Anonymous Austria veröffentlicht Sportler-Adressen

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Wieder einmal Aufregung um die Hacker-Gruppe Anonymous Austria.

In der Nacht auf Montag veröffentlichten die Netzwerk-Aktivisten die Daten von rund 25.000 Polizistinnen und Polizisten.

Die Namen, Geburtsdaten und Adressen von Mitarbeitern der Exekutive wurden der Gruppe nach eigenen Angaben zugespielt.

„Ob die Polizei wohl weiß, von wem diese Daten sind“, fragte Anonymous Austria in ihrem Twitter-Account um 2:00 Uhr Früh.

24.938 Daten in vier Tranchen

Im Stunden-Rhythmus veröffentlichte die Hacker-Gruppe insgesamt vier Datensätze, so dass am Ende insgesamt 24.938 Exekutiv-Beamte im Netz zu finden waren.

Darunter auch einige aktive und nicht mehr aktive (Leistungs-)Sportler der Polizei.

Wintersportler auf der Liste

So finden sich in der Datensammlung unter anderem die Adressen von Slalom-Ass Reinfried Herbst, Skispringer Andreas Kofler, Radfahrer Peter Pichler, Ringer Martin Schlagenhaufen und Ex-Abfahrer Fritz Strobl.

Letzterer wurde nach dem Karriereende von der damaligen Innenministerin Liese Prokop zum Präsident der Kinderpolizei ernannt.

Die noch aktiven Wintersportler Herbst und Kofler tragen das Emblem der Polizei auf Renn- beziehungsweise Sprunganzügen und bei wichtigen Anlässen auch die verschiedenen (Gala-)Uniformen.

Aus dem Umfeld der Polizei

Aus dem Innenministerium heißt es, dass die Daten nicht von einer offiziellen Stelle des BMI kommen.

„Das können wir ausschließen!“ Derzeit geht man davon aus, dass das „Leak“, also das Daten-Leck, im Umfeld der Polizei zu suchen ist.

Hier wird in alle möglichen Richtungen ermittelt, vom Integrationsfond bis zum Polizei-Sportverein.

Ermittler haben einen Verdacht

Im Innenministerium geht man davon aus, dass „die Daten aus einem polizeilichen Socialising-Verein stammen.“

Im Visier der Ermittler steht dabei die International Police Association mit Sitz in der Wiener Innenstadt.

Bei der IPA handelt es sich um die größte Exekutiv-Vereinigung des Landes, also einen unabhängigen Zusammenschluss von Polizei, Gendarmarie, Zoll- und Justizwache sowie Polizei-Verwaltung.

"Daten wurden uns zugänglich gemacht"

Die Gruppe, die sich mit diversen Aktionen in der jüngeren Vergangenheit einen Namen gemacht hat, verweist auf Twitter darauf, nie von einem Hack gesprochen zu haben. „Uns wurden die Daten zugänglich gemacht!“

In den bisherigen Fällen, Anonymous Austria hat unter anderem die Websites österreichischer Parteien und des Gebühren Informations Services gehackt und Daten veröffentlicht, blieben die Ermittlungen der Behörden übrigens erfolglos.

Beim aktuellen Angriff spricht sich AnonAustria gegen die Vorratsdatenspeicherung aus, die in Österreich am 1. April 2012 eingeführt werden soll.

Stephan Schwabl

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