"Tore die man vorne nicht schießt, ..."

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Anders Bardal hat am Donnerstagabend in Trondheim einen weiteren Schritt in Richtung Gesamt-Weltcupsieg gemacht.

Der Norweger landete hinter dem nun schon vierfachen Saisonsieger Daiki Ito (JPN), Halbzeitleader Richard Freitag (GER) und dem vierfachen Olympiasieger Simon Ammann (SUI) auf dem vierten Rang.

Sein erster Verfolger im Kampf um die große Kristallkugel, Gregor Schlierenzauer, wurde nur Zwölfter, Andreas Kofler Achter, womit Bardal nun drei Einzelbewerbe vor Schluss schon mit 112 bzw. 171 Punkten vor den beiden ÖSV-Adlern führt.

"Alle Trümpfe bei Anders"

"Im Fußball sagt man: Tore die man vorne nicht schießt, bekommt man hinten - so ähnlich fühle ich mich heute. Ich hatte im ersten Durchgang die Gelegenheit vorzulegen, leider ist mir das aber nicht gelungen", sagte ein enttäuschter Gregor Schlierenzauer nach Rang zwölf.

"Jetzt liegen natürlich alle Trümpfe bei Anders. Ich möchte auf jeden Fall in Oslo und in Planica gute Sprünge abliefern und die restlichen Wettkämpfe genießen können."

Ito siegt nach Lahti auch in Trondheim

Den Siegerscheck holte der Japaner Ito, der im zweiten Durchgang den im ersten Heat von Richard Freitag auf 140,5 m verbesserten Schanzenrekord auf 141 m schraubte. Damit fing Ito den Deutschen noch um 7,2 Zähler ab.

Ito hatte auf seiner Heimschanze in Sapporo seine ersten beiden Weltcupsiege gefeiert. Er rückte nun in der Weltcupgesamtwertung sogar dem aktuellen Dritten, Andreas Kofler, bis auf 82 Punkte nahe.

Kofler war mit seiner Leistung durchaus zufrieden: "Leider habe ich, wie auch alle anderen im Team, kleine Fehler gemacht und somit konnte keiner um die vorderen Plätze mitreden."

Der Gesamt-Dritte blickte aber schon in Richtung Holmenkollen. "Jetzt geht es aber weiter nach Oslo. Ein Ort, den wir alle mit frischen, großen Erinnerungen verbinden. Dorthin zurückzukehren, freut mich sehr."

Morgenstern bester ÖSV-Adler

Bester ÖSV-Adler war Thomas Morgenstern nach Sprüngen auf 133,5 und 132 m als Siebenter, unmittelbar vor Kofler.

Schlierenzauer landete direkt hinter Martin Koch und unmittelbar vor David Zauner auf dem zwölften Rang. Manuel Fettner wurde 43., Michael Hayböck hatte sich nicht qualifiziert.

Schlierenzauer 112 Zähler zurück

Für Österreichs erfolgsverwöhnte "Adler" wird es nun schon recht schwierig, den Weltcup-Gesamtsieg von Morgenstern im Vorjahr im eigenen Team zu halten.

Weniger die 112 Punkte Rückstand, die in drei Springen schon aufzuholen wären, als die aktuelle Formkurve von Bardal machen die Aufgabe sehr schwierig. Bardal genießt am Sonntag (richtig) auf dem Holmenkollen Heimvorteil, dafür kehren die Österreicher nach der sensationellen WM im Vorjahr an die Stätte ihres Triumphs zurück.

Die Entscheidung wird aber wohl erst beim Weltcup-Finale kommende Woche auf der Skiflug-Schanze in Planica fallen.

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