"Ein neuer Markt für den Wintersport"

Cho Yang Ho (Vorsitzender des Bewerbungskomitees von Pyeongchang): "Ich denke, wir konnten die Herzen der IOC-Mitglieder mit unserer Präsentation bewegen. Ich spürte, dass uns die Emotionen den Sieg einbrachten, doch habe ich nicht solch einen großen Stimmenabstand erwartet. Ich hatte nur gehofft, dass wir die Mehrheit erhalten."

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak: "Dies ist ein Sieg für die Menschen Südkoreas."

Kim Yu Na (südkoreanische Eiskunstlauf-Olympiasiegerin): "Ich bin heute genauso froh wie bei Wettbewerben. So viele Menschen haben so viel getan für die Bewerbung."

Richard Pound (IOC-Mitglied): "In jeder Demokratie würde man dazu Kantersieg sagen. Wir sind im Moment in einer Phase, in der internationale Sportverbände Risiken eingehen und sich für neue Märkte entscheiden."

FIFA-Präsident Joseph Blatter: "Das ist keine Überraschung. Pyeongchang ist ein neuer Markt für den Wintersport."

Gunilla Lindberg (Vorsitzende der IOC-Evaluierungskommission für 2018): "Pyeongchang hatte eine hervorragende Bewerbung. Die Südkoreaner hatten einfach den Vorteil von zwei Bewerbungen."

Gerhard Heiberg (IOC-Marketingchef): "Der Sieg von Pyeongchang war verdient. Sie haben zweimal knapp verloren und sind drangeblieben. Ich glaube aber nicht, dass es eine richtungsweisende Entscheidung war. Kaum ein Kandidat gewinnt gleich beim ersten Mal. München sollte sich noch einmal bewerben. Dann hätten sie eine gute Chance, 2022 zu gewinnen."

Christian Ude (Münchens Oberbürgermeister): "Ich bin über das Ergebnis enttäuscht. Das ist ganz selbstverständlich, wenn man ein Ziel zwölf Jahre lang ansteuert und die letzten Jahre doch kräfitg die Ärmel aufkrempeln musste, um viele Hürden zu überwinden und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Aber eine Welt bricht auch nicht zusammen deswegen. Wir haben die ganzen Kraftanstrengungen auch nicht in den Sand gesetzt. Wir sehen die Bewerbung nicht als Fehlinvestition an, sondern als eine riesengroße weltweite Kampagne für München."

Katarina Witt (Kuratoriums-Vorsitzende der Münchner Bewerbung): "Es ist unheimlich schwer zu verstehen, wenn man wie wir heute so eine gute Präsentation abgeliefert hat. Heute müssen wir das erstmal alles sacken lassen, und dann müssen wir anfangen zu analysieren, woran das gelegen hat. Wir müssen uns erstmal sammeln."

Mario Pescante (IOC-Vizepräsident und Präsident des Nationalen Olympischen Komitee Italiens): "Pyeongchangs Sieg bestätigt, was sich schon bei der Entscheidung für Rio de Janeiro gezeigt hat: Die neue Welt kommt voran, nicht nur in der olympischen Welt, sondern auch in der Politik und der Wirtschaft. Der Wunsch, sich der Zukunft und den neuen Ländern zuzuwenden, ist stark."

Thomas Pfüller (DSV-Generalsekretär): "Das war sicherlich keine grundsätzliche Entscheidung gegen München, sondern in erster Linie für die Koreaner, die bereits zum dritten Mal ihren Hut in den Ring geworfen haben."

Magdalena Neuner (Biathlon-Olympiasiegerin): "Schade. München und Garmisch-Partenkirchen wären aus meiner Sicht die bessere Wahl gewesen. Die Spiele in Pyeongchang werden sicherlich gut organisiert sein. Aber ob dort tatsächlich so etwas wie Begeisterung aufkommt, muss man abwarten. Vor zwei Jahren bei der Biathlon-WM war das Interesse jedenfalls nicht sehr groß. Das wäre in Deutschland ganz anders gewesen. Deshalb würde ich es auch begrüßen, wenn sich München für die Spiele 2022 bewirbt."

Susi Erdmann (mehrfache Rodel-Weltmeisterin): "Es war ganz schlimm, wir haben alle bitterlich geweint, weil wir natürlich alle überzeugt waren von unserer Arbeit. Wenn man dann so klar verliert, dann ist das natürlich bitter."

Axel Doering (Mitinitiator des Garmischer Bürgerbegehrens gegen Olympia): "Der Kelch ist an uns vorübergegangen. Ich bin froh, dass die Entscheidung so gefallen ist. Garmisch-Partenkirchen hat in Wirklichkeit gewonnen. Ich gratuliere Pyeongchang. Dieser Sieg ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Nun ist Pyeongchang in den Fängen des IOC."

Charles Beigbeder (Bewerbungs-Chef Annecy): "Wir sind stolz auf das, was wir geleistet haben, aber wir haben verloren und sind extrem enttäuscht. Wir haben gehofft, dass wir ausgewählt werden, aber nun gratulieren wir Pyeongchang."

Frankreichs Sportministerin Chantal Jouanno: "Das (die Niederlage von Annecy) ist eine Enttäuschung für alle Sportler und für die Hunderten von Menschen, die diese Kandidatur seit Monaten und zum Teil auch seit Jahren getragen hatten. Es ist aber auch gleichzeitig das Gesetz des Sports, das Gesetz einer olympischen Wahl. Es gibt nur einen Sieger. Glückwunsch an Pyeongchang. Für den französischen Sport ist es ein schwerer, weil unverdienter Schlag. Wir werden aus dieser Niederlage lernen."

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