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Kreiner: An der Spitze ist die Luft dünner geworden

Eine kleine Unachtsamkeit. Ein kurzer Moment. Ein Fahrfehler. Schon war er geplatzt, der Siegtraum gleich zum Start in den Weltcup-Winter.

Aber Snowboarderin Marion Kreiner konnte die Heimreise aus Landgraaf dennoch mit einem Pokal antreten.

Nach ihrem Halbfinal-Aus gegen die Russin Jekaterina Tudegeschewa setzte sich die Steirerin im „kleinen Finale“ gegen die junge Italienerin Nadya Ochner durch.

"Es wäre mehr drin gewesen"

„Ich bin aufs Podium gefahren, darf mich eigentlich nicht beklagen. Aber der Sieg wäre schon g’scheiter gewesen“, so Kreiner, die nach dem Rennen wusste:

„Es wäre mehr drin gewesen, aber Landgraaf ist ein schweres Rennen, in dem immer viel passiert.“

Frag nach bei Benjamin Karl, der statt einer Siegesserie am harten Boden der Realität landete.

Die Alpin-Boarder haben jetzt fast zwei Monate Pause bis zum nächsten Auftritt. Dann stehen im italienischen Carezza Parallel-Slalom und –Riesentorlauf auf dem Programm.

Riesentorlauf rückt in den Fokus

Kreiner nimmt für die finale Phase der Vorbereitung aus Landgraaf mit, dass sie „auf dem richtigen Weg“ ist.

„Es ist im Training schon sehr gut gelaufen, in der Quali war ich dann auch ganz vorne. Da habe ich gesehen, dass ich im Slalom gut gearbeitet habe.“

Deshalb wird jetzt auch der Fokus auf den Riesentorlauf („Da habe ich noch ein paar Tage Manko!“) verschoben.

„Wenn es im Dezember richtig losgeht, wird es sicher passen!“

Lücke zu Tudegeschewa geschlossen

Natürlich hat die 30-Jährige in der „Snow-World“ in den Niederlanden auch geschaut, wie es bei den Konkurrentinnen passt beziehungsweise wo es noch hakt.

„Bei den Italienerinnen kommt etwas nach, die haben ein paar schnelle Mädels, allen voran Europacup-Siegerin Ochner. Weltcup-Siegerin Tudegeschewa ist nicht mehr so weit vorne, wie sie im letzten Jahr war."

"Einige Leute konnten die Lücke schließen“, erwartet sich Kreiner eine interessante, spannende Saison.

An der Spitze war die Dichte noch nie so hoch!“

"Konkurrenz schläft nicht"

Und genau das macht den Reiz für die RTL-Weltmeisterin von 2009 aus.

„Die Saison wird garantiert nicht langweilig, weil jedes Rennen eine neue Herausforderung ist.“

Für diese Herausforderungen, die sie und ihre ÖSV-Kolleginnen und Kollegen Mitte Jänner zum einzigen Saison-Rennen in Österreich auf den Jauerling bringen, wird noch härter gearbeitet.

„Die Konkurrenz schläft nicht, aber genau das bietet einen besonderen Anreiz, noch mehr ins Training zu investieren, neue Dinge auszuprobieren und natürlich im Rennen zu riskieren, um die entscheidenden Hundertstel rauszuholen.“

Stephan Schwabl

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