Karl: "Vielleicht ein Jahr aussetzen?"

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Für ein "Heim-Doppel" führt es die Alpin-Asse unter den Snowboardern am Wochenende in österreichische Gefilde.

Am Freitag steht ein Parallel-Slalom am niederösterreichischen Jauerling auf dem Programm, zwei Tage später einer in Bad Gastein.

Sieganwärter bei beiden Rennen? Benjamin Karl, der in den letzten vier Jahren fast alles abräumte, was es zu gewinnen gab. 14 Weltcup-Siege, drei WM-Titel, drei große Kristallkugeln und einmal Olympia-Silber hat der Niederösterreicher mittlerweile auf dem Konto.

Auch heuer liegt er im Weltcup nach zwei Saisonsiegen in Führung. LAOLA1 stand der Snowboard-Dominator im Vorfeld der beiden Heim-Weltcups Rede und Antwort:

LAOLA1: Benjamin, wie groß ist die Vorfreude auf die beiden Heimrennen?

Karl: "Die ist riesengroß! Ich freue mich schon seit Wochen auf diesen Weltcup am Jauerling. Dass Gastein noch dazu gekommen ist, ist eine super Sache für uns. Je mehr Heim-Weltcups, desto besser.“

LAOLA1: Stellen Heimrennen in Jahren wie diesem, ohne WM oder Olympische Spiele, das Highlight der Saison dar?

Karl: "Auf jeden Fall! Das Rennen am Jauerling ist ja nur rund 40 Minuten von meiner alten Heimat entfernt. Und Bad Gastein ist sowieso immer etwas Besonderes."

LAOLA1: Wie fühlst du dich für die Rennen in Form?

Karl: "Sehr gut. Wir haben in den letzten Wochen relativ wenig an den Stangen trainiert, sind mehr frei gefahren und haben den Tiefschnee ausgenutzt. Zuletzt haben wir in Lackenhof trainiert und da lief alles super."

LAOLA1: Im Sommer gab es ja einen Trainerwechsel. Wie kommst du mit dem neuen Coach Tom Weninger klar?

Karl: "Mittlerweile sehr gut. Er hat natürlich ein bisschen gebraucht, bis er uns kennen und einschätzen gelernt hat. Er hat sich aber ganz gut eingefunden und wir schätzen ihn sehr als Trainer."

LAOLA1: Was hat sich für euch Athleten unter neuer Führung im Training konkret verändert?

Karl: "Wir haben etwas mehr trainiert als in den letzten Jahren, im Schnitt vier Tage in der Woche. Ansonsten läuft alles sehr strukturiert ab, Tom Weninger ist sehr leistungsorientiert. Und wenn man sich die Ergebnisse anschaut, macht er seinen Job sehr gut."

LAOLA1: Wie bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Karl: "Ich bin sehr zufrieden und bin wieder einmal sehr gut in eine Saison gestartet. Es gibt eigentlich nichts zu meckern."

LAOLA1: Da es heuer ja keine Großereignisse gibt: Bist du deine Vorbereitung auf die Saison anders angegangen?

Karl: "Nein, ich habe eigentlich nichts anders gemacht als in den Jahren davor. Vielleicht könnte man in einem Jahr ohne Großereignis mal aussetzen, aber ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist."

LAOLA1: Hast du kurz mit diesem Gedanken gespielt?

Karl: "Mehr oder weniger kurz, aber es ernsthaft in Betracht gezogen habe ich es nicht. Vom Kopf her sind Saisonen ohne Groß-Event die gemütlicheren. Man kann auf jedes einzelne Rennen schauen und sich auf jedes einzelne freuen."

LAOLA1: Für den Rest der Saison gibt es für dich wohl nur ein Ziel: Die Verteidigung der Kristallkugel. Wen siehst du in diesem Kampf als deinen größten Konkurrenten an?

Karl: "Das ist auf jeden Fall das große Saisonziel. Die größten Konkurrenten kommen aus Italien. Die sind sehr stark, vor allem im Slalom. Aus dem eigenen Lager ist natürlich Andi Prommegger wieder ein großer Rivale. Aber auch die anderen Jungs aus unserem Team sind gut drauf und haben aufstrebende Form. Es wird auf keinen Fall ein Zuckerschlecken!"

LAOLA1: Gibt es eine Ansage von dir für die beiden Heim-Rennen?

Karl: "Mein Ziel ist ganz klar, beide Rennen zu gewinnen."

LAOLA1: Durch die beiden Heim-Rennen werdet ihr wohl wieder etwas mehr in den Medien vorkommen als sonst. Wie bist du allgemein mit der Berichterstattung über euren Sport in Österreich zufrieden?

Karl: "Wir fristen natürlich noch immer ein Schattendasein. Aber ich finde, das hat sich in den letzten Jahren deutlich gebessert. Im Vorfeld des Rennens am Jauerling waren die Werbung und das mediale Interesse sehr groß. Und mit zwei Heim-Weltcups haben wir natürlich die Möglichkeit, medial mal ein bisschen mehr draufzudrücken."

Das Interview führte Michael Höller

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