Loitzl gewinnt Quali, Schlierenzauer patzt

Aufmacherbild
 

Das Ergebnis der Qualifikation für das Finale der Vierschanzen-Tournee war kein Maßstab für Gregor Schlierenzauer.

Der Spitzenreiter hatte am Samstag in Bischofshofen wie mehrere Springer vor ihm Probleme mit der unmittelbar vor dem Absprung ausbrechenden Spur und kam über den 37. Platz (122 m) nicht hinaus. Verunsichern ließ sich der 22-Jährige dadurch aber nicht.

Sein Herausforderer Anders Jacobsen (NOR) "flatterte" mit 130,5 m auf den sechsten Platz. Wolfgang Loitzl (132,0) tankte als Gewinner der Qualifikation viel Selbstvertrauen, zehn Österreicher sind im Bewerb am Sonntag (16.30) dabei.

Probleme mit der Spur

Schlierenzauer wurden nach dem Absprung die Ski nach unten gedrückt, der Titelverteidiger musste mit dem linken Arm gegensteuern und verlor dadurch viel an Weite.

"Es fühlte sich an, wie wenn man einen Kick mitbekommt beim Sprung", sagte der Innsbruck-Sieger, sah für den Bewerb aber kein Problem. "Die (Veranstalter, Anm.) kriegen das sicher hin."

Nach seinem grandiosen Erfolg in seiner Heimat war Schlierenzauer vor dem Finale locker. "Ich bin sehr entspannt und freue mich auf Sonntag."

Jacobsens Realismus

Jacobsen zog es den linken Ski weg, er hatte aber zuvor im Training mit 142 m seine Klasse gezeigt. Die Enttäuschung von Innsbruck (Platz sieben) habe er abgeschüttelt, sagte der 27-Jährige.

"Ich habe Kleinigkeiten nachjustiert, beim Skispringen kann alles passieren", sagte er zum Duell mit dem um 10,7 Punkte führenden ÖSV-"Adler".

"Gregor ist der vielleicht beste Skispringer. Ich muss zwei perfekte Sprünge machen und Gregor muss ein kleiner Fehler unterlaufen", formulierte der Gewinner von 2007 seine Chance auf den Gesamtsieg.

Kraft mit Talentprobe

Loitzl, der 2009 auf dem Weg zu seinem Gesamtsieg auch das Tournee-Finale gewonnen hatte, erhielt für perfekt gelandete 132 m mit 136,1 die Bestnote vor dem Polen Kamil Stoch (135,5 für 136 m). "Leider war das nur die Quali, aber es tut sehr gut", betonte der Steirer.

"Das gibt viel Energie nach den Tiefschlägen der vergangenen Tage und daran will ich im Bewerb anschließen." Zweitbester Österreicher war überraschend der Lokalmatador Stefan Kraft (133,0) als Fünfter. Der Spitzenreiter des Kontinentalcups, der aus dem benachbarten Schwarzach stammt, flog vielen Arrivierten davon.

"Dass ich das rübergebracht habe, ist cool", sagte der 19-Jährige, der sich aus dem nationalen Kontingent in Innsbruck für das Finale qualifiziert hatte (23.). Andreas Kofler klassierte sich an der 9. Stelle und Martin Koch unterstrich als 13. seinen Aufwärtstrend.

Vorjahressieger Thomas Morgenstern landete aauf dem 18. Platz.

Fettner mit Pech

Pech hatte Manuel Fettner.

Dem Elften der Gesamtwertung und damit zweitbesten Österreicher schlug es unmittelbar nach der Landung (123 m) die Bindung des rechten Skis auf, bei dem unvermeidlichen Sturz zog er sich eine Ellbogenverletzung zu.

Im Spital in Schwarzach wurde eine Rissquetschwunde am linken Ellbogen versorgt, zudem erlitt der Tiroler Prellungen am Oberkörper. Ob er am Mittwoch in Wisla schon wieder im Weltcupteam stehen würde, war vorerst nicht abzusehen. Der Russe Denis Kornilow kam bei einem ähnlichen Sturz glimpflich davon.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen