Limbacher hatte Gold im Visier

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Limbacher hatte nur Gold im Sinn

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Mit Gold um den Hals fragte sich Andrea Limbacher selbst, woher sie das Selbstvertrauen genommen hatte.

Mit zwei Weltmeisterinnen stand sie am Kreischberg im Ski-Cross-WM-Finale und hatte am Start nur eines im Sinn: "Ich wollte auf alle Fälle Gold."

Im superknappen Finish hatte sie sich gestreckt und gehofft, dass die Arme lang genug sind. "Ich bin superdankbar, dass alles so funktioniert hat."

"Gold ist mir natürlich hundertmal lieber"

Bei der Foto-Auswertung war das Glück auf ihrer Seite, das ihr so oft schon gefehlt hatte, und der Weltmeistertitel Realität.

"Sicher hätte ich mich über Silber auch gefreut, aber Gold ist mir natürlich hundertmal lieber." Die Saison war bisher nicht gut für sie verlaufen, aber am Kreischberg sah sie schon in den Trainings, dass etwas möglich ist.

"Es ist ein technischer Parcours, der mir liegt. Ich habe mich einfach auf das konzentriert, was zu machen ist, der Rest hat passieren müssen."

Viele Rückschläge

Zwei Verletzungspausen hat die ehemalige Alpinskiläuferin schon hinter sich, 2010 riss sie sich das Kreuzband, kehrte aber rasch wieder zurück.

Nur vier Tage nachdem sie in Les Contamines ihren zweiten Weltcupsieg gefeiert hatte, zog sich Limbacher am 16. Jänner 2013 beim Rennen in Megeve einen Kreuzband- und Meniskusriss sowie Knorpelschaden im rechten Knie zu.

"Das hat mich ziemlich zurückgeworden. Die letzte Saison war ein bisserl ein Kompromiss, ich war nicht hundertprozentig fit. Und wenn du nicht hundertprozentig fit bist, kannst du nicht die hundert Prozent im Rennen geben."

Keine Gedanken an den Rücktritt

Nach Saisonende habe sie sich eine längere Pause gegeben und sei wieder in Schwung gekommen.

"Und so lange ich meinem Knie nichts zu Fleiß tue, tut es mir auch nichts zu Fleiß, und so werden wir die ganze Saison weiterfahren", sagte die zweifache Olympiateilnehmerin aus dem Salzkammergut.

"Ich habe so eine Freude am Sport, an ein Aufhören wäre nie zu denken. Jetzt habe ich mich zurückgekämpft und das Ganze mit einer Goldmedaille belohnt."

Dank an den Vater

Mitgefreut haben sich in der Steiermark auch die Familie, Vater Josef ist ein großer Förderer.

"Er hat sicher am meisten mitgelitten. Die Medaille verdanke ich auch ihm. Wenn mich mein Dad in den Anfangsjahren nicht unterstützt hätte, wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich hoffe, er hat eine Riesenfreude mit der Medaille."

Auch beim Umstieg von Alpin zum Cross unterstützte er sie: "Er hat immer an mich geglaubt. Vielleicht wäre im Alpinen auch was möglich gewesen, aber ich wollte was Neues probieren. Ich bin gleich voll super reingestartet und habe gemerkt, dass das genau das Richtige für mich ist."

Unvergessliche Momente

Bei der Siegerehrung habe sie immer wieder zur Familie und den Fans geschaut und es habe ihr die Tränen in die Augen gedrückt. "Dass sie das mit mir live erleben dürfen, werden wir alle nie vergessen."

Ein ebenso wichtiger Wegbegleiter ist Trainer Gerold Posch, der schon im Alpin ihr Landestrainer war und ein Jahr nach ihrem Umstieg zum Cross ebenfalls wechselte.

"Gerri begleitet mich schon lange. Wir hatten eine super Saisonvorbereitung, er hat sich wirklich extrem reingehaut, war selten zu Hause. Auch wenn es in dieser Saison noch nicht so funktioniert hat, habe ich mich trotzdem gut gefühlt. Und anstatt mich fertig zu machen, habe ich einfach auf mein Können vertraut. Und das haben meine Trainer auch. Ich wusste, wenn der Tag es zulässt, ist alles möglich."

"Ich bin jetzt grad geflasht"

Das ganze Team befände sich in einer super Form, das Teamklima sei ebenfalls bestens.

"Es freut mich, wenn sich alle für mich freuen. Ich hätte mich für sie auch gefreut", sagte Limbacher.

Es gäbe keinen besseren Standort, als daheim eine Medaille zu gewinnen. "Ich bin auch dankbar, dass wir die Möglichkeit dazu hatten. Ich bin jetzt grad geflasht."

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