Snowboarder-Lager will Pech abschütteln

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Cross-Mitfavorit Markus Schairer hatte wegen einer Knöchelverletzung kurzfristig für das WM-Finale w.o. geben müssen, Slopestylerin Anna Gasser trägt nach einer Handoperation seit ein paar Tagen Sportgips, Benjamin Karl tritt mit einem Bandscheibenvorfall an - das Snowboarder-Lager wird zum Auftakt der Heim-Weltmeisterschaften am Kreischberg nicht vom Glück verfolgt.

Die Medaillenhoffnungen leben aber, und die Statistik gibt ebenfalls Grund dazu.

"Wir haben eine gute Statistik. Auf eine WM mit drei Medaillen wie beim letzten Mal folgt eine mit fünf bis sechs. Ich gehe davon aus, dass wir, obwohl wir nicht ganz so fein reingestartet sind, schon noch zu den Mitfavoriten zu zählen sind. Und dass wir nicht mit leeren Händen heimgehen", sagte Christian Galler, der Sportliche Leiter im Österreichischen Skiverband (ÖSV) für Snowboard, zur APA.

Gasser gehandicapt

Auch wenn alle Individualsportler seien, wäre eine Medaille zum WM-Auftakt freilich fein gewesen, meinte Galler. "Dann ist einmal eine gute Stimmung im Team. Die Jungs sind sicher für Markus mitgefahren und haben diese Stimmung mitgetragen. Und das Publikum auch. Das wird uns auch helfen, bei den nächsten Bewerben gut zu sein, ein Stückchen weiter nach vorne zu kommen und um die Medaillen mitzuspielen", sagte Galler und strich die Leitungen von Alessandro Hämmerle (5.) und Debütant Julian Lüftner (10.) im Crossfinale lobend hervor.

Die Olympia-Zehnte Gasser zählt gemäß Saisonverlauf und mit ihrem Trick-Repertoire zu den Topfavoritinnen am Kreischberg, wie sehr sie von der Handverletzung beeinträchtigt wird, wird sich weisen. Auch Mathias Weißenbacher (Slopestyle, Big Air) sei medaillenwürdig.

Weltklasse oder sehr bitter

Mit Edelmetall klappen soll es spätestens in den Parallelbewerben am Donnerstag und Freitag im Lachtal, hat man doch seit 2003 bei jeder WM zumindest eine Goldmedaille geholt. Benjamin Karl tritt als vierfacher Weltmeister an.

"Jeder, der die Parallel-Systematik kennt, weiß, dass es Weltklasse gut ausgehen kann für uns, weil unsere Athleten sehr stark sind, oder dass es sehr bitter werden kann, weil wir uns gegenseitig rausschießen", meinte Galler.

Die Mannschaft hat sich bei perfekten Bedingungen auf der WM-Strecke vorbereitet, wie der ÖSV-Snowboard-Chef erzählte. "Lachtal und Kreischberg ist eine gemeinsame Veranstaltung, aber trotzdem hat jeder sein Pisten-Setup und sie matchen sich, wer am Ende des Tages die bessere Piste hat. Das ist für alle sehr gut. Wir können einen guten Sport zeigen und für die Sportler ist es natürlich Weltklasse, wenn sie mal wirklich perfekte Bedingungen zur Verfügung haben."

Auf das Glück hoffen

Auch die Serviceleute machen gute Arbeit, der Speed passt, im Rennen gilt es, die Individualfehler auszuschalten. "Alle Nationen sind sehr schnell am Weg. Man braucht sich nur anschauen, dass die Top 16 im Zehntelbereich beinander sind. Es gab heuer schon sehr viele Hundertstelentscheidungen. Das Glück war eher nicht auf unserer Seite, aber wir werden es hoffentlich am Kreischberg und im Lachtal ein bissl zurückbekommen."

Dass die Entscheidungen der Parallelläufer im Riesentorlauf und Slalom an zwei aneinanderfolgenden Tagen in Szene gehen, sollte laut Galler kein Problem sein.

"Das sind wir teilweise von Weltcupveranstaltungen gewohnt, auch auf den schnellen Wechsel in der Disziplin werden sich die Athleten vorbereiten. Ich gehe davon aus, dass wir das Beste machen."

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