Fürst Albert II. von Monaco in privater Mission

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Wenn sich ein Fürst ankündigt, gibt es immer große Aufregung. So geschehen auch bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen (EYOF) am Mittwoch in Schruns.

Für acht Uhr in der Früh war Fürst Albert II. von Monaco angekündigt, das 'Haus des Gastes' war voll - Volunteers, Journalisten, Fotografen, Offizielle, Politiker, sie alle hatten sich versammelt. Doch wie es sich für einen viel beschäftigten Fürsten gehört, verspätete sich dieser ein wenig.

Als Albert Alexandre Louis Pierre Rainier Grimaldi dann zur Tür hereinkam, nahm sich der 56-Jährige Zeit, die Organisatoren eines Spendenprojektes ("Die Aktion Peace & Sport liegt mir am Herzen. Wir unterstützen derzeit Projekte in Ruanda, Burundi und Kongo") zu begrüßen, die zahlreichen Journalisten jedoch waren größtenteils umsonst erschienen.

„Drei Minuten“, bescheinigte der ehemalige Bobfahrer und fünffache Olympia-Teilnehmer gnädig und bekannte: „In Schruns war ich noch nie, aber ich bin froh, hier zu sein. Es ist ein sehr interessantes Konzept. Und ich glaube, es ist ein großartige Chance für die Region.“

In privater Mission

Erstmals in der Geschichte finden die Jugendspiele in zwei Ländern statt. Auf die Frage, ob dieses Konzept auch eine Chance für Monaco bieten könne, entgegnete der Fürst: „Die Idee ist nicht neu, aber es ist das erste Mal, dass es wirklich passiert. Das Konzept gibt es ja auch in anderen Sportarten, zum Beispiel im Fußball, wo zwei Länder die WM austragen… Vor ein paar Jahren hat es Nizza versucht, sie haben auch uns (Monaco) gefragt, doch das hat nicht geklappt.“

Der Grund für sein Erscheinen: Seine Nichte Alexandra De Hanovre tritt als Eiskunstläuferin an.

"Diesmal bin ich eigentlich in privater Mission hier", bestätigte er und bedauerte "kein weiteres Event ansehen zu können. Ich muss heute Nachmittag wieder nach Monaco. Aber ich bin sehr froh und stolz, dass ich meiner Nichte hier zusehen kann." 

Olympischer Geist weht durch Vorarlberg

Schnitt - knapp zwei Stunden später in der Dornbirner Eishalle: Um genau 10.06 Uhr ging Alexandra de Hanovre aufs Eis.

Zwar wird sie am Ende Vorletzte, doch es wird sie trösten, dass neben Onkel Fürst Albert sowie IOC-Mitglied Leo Wallner, Karl Stoss und weiterer Prominenz aus der heimischen (Sport-)Politik auch eine ganze Menge privater Zuschauer (der Eintritt zu allen Sportveranstaltungen des EYOF ist frei) gekommen waren, um ihr gebannt dabei zuzusehen. 

Zudem ist - ganz im Sinne des Olympischen Geistes - dabeisein bekanntlich alles. Dies sah wohl auch die Spanierin Garcia Maria Martinez so, die mit einer Kür zu den im Eiskunstlauf eher unüblichen Tönen von "Nothing Else Matters" von Metallica überraschte.

 

Aus Vorarlberg und Liechtenstein berichtet Henriette Werner

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