Loch holt 3. WM-Gold

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Loch krönt sich erneut zum Weltmeister

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Felix Loch ist bei den Weltmeisterschaften im Kunstbahnrodeln in Altenberg seiner Favoritenrolle gerecht geworden und holte bei den 43. Titelkämpfen im Einsitzer in 1:47,332 Minuten das erste Gold für Deutschland.

Überraschend auf Platz zwei landete der 40-jährige russische Routinier Albert Demchenko (0,328 Sekunden zurück) vor dem Südtiroler Armin Zöggeler (0,414). Bester der enttäuschenden Österreicher war Manuel Pfister auf Rang zehn.

Erster Lauf ohne Fehler

Loch legte den Grundstein zum Sieg mit einem perfekten ersten Lauf, in dem er im 1.387 Meter langen Eiskanal im sächsischen Altenberg mit 53,590 Sekunden einen neuen Bahnrekord fixierte. Am Ende sicherte sich der 22-jährige Olympiasieger von 2010 mit zweimaliger Laufbestzeit seinen dritten WM-Titel nach 2008 und 2009 klar mit einem Vorsprung von 0,328 Sekunden.

Loch bedankte sich schließlich bei den 5.000 Fans, die stundenlang bei Temperaturen jenseits von minus zehn Grad aushielten. "Ich bin unheimlich glücklich, es hat alles perfekt gepasst", betonte der Triumphator.

Wurde im Vorfeld spekuliert, dass die Deutschen auf ihrer Heimbahn in Altenberg gleich alle drei Herren-Medaillen abräumen könnten, so machten zwei Routiniers den Hausherren einen Strich durch die Rechnung.

Zöggeler kommt nicht in Fahrt

Demchenko behielt im entscheidenden Lauf die Nerven und verbesserte sich noch vom dritten auf den zweiten Rang. Es war die erste WM-Medaille für das 40-jährige Schwergewicht.

Bronze ging an den großen Rodel-Dominator der vergangen Jahre, Italiens Superstar Zöggeler. Der Titelverteidiger, der es auf insgesamt sechs WM-Titel und zwei Olympiasiege in seiner Karriere gebracht hatte, war auch mit dem dritten Platz zufrieden.

"Es war die ganze Saison sehr schwierig für mich, so gesehen ist dies ein toller Erfolg. In Deutschland drei Deutsche hinter sich zu lassen ist schon sehr stark", meinte der 38-jährige Carabiniere. Hinter Zöggeler landeten die Deutschen Johannes Ludwig, Andi Langenhan und David Möller auf den Plätzen vier bis sechs.

ÖRV-Rodler weit zurück

Die Österreicher hatten 24 Stunden nach dem erfolgreichen Tag mit Doppelsitzer-Gold durch die Titelverteidiger Andreas und Wolfgang Linger und Bronze durch Peter Penz/Georg Fischler erwartungsgemäß im Herreneinsitzer mit den Kampf um die Medaillen nichts zu tun.

Die Platzierungen mit zehn für Manuel Pfister, zwölf für Wolfgang Kindl, 17 für Daniel Pfister und 21 für Reinhard Egger waren jedoch enttäuschend.

"So habe ich mir diese Weltmeisterschaften nicht vorgestellt", gestand auch der beste rot-weiß-rote Fahrer, Manuel Pfister, nach dem Rennen. Im Abschlusstraining lag er noch auf Rang vier und spekulierte mit einem Platz in den Top sechs.

Rot-weiß-rote Fehleranalyse

"Aber es war ein schlechtes Rennen, auch der Start war nicht gut", sagte der 23-jährige Zillertaler. "Wir sind schon die ganze Woche mit dieser Bahn nicht richtig zurecht gekommen."

Warum im Doppelsitzer der Eiskanal in Altenberg als "Österreicher-Bahn" gilt und im Einzel die rot-weiß-roten Rodler hinterherfahren, erklärte Pfister so: "Die fahren ein ganz anderes Gesamtpaket im Doppel, haben ein anderes Set-Up. Daran müssen wir arbeiten und im Sommer auch an der Kraft. Wir müssen am Start endlich mithalten können."

Pfister mit einer langwierigen Schulterverletzung als Zehnter und Kindl mit den Nachwirkungen eines Kahnbeinbruches in der Hand als Zwölfter gingen allerdings gehandicapt in das Rennen.

Nächste Chance für Damen

Zum Abschluss der Titelkämpfe im Erzgebirge werden am Sonntag die Damen-Titel vergeben und die Teamstaffel ausgefahren. Bei den Damen gehen für Österreich Nina Reithmayer, Mona Wabnigg und Birgit Platzer ohne Medaillenchancen an den Start.

In der Teamstaffel rechnet Cheftrainer Rene Friedl jedoch mit Edelmetall: "Gold ist für Deutschland reserviert, aber dahinter können wir sicher um das Podest mitfahren. Auch wenn die Entscheidung sicher sehr knapp wird." Für Österreich treten das "goldene" Doppel Andreas und Wolfgang Linger, Reithmayer und Manuel Pfister an.

Medaillen in der Teamstaffel, die inzwischen den olympischen Status hat und in Sotschi 2014 erstmals im Zeichen der fünf Ringe ausgetragen wird, werden in Altenberg erstmals vergeben. Im Vorjahr bei der WM in Cesana (ITA) sollte dieser Bewerb zwar auch ausgefahren werden, war  aber nach unüberwindbaren technischen Schwierigkeiten mit der Startanlage schließlich abgesagt worden.

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