennoch haderte Kreiner etwas mit dem Verlauf des Rennens. „Es hat schon in der Quali angefangen. Im zweiten Lauf habe ich oben einen Fehler gemacht und Zeit verloren. Somit war ich nur Dritte und konnte mir nicht aussuchen, auf welchem Kurs ich fahre. Das hat es meiner Meinung nach ausgemacht. Der rote Kurs war schneller, auf dem blauen war es etwas schwieriger zu gewinnen“, analysierte die 33-Jährige, für die im Semifinale Endstation war. „Ich habe alles versucht, aber Ester (Ledecka, Anm.) ist sehr stark gefahren.“

Ledecka war es auch, an der sich Dujmovits schlussendlich im alles entscheidenden Lauf die Zähne ausbiss.

„Ich bin ins Finale genauso reingegangen wie in die Läufe zuvor. Ich habe genau gewusst, wie ich es zu fahren habe. Es ist leider nicht ganz aufgegangen, vielleicht habe ich nach dem Fehler auch zu viel riskiert. Im Endeffekt bin ich aber voll zufrieden mit Silber“, sagte die Olympiasiegerin von Sotschi.

„Das ist immer eine extra Challenge“

Die 27-Jährige hatte auf dem Kurs im Lachtal vor allem mit den Übergängen vom Steilen ins Flache zu kämpfen. „Oben hat mir der Lauf voll getaugt und im unteren Teil bin ich sehr direkt gefahren und konnte immer Zeit gut machen. Aber die Übergänge waren nicht so leicht heute.“

Dennoch schaffte es die Burgenländerin, beim dritten Großereignis in Folge eine Medaille zu holen.

„Ich verstehe es immer gut, mich auf solche Events einzustellen. Ich habe mich schon die letzten Wochen voll fokussiert, viel Mentaltraining gemacht und ich habe die WM definitiv über den Weltcup gestellt. Mir macht es Spaß, mich auf Großereignisse vorzubereiten. Das ist für mich immer eine extra Challenge“, verriet die Burgenländerin.

Sie versteht es wie kaum eine andere, den Stress und Druck um sie herum völlig zu vergessen. „Es ist richtig cool, wenn man bei einer WM am Start steht, aber es kommt einem teilweise vor wie ein Europacup-Rennen“, grinste Dujmovits.

„Es war sehr motivierend“

Auch Kreiner spielte ihre Erfahrung aus, von Nervosität keine Spur. „Ich war sehr fokussiert und relativ ruhig. Natürlich hat man es immer im Hinterkopf, dass es eine Heim-WM ist. Man versucht es auszublenden und sich auf den Lauf zu konzentrieren. Das ist mir heute gut gelungen.“

Für die Steirerin, die mit Bronze - nach Gold 2009 und Silber 2007 - den WM-Medaillensatz komplettierte, hat das Edelmetall im Lachtal eine besondere Bedeutung. „Das ist auch eine Medaille für die vielen Leute, die hier her gekommen sind und uns angefeuert haben.“

Auch Dujmovits zeigte sich von der Unterstützung der heimischen Fans überwältigt. „Es war teilweise so nebelig, dass man die Leute nicht gesehen hat, aber man hat sie gehört. Als ich mit dem Lift raufgefahren bin, haben mich die Zuschauer an der Seite angefeuert. Es war sehr motivierend“, schilderte die Burgenländerin.

Auf eine ähnliche Unterstützung dürfen sich die ÖSV-Athleten auch beim freitätigen Parallel-Riesentorlauf freuen. Die Tribünen im Lachtal werden wie heute gut gefüllt sein.

Vorfreude auf den Riesentorlauf

„Die Motivation für morgen ist voll da. Ich möchte den Fokus nicht verlieren und mich konzentrieren. Die Vorfreude auf den Riesentorlauf ist groß“, ließ die Silbermedaillen-Gewinnerin wissen.

Während Dujmovits schon an das nächste Rennen denkt, kostete Kreiner ihren Erfolg in vollen Zügen aus.

„Jetzt freue ich mich einmal über das, was passiert ist, und dann heißt es Kräfte sammeln für den Riesentorlauf“, blieb die Steirerin dennoch professionell.

„Ich habe bewiesen, dass ich es kann. Meine mentale Verfassung passt und ich weiß, dass ich im Riesentorlauf sehr gut drauf bin, vielleicht sogar um das Quäntchen besser als im Slalom. Es ist alles möglich.“

 

Vom Kreischberg berichtet Daniela Kulovits

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