Vanessa Bittner startet ambitioniert in die neue Saison

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Vanessa Bittner ist endgültig an der Spitze angekommen.

Die 20-jährige Eisschnellläuferin nimmt am Wochenende den Saisonauftakt in Calgary in Angriff, man darf getrost auf ein weiteres Topergebnis der Tirolerin hoffen.

Bereits in der vergangenen Saison fuhr Bittner mehrfach Top-Ten-Plätze bei Weltcups ein und das, obwohl sie nebenher noch die Schule abschloss. Dieses Jahr dagegen liegt die volle Konzentration auf den Sport.

Bevor am Freitag, den 13. November, in Kanada der Startschuss für die Saison 2015/16 fällt, hat sich Bittner noch die Zeit genommen, mit LAOLA1 über ihre Erwartungen für die nächsten Rennen, den geplanten Regeländerungen und der verpassten Auszeichnung als „Aufsteiger des Jahres“ gesprochen.

Heiß auf Rekorde

Zum Auftakt geht es für die Eisschnellläuferinnen traditionell nach Kanada, wo zunächst in Calgary und eine Woche später in Salt Lake City gelaufen wird. Das nordamerikanische Eis ist bekannt dafür, schneller zu sein als sein europäisches Pendant. Kein Wunder, dass Bittner bereits österreichische Rekorde ins Visier genommen hat.

Fünf Goldene bei der Inline-Skate-EM

Dem nicht genug gewann sie bei der in Tirol stattfindenden Inline-Skate-Europameisterschaft unglaubliche fünf Goldmedaillen. Die Weltmeisterschaft in Taiwan muss sie allerdings auslassen, da sie terminlich mit den Rennen in Kanada kollidiert. „Meine Inline-Saison war besser, als ich mir gedacht hätte. Natürlich werde ich die Ergebnisse bei der WM verfolgen, dennoch liegen meine Prioritäten im Eisschnelllauf“, stellt Bittner klar.

Hilfreiche Regeländerung

Ebenfalls im Sommer hat die Internationale Eislaufunion (ISU) beschlossen, künftig bei Welt- und Europameisterschaften die vierte Distanz des Vierkampfs von 5.000 auf 3.000 Meter zu verkürzen. Eine Regeländerung, die einer Sprinterin wie Bittner in die Karten spielt.

„Ich glaube, dass der neue Vierkampf mir und allen Sprintern und Mittelstrecklern entgegenkommt. Nächste Saison ist ein erster Testlauf und da werden wir sehen, welche Sportlerinnen ganz vorne mitmischen“, ist Bittner erfreut.

Als Konsequenz hat sich die 20-Jährige im Training vermehrt auf die 1.500 Meter konzentriert: „Dieses Jahr möchte ich erstmals die 1.500m im Weltcup laufen und das erste Testrennen war schon sehr vielversprechend. Bereits im Sommer hatte ich mich entschieden, längere Strecken zu forcieren und so haben wir unser Training auch dementsprechend aufgebaut.“ Bei den kommenden Vierkämpfen ist also mit Bittner zu rechnen.

Keine Enttäuschung

Eine kleine Niederlage musste die Tirolerin vor dem Saisonstart dennoch einstecken. Bei der „Sportlergala“ war sie als „Aufsteigerin der Saison“ nominiert. Diesen Titel musste sie letztlich ihrem männlichen Skisprung-Kollegen Stefan Kraft überlassen.

Enttäuschung machte sich bei Bittner aber keine breit: „Für mich war es eine Ehre nominiert zu sein, da es mir zeigt, dass meine Leistungen letzten Winter und auch im Sommer Beachtung gefunden haben. Mit Stefan Kraft und Felix Gall hatte ich starke Konkurrenten und ich bin mit meinem zweiten Platz sehr zufrieden. Stefan Kraft hat vergangenes Jahr die Vierschanzentournee und damit verdient die Auszeichnung gewonnen.“

Und wer weiß, vielleicht kann sich Bittner mit einer starken Saison nächstes Jahr sogar für eine andere Auszeichnung bewerben.

Immerhin wird eine Nachfolgerin von Anna Fenninger gesucht.

 

Julian Saxer

„Natürlich erhoffe ich mir neue Bestzeiten zu laufen, was dann auch neue Rekorde bedeutet. Es ist schon cool zu sehen, dass man die Rekorde einer Emese Hunyady knacken kann“, macht sie keinen Hehl daraus. Bereits zehnmal konnte sie in ihrer Karriere einen Landesrekord verbessern.

Konkrete Ziele für die Rennen in Nordamerika hat Bittner durchaus vor Augen, wie sie verrät: „Natürlich will ich versuchen, diese Saison dort anzufangen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe. Ich möchte mich aber nicht gerne auf Platzierungen festnageln lassen. Auf 500m würde ich gerne - wenn alles optimal passt - um die 37,5 Sekunden, auf 1.000m 1:14 Minuten und auf 1.500m 1:55 Minuten laufen.“

Ambitionierte Ziele, wenngleich sie bei den ersten Test-Rennen dieser Saison in Inzell (Deutschland) bewiesen hat, dass es möglich ist. „Die ersten Rennen in Inzell waren schon sehr vielversprechend. Auf 500m und 1.000m war ich die zweitschnellste Europäerin, auf 1.500m sogar zurzeit die Schnellste. Aber das, was zählt, sind die Weltcups, da werden wir sehen, wie gut unsere Vorbereitung war“, so Bittner.

Mittlerweile sind schon viele Augen auf sie gerichtet: „Die Favoriten werden schön langsam auf mich aufmerksam, für wie weit vorne es dann im Endeffekt reicht, werden wir sehen.“

Ereignisreicher Sommer

Trotz Rennpause gab es für Bittner in den Sommer-Monaten nur wenig Zeit zum Luft holen. Kurz nach Saisonende brachte sie ihre Matura unter Dach und Fach, wenig später wurde sie Teil des Sportheeres. Ein großer Vorteil für ihren Trainingsalltag: „Auf jeden Fall, seitdem ich im Heeressport bin, habe ich viel mehr Zeit für Training und Regeneration.“

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