"Damit sich das Feuer auf die Jugend überträgt"

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Der Countdown bis zu den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen der Geschichte tickt.

Dass diese von 13. bis 22. Jänner ausgerechnet in Innsbruck stattfinden, freut insbesondere Karl Stoss. Der ÖOC-Präsident ist sich sicher, dass die Veranstaltung, welche das dritte Mal nach 1964 und 1976 das Olympische Feuer nach Österreich bringt, ein voller Erfolg wird.

Seit Dienstag befindet sich die Fackel auf einer 18-tägigen Stafette durch die ganze Republik. Insgesamt 2.012 Freiwillige, darunter auch etliche Sportstars wie Gregor Schlierenzauer oder Sabrina Filzmoser, tragen die Flamme über 3.573 Kilometer durch 65 Etappenorte.

Im Interview mit LAOLA1 nimmt Stoss einen Ausblick auf die Spiele und erklärt, warum er die zeitgleich stattfindenden Kitzbühel-Rennen sogar als Vorteil sieht:

LAOLA1: Herr Stoss, brennt das Olympische Feuer auch schon in Ihnen?

Karl Stoss: Aber selbstverständlich. Wir sind ja schon lange in die Vorbereitungen involviert und es ist schön zu sehen, dass alles „on track“ und im Budget ist. Jetzt muss es nur noch genügend Schnee haben, aber darum brauchen wir uns jetzt wohl keine Sorgen mehr zu machen.

LAOLA1: Wie sind Ihre Erwartungen an die Spiele?

Stoss: Die Hauptzielsetzung ist, dass sich das Feuer in die Begeisterung der Jugendlichen überträgt. Man darf nicht immer nur darüber jammern, dass sie an Fettleibigkeit oder Haltungsschäden leiden, dass sie ihre Zeit nur noch vor der Konsole oder auf der Straße verbringen. Wir müssen sie von dort wegholen und sich dafür begeistern, aktiv Sport zu betreiben. Dafür kann so ein Format von Spielen eine unglaublich gute Gelegenheit sein. In Singapur, bei den ersten Sommer-Jugendspielen im Vorjahr, konnte ich das bereits sehen. Die Begeisterung, die von den Athleten ausgegangen ist, ist auf die vielen Schulklassen, die zugesehen haben, übergesprungen.

LAOLA1: Gibt es von Seiten der Sponsoren her Vorgaben in puncto Zuschauerzahlen?

Stoss: Nein, die gibt es nicht. Das wird sehr offen gehalten. In erster Linie geht es darum, Schulklassen zu den Bewerben zu locken. Der Kartenverkauf läuft sehr, sehr gut. Rund 70 Prozent sind bereits weg.

LAOLA1: Worin grenzen sich die Jugendspiele von den sportartspezifischen Jugend-Weltmeisterschaften ab?

Stoss: Ein Unterschied liegt darin, dass die Jugendspiele viele Bewerbe beinhalten. In Innsbruck werden wir etwa nicht nur die Alpinen finden, sondern zusätzlich auch Eishockey, die Nordischen Bewerbe oder Snowboard.

LAOLA1: Wo bleibt die ideologische Abgrenzung?

Stoss: Die gibt es freilich auch. Bei den Olympischen Jugendspielen kommt auch das Thema Toleranz besonders zur Geltung. Es geht nicht nur darum, höher, schneller, weiter zu sein, sondern dass man auch tolerant zusammenlebt. In Singapur habe ich bereits den Eindruck gewonnen, dass das bei Jugendspielen sehr gut möglich ist.

LAOLA1: Im Kalender der österreichischen Sportfans ist im Jänner ganz dick das Hahnenkamm-Wochenende angestrichen. Dieses fällt allerdings genau in die Jugendspiele hinein. Könnte es problematisch werden, dass Kitzbühel Innsbruck medial das Wasser abgräbt?

Stoss: Ganz im Gegenteil. Nachdem Kitzbühel medial eine derartige Stellung hat, kann man das sicherlich nutzen, dass auch „andere“ Journalisten zu den Jugendspielen kommen.

LAOLA1: Anderes Thema - 2012 finden zudem die Olympischen Sommerspiele der Großen statt. Wen haben Sie mit Blick auf London ganz weit oben auf der Medaillen-Rechnung?

Stoss: Da möchte ich gar keine Namen oder Ziffern nennen, aber wir haben natürlich zwei Olympische Großbewerbe in einem Jahr. Das ist auch für das ÖOC eine besondere Herausforderung. Dennoch bin ich sehr zuversichtlich, dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind, da wir viel in die Vorbereitung gesteckt haben. Dieser Optimismus geht über das Organisatorische hinaus und erstreckt sich auch über das Sportliche.

Das Interview führte Reinhold Pühringer

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