Kraft setzt seine Podest-Serie im Weltcup fort

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Mit dem sechsten Podestplatz im siebenten Bewerb seit seinem Premierensieg in Oberstdorf hat Stefan Kraft am Sonntag seine tolle Serie im Skisprung-Weltcup fortgesetzt.

Der 21-jährige Salzburger musste sich in Zakopane nur Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch, der seinen ersten Saisonsieg feierte, beugen. Der Pole gewann 2,3 Punkte vor Weltcupleader Kraft.

Rang drei ging an den Deutschen Severin Freund, Michael Hayböck wurde Fünfter.

Erster Sieg nach dem Comeback

Der 27-jährige Stoch feierte seinen 14. Weltcupsieg und kehrte ausgerechnet auf seiner Heim-Schanze und vor prächtiger Zuschauerkulisse auf die Siegerstraße zurück.

Der Doppel-Olympiasieger von Sotschi und Weltcup-Titelverteidiger hatte die vergangene Saison dominiert, sich dann aber im Training zum Saison-Auftakt in Klingenthal eine Sprunggelenksverletzung im linken Fuß zugezogen.

Achter Kraft-Podestplatz insgesamt

Stoch konnte deshalb erst in Oberstdorf zur Vierschanzen-Tournee in die WM-Saison einsteigen. Da wurde Stoch als Vierter gleich Zeuge des Aufstiegs des neuen "Superadlers" im ÖSV-Team, Stefan Kraft.

Mit seinem insgesamt achten Podestplatz in dieser Saison zeigte Kraft mit Weiten von 133 und 133,5 m, dass er keinesfalls noch müde ist. Der zur Halbzeit führende Stoch verteidigte seinen knappen Vorsprung mit 134 und 133 m und durfte sich über seinen dritten Heimsieg in Zakopane freuen.

Diethart wurde disqualifiziert

Für die weiteren Österreicher lief es nicht nach Wunsch: Gregor Schlierenzauer landete bei 125,5 und 119,5 m und damit nur an 15. Stelle, Manuel Fettner verlor nach einem verpatzten zweiten Sprung noch weitere sieben Ränge und wurde 29. Noch schlimmer erwischte es Andreas Kofler, der nach einem 107,5-m-Hüpfer nur 50. und Letzter wurde, und auch Thomas Diethart hatte Pech.

Er konnte in der Qualifikation die Freigabe von Cheftrainer Heinz Kuttin wegen Nebels nicht sehen und die verzweifelten Rufe wegen der Lärmkulisse der Zuschauer nicht hören. Die zehnsekündige Grünphase der Ampel verstrich und Diethart wurde disqualifiziert. Kuttin hatte dann im Bewerb eigens ein Pfeiferl auf dem Trainerturm.

Kraft baut Führung aus

Kraft baute im Gesamt-Weltcup seine Führung auf den Zimmerkollegen und Freund Hayböck auf 88 Punkte aus. Peter Prevc (SLO) und Severin Freund (GER) folgen mit weiteren 35 bzw. 46 Zählern Rückstand.

Der Weltcup übersiedelt nun in der kommenden Woche nach Japan. Sowohl Schlierenzauer als auch Kofler werden den Trip nach Sapporo aber nicht mitmachen.

Neben Kraft und Hayböck werden Fettner, Diethart sowie die zuletzt im Kontinentalcup an Ort und Stelle engagierten Manuel Poppinger und Ulrich Wohlgenannt das ÖSV-Team bilden. Das Programm bis zu den Nordischen Weltmeisterschaften in Falun ist danach mit den Stationen in Willingen, Titisee-Neustadt und dem Skifliegen in Vikersund ohnehin noch sehr dicht.

"Schönster zweiter Platz meiner Karriere"

"Das war der schönste zweite Platz meiner Karriere", schwärmte Stefan Kraft bei der Pressekonferenz von der außergewöhnlichen Stimmung in Zakopane.

"Ich muss sagen, es war am Bergisel auch sehr geil Zweiter zu werden. Aber hier ist einfach so eine Megastimmung und wenn Kamil daheim gewinnt, haben sie sich noch mehr angestrengt", erklärte der Weltcup-Führende.

Und Kraft schwebt auf der Erfolgswelle, die ihn vorerst nicht müde werden lässt. Darum ist er auch in Sapporo gerne dabei. "Mir macht's grad so Spaß und ich kann es genießen. Und vielleicht kann ich auch das Gelbe Trikot ein bisserl länger anbehalten. Ich freue mich schon auf Japan."

Kuttin zufrieden, Schlierenzauer nicht

Zufrieden war auch Cheftrainer Heinz Kuttin. "Das ist der Lohn der guten Arbeit, die die Jungs machen. Wir haben einen Super-Konditionstrainer, den Diess Alex, der steuert das sehr gut. Sie nutzen die Ruhezeit und streichen das Skispringen aus dem Kopf." Kuttin wird die Reise nach Japan übrigens auch nicht antreten und mit Schlierenzauer und Kofler zu Hause trainieren.

Schlierenzauer bilanzierte freilich weniger erfreut. "Damit kann ich nicht zufrieden sein, Polen war für mich sportlich gesehen ein Dämpfer, ich kann mein Potenzial nicht ausschöpfen und springe heuer nicht so Ski wie ich mir das vorstelle. Da gibt es nicht viel schön zu reden", konstatierte der 25-Jährige in seinem Blog.

Die Änderungen, die nötig sind, um wieder ganz vorne mitreden zu können, beschreibt der Tiroler mit "nicht viel und doch Wesentliches". "Der Grat, auf dem ich wandle, ist ungemein schmal. Ich darf weder die Geduld, noch die Lockerheit verlieren."

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