Linger/Linger: "Alles ist offen"

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Linger/Linger denken weiter über Zukunft nach

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Die erfolgreichen Rodel-Brüder Andreas und Wolfgang Linger lassen die Entscheidung über ihre sportliche Zukunft offen.

"Bis Anfang April soll aber eine Entscheidung fallen", kündigte Wolfgang am Freitag auf einer Pressekonferenz an.

Die rot-weiß-roten Parade-Doppel-Rodler haben zuletzt in Sotschi Silber geholt, zuvor bei den Spielen in Turin (2006) und Vancouver (2010) hatten sie Gold gewonnen.

Große Emotionen

In ihrer Karriere haben der 32-jährige Andreas und sein ein Jahr jüngerer Bruder zudem 2012 den Gesamtweltcup für sich entschieden und wurden dreimal (2003, 2011 und 2012) Weltmeister.

Doch auch wenn bei den Olympischen Spielen in Sotschi der Übertraum vom dritten Gold nicht wahr wurde, glänzt für die Lingers Silber wie Gold.

"Das hat man doch bei unseren großen Emotionen im Ziel gesehen", bestätigte Andreas.

"Retro"-Porsche

Immerhin hätten sie im Vorfeld der Winterspiele eine schwere Zeit mit vielen Zweifeln durchgemacht. "Der Jänner, mit den vielen Weltcups, bei denen wir nur Mittelmaß waren, war schon sehr hart. Wir haben an uns gezweifelt", erzählte Andreas.

"Umso schöner glänzt nun Silber." Dabei hatten die beiden ihre Zweifel immer gut kaschiert. So sagte Andreas nach der Enttäuschung von Rang fünf beim Weltcup im ostdeutschen Altenberg: "Heute waren wir mit dem Trabi unterwegs, aber in Sotschi packen wir den Porsche aus."

Und das taten sie bei den Spielen dann auch. Die Lingers gingen mit einem "Retro-Porsche" an den Start und rasten zu Silber hinter den deutschen Saison-Dominatoren Tobias Wendl und Tobias Arlt. Im Vorfeld der Spiele hatten sie mit ihren Trainern viel am Material getüftelt, bei Olympia griffen sie aber mit Erfolg auf ihre Schiene von 2006 und 2010 zurück. "Die bekommt nun bei uns zuhause einen Ehrenplatz", kündigte Andreas an.

Karrierende?

Ob das olympische Rodel-Rennen ihr letztes in ihrer Karriere war, wissen die Lingers noch nicht. Andreas drückte es kryptisch aus: "Wir sind jetzt zuhause angekommen und doch noch nicht ganz. Der Prozess ist im Laufen. Heute ist alles offen."

Bis Anfang April, wenn die Vorbereitung startet, soll aber eine Entscheidung fallen, erklärte Wolfgang. Druck vom Verband und vom Sponsor, der "Tiroler"-Versicherung, gäbe es nicht. Der Sponsor wird die beiden Brüder in den nächsten Wochen Tirol-weit plakatieren.

Für ein Karriereende spricht, dass beide nun Familienväter sind. Wolfgang hat zwei Kinder. Andreas wurde während der Spiele erstmals Vater eines Buben. "Der Felix ist auch schuld, dass ich derzeit extrem kurze Nächte habe", berichtete er und sagt auch: "Um weiter zu fahren, brauchen wir klar definierte Ziele."

Weitermachen bis 2018?

Gegen das Karriereende spricht, dass in der kommenden Saison die Weltmeisterschaft in Sigulda in Lettland, wo sie 2003 erstmals WM-Gold erobert hatten, stattfindet.

"Da würde sich der Kreis wunderschön schließen", sagte Andreas. Auch ein Antreten bei der Heim-WM 2017 in Igls wollten sie nicht ausschließen. "Aber wenn wir da dabei sind, wären wir schön blöd, nicht ein Jahr später bei den Spielen in Korea zu starten", sagte Andreas.

Und Wolfgang scherzte, dass sie da auch Olympia 2022 mitnehmen könnten. "Immerhin wären wir dann immer noch jünger als Demtschenko und Zöggeler", sagte Wolfgang. Der Russe Albert Demtschenko und der Italiener Armin Zöggeler gewonnen in Sotschi im Einzelrennen jeweils nach ihrem 40. Geburtstag Silber und Bronze.

Der Olympia-Empfang in ihrer Heimatgemeinde Absam findet erst am 22. März statt, da der Nordische Kombinierer Christoph Bieler (Bronze mit dem Team), der aus der gleichen Gemeinde kommt, bis dahin noch im Weltcup engagiert ist.

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