Olympia 2018: Ein Finanzloch und ein Nuss-Skandal

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Finanzprobleme, Diskussionen um eine mögliche Verlegung von Wettbewerben in ein anderes Land und ein Skandal um die Tochter des OK-Chefs:

Etwas mehr als drei Jahren vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang häufen sich bei den südkoreanischen Gastgebern die Probleme.

Insbesondere die Frage der Finanzierung des Prestige-Projekts Olympia rückt zunehmend in den Fokus.

Vollkommen verkalkuliert

Der südkoreanische Rechnungshof machte in diesem Monat die Einbußen beim Sponsoring öffentlich.

Demnach verzeichnete das Organisationskomitee POCOG in diesem Jahr mit 3,5 Milliarden Won (2,6 Millionen Euro) lediglich 5,2 Prozent der erwarteten Einnahmen und 2013 überhaupt nichts.

Vielmehr hätten die Organisatoren im vergangenen Jahr 11 Milliarden Won und dieses Jahr 10,5 Milliarden Won an Krediten aufnehmen müssen.

Um Beschwichtigung bemüht

Doch POCOG, das den Behördenbericht schon im November erhalten hatte, sieht allerdings keinen Grund für Alarm.

Abgesehen von vier bestehenden Abkommen mit Sponsoren sei das Komitee im Dialog "mit verschiedenen potenziellen Partnern", beschwichtigte Sprecherin Lee Ji-hye, ohne Namen zu nennen. "Wir erwarten in naher Zukunft gute Resultate."

Mit Rückgabe gedroht

Die Probleme passen gut zur derzeitigen Situation, hatte doch gerade erst ein Streit um die Stadionkosten für Wirbel gesorgt. Zumindest offiziell wurde wieder Einigkeit dokumentiert.

Im Zentrum der Diskussion stand der geplante Bau eines neuen Stadions für die Eröffnungs- und Schlussfeier in Pyeongchang.

Weil sich die Provinz Kangwon angesichts des Aufwands dafür und für andere Anlagen überfordert sah, drohte sie mit der Rückgabe des Austragungsrechts, sollte die Regierung nicht einen größeren Teil der Kosten schultern.

Ursprünglich gar nicht vorgesehen

Zwar wiegelten die Olympia-Macher ab und sprachen eher von einem Appell als von einer Drohung.

Doch verdeutlichte die Diskussion bestehende Kalamitäten. Die Finanzierung des Stadions rückte in eine Grauzone, da eine neue Anlage neben der bereits bestehenden Skisprungschanze ursprünglich gar nicht vorgesehen war.

Jetzt soll die Regierung 50 Prozent der Kosten übernehmen, jeweils 25 Prozent sollen vom OK und von der Provinz kommen.

Angebot abgelehnt

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte dem OK bereits nahegelegt, aus Kostengründen die Bob- und Rodelwettbewerbe in ein anderes Land zu verlegen.

Diese Möglichkeit hatte sich erst durch die kürzlich verabschiedeten Reformpläne des IOC eröffnet. Doch sowohl das OK als auch die Regierung lehnten sofort ab.

Die Bauarbeiten an den sechs neuen Anlagen für die Olympia-Wettbewerbe seien bereits im Gange, für eine Verlegung sei es ohnehin zu spät, hieß es.

Der Nuss-Skandal

Doch die Skepsis, die es in einigen Teilen der Bevölkerung von Kangwon gibt, wurde damit nicht aus der Welt geschafft. So forderte die Kangwon-Koalition ziviler Gruppen - ein Zusammenschluss von 26 Organisationen - in diesem Monat, den IOC-Vorschlag anzunehmen.

Hinzu kommt in Südkorea die Sorge, dass Cho Yang-ho, der Chef der Fluggesellschaft Korean Air, seinen Posten als OK-Präsident räumen könnte und dies weitere finanzielle Folgen hätte.

Hintergrund ist der Nuss-Skandal um seine älteste Tochter, die ihren Posten als Vizepräsidentin der Fluggesellschaft räumen musste.

Weil ihr missfiel, wie ihr Snacks kurz vor dem Start einer Korean-Air Maschine von einer Flugbegleiterin gereicht wurden, war sie so in Rage geraten, dass sie das Flugzeug zur Rückkehr an die Rampe zwang. Cho und ihr Vater hatten sich zwar öffentlich für den Vorfall entschuldigt. Die Aufregung ist damit jedoch noch nicht vorüber.

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