Kofler holt in Engelberg 4. Saisonsieg

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Andreas Kofler ist am Sonntag rechtzeitig vor Beginn der 60. Vierschanzen-Tournee nach seinen drei Weltcup-Auftaktsiegen wieder auf die Siegerstraße zurückgekehrt.

Der 26-jährige Tiroler holte bei der besonders spannenden Generalprobe in Engelberg mit Weiten von 135 und 138 Metern seinen vierten Saisonerfolg.

Am Ende wies der Tourneesieger 2009/10 nur 3,9 Zähler Vorsprung auf den Polen Kamil Stoch bzw. 4,2 auf Samstag-Sieger Anders Bardal aus Norwegen auf.

Starker Schlierenzauer

Ausgezeichnet schlug sich auch Gregor Schlierenzauer, der den schweren Sturz vom Vortag gut weggesteckt hat, und nur fünf Zähler hinter Kofler Vierter wurde.

Thomas Morgenstern (5.) und Martin Koch (8.) sorgten für weitere Top-Ten-Plätze. Wie eng diese Konkurrenz war, zeigt auch die Tatsache, dass die ersten acht lediglich 11,7 Punkte trennten.

Stoch hatte als Neunter nach dem ersten Durchgang mit einem 137-m-Flug das Feld aufgewühlt und lag vor dem schon nach dem ersten Sprung führenden Kofler noch in Front. Doch Kofler ließ sich nicht vom Sieg abbringen und segelte auf 138 m.

"Es war unheimlich spannend"

"Es war unheimlich spannend. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie mit der Situation umgegangen ist. Es ist relativ weit gegangen und das hat jeder gewusst. Es hat verschiedene Drehbücher gegeben: eines davon war wie kommt der Gregor zurück?", spielte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner noch einmal auf den am Vortag gestürzten Schlierenzauer an.

Doch der 36-fache Weltcupsieger, der in der Nacht nicht sehr viel geschlafen hat und keineswegs schmerzfrei war, verbiss nicht nur die Schmerzen, sondern auch eventuelle unterbewusste Ängste bei der Landung.

Riesenrespekt

"Er hat sich heute einen Riesenrespekt in der Skisprung-Szene verschafft. Schon in der Qualifikation hat er einen blitzsauberen Telemark gemacht", freute sich Pointner. Schlierenzauer sei es an diesem Tag nicht um den Sieg gegangen, sondern diese Situation zu meistern.

Und auch Sieger Kofler hat sozusagen den "turnaround" geschafft. "Nach seinen Seriensiegen und den 'Hummelflügen' von Harrachov, wie er es selbst genannt hat, ist er wieder auf der Siegerstraße zurück. Da kriegt der Sieg eine andere Dimension", glaubt Pointner.

Starke Mannschafts-Leistung

Mit den Rängen 1, 4, 5 und 8 hat sich Österreichs Team einmal mehr als überragende Mannschaft gezeigt. "Es ist schön, dass wir so in die Weihnachtsferien starten können", sagte Pointner, der sich in Sachen Tournee-Aufstellung noch nicht festlegen wollte.

An Kofler, Schlierenzauer und Morgenstern führt aber kein Weg vorbei, auch Koch zeigte Aufwärtstendenz. "Die Leute, die sich heuer sehr gut in Szene gesetzt haben, haben sowieso die Sicherheit. Für jene, wo es eine Option dafür oder dagegen gibt, da möchte ich gewissenhaft handeln."

Die Vierschanzen-Tournee beginnt am 29. Dezember mit der Qualifikation in Oberstdorf. Mit fünf von sieben möglichen Tagessiegen im Einzel sind die ÖSV-Adler wieder die Favoriten und streben nach Wolfgang Loitzl, Kofler und Morgenstern den vierten Sieg en suite an.

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