ÖSV-Adler an einem Sonntag von Freitag geschlagen

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Richard Freitag hat es fast 29 Jahre später seinem Vater Holger Freitag nachgemacht und hat in Harrachov seinen ersten Weltcupsieg gefeiert.

Der 20-jährige Deutsche segelte am Sonntag auf der Großschanze auf 129 und 137,5 m und drängte damit den führenden Weltcup-Gesamtsieger Thomas Morgenstern noch auf Platz zwei.

Der Kärntner verpasste seinen ersten Saisonsieg um 8,5 Zähler, womit die Auftaktserie der ÖSV-Adler mit dem Hattrick von Andreas Kofler und dem Freitag-Sieg von Gregor Schlierenzauer endete.

Deutscher Jubel-Tag

Rang drei ging mit Severin Freund ebenso wie Platz neun durch Michael Neumayer ebenfalls an Deutschland, die meisten Platzierungen in den Top Ten schafften dennoch die ÖSV-Adler.

Neben Morgenstern platzierten sich Kofler, David Zauner und Schlierenzauer auf den Rängen fünf, sieben bzw. acht.

"Jede Serie muss einmal unterbrochen werden. Ich habe im Sport noch nie erlebt, dass etwas ewig weiter geht", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner.

"Es ist schön, dass wir immer wieder solche Serien haben, und wir werden auch die nächste wieder irgendwann einleiten." Grundsätzlich war Pointner sehr zufrieden, denn mit Manuel Fettner als 12. und Martin Koch (15.) kamen alle seine sechs Athleten in die Top 15.

Lehrreiches Wochenende

Besonders gefreut hat den Erfolgscoach der Österreicher, dass sich sowohl Morgenstern als auch Kofler nach anfänglichen Problemen mit viel Arbeit während des Wochenendes auf dem Teufelsberg gesteigert haben.

"Thomas hat sich vorgestern als Neunter als Verlierer gefühlt, und ist heute um den Sieg mitgesprungen. Er ist auf einem sehr guten Weg Richtung Tournee."

Und für Triplesieger Kofler hatte er lobende Worte. "In Wirklichkeit hat Andi an diesem Wochenende mehr gelernt, als wenn er wieder alles gewonnen hätte, weil er gemerkt hat, dass er die Zügel selbst in der Hand hat, auch wenn es mal schlechter geht."

Es dem Vater nachgemacht

Ein bisschen Skisprung-Sportgeschichte geschrieben hat an diesem Tag allerdings Richard Freitag. Am 8. Jänner 1983 hatte Holger Freitag, damals noch für die DDR, seinen einzigen Weltcupsieg in Harrachov geholt, beinahe drei Dekaden später ist ihm sein talentierter Sohn nachgefolgt.

Für Richard Freitag wird es aber wohl mit Sicherheit nicht der letzte Siegerscheck im Weltcup gewesen sein.

Die Deutschen, die ja mit Werner Schuster einen Vorarlberger als Cheftrainer haben, präsentierten sich auf der vorletzten Station vor der Vierschanzen-Tournee jedenfalls in guter Form.

Wichtiger Markt

"Er ist mir schon im Sommer aufgefallen. Er war heute der Beste, herzliche Gratulation an ihn", sagte Pointner, der auch der wieder erstarkten deutschen Mannschaft durchaus Positives abgewinnen kann.

"Das ist nicht nur für die Tournee wichtig, sondern überhaupt für den ganzen Skisprungzirkus. Spitzensport und Wirtschaft hängen zusammen, da ist Deutschland ganz wichtig", betonte der gebürtige Oberösterreicher.

Das habe man schon in den Glanz-Zeiten von Sven Hannawald und Martin Schmitt erlebt. So weit sei es freilich noch nicht. "Damit kann man es noch nicht vergleichen, aber zwei Leute am Stockerl, das tut dem Skisprungsport und natürlich auch der Tournee auf jeden Fall gut."

In Schweigen gehüllt

Die Generalprobe für die Vierschanzen-Tournee geht nun kommendes Wochenende traditionell in Engelberg in Szene.

Die ÖSV-Mannschaft für den Trip in die Schweiz wird am Montag festgelegt, Pointner wollte auch noch keine, ohnehin obligaten Fixstarter für die Tournee preisgeben.

"Es kann sich jeder selbst ausrechnen, wenn man die bisherige Saison gesehen hat."

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