LAOLA1: Wie kommst du dann zur Ruhe? Du benötigst schließlich auch Erholungsphasen, um die Akkus aufzuladen.

Kraft: Zur Ruhe komme ich daheim, wenn ich mit meiner Familie und meiner Freundin Zeit verbringe, aber auch beim Langlaufen und Skifahren, oder wenn ich Skitouren gehe. Da kann ich abschalten und das funktioniert sehr, sehr gut.

LAOLA1: Du sagst seit jeher, dass du den besten Beruf der Welt hast und diesen um nichts auf der Welt tauschen würdest. Was macht Skispringen für dich so einzigartig?

Kraft: Ich kann um die Welt reisen, darf so vieles sehen und mein Hobby als Beruf ausüben. Für mich ist es auch interessant, wenn es mal nicht so läuft. Anfang der Saison habe ich es zum Beispiel nicht verstanden, warum es nicht lief. Ich war in Topform bis dahin. Dann wieder daran zu arbeiten, um das System wieder so hinzukriegen, dass es wieder funktioniert, ist ein spannender Prozess. Es sind oft nur Kleinigkeiten, die es ausmachen und das macht den Sport unglaublich spannend. Derzeit kommt es mir wieder so vor, als gäbe es nichts Einfacheres als Skispringen (lacht). Man sieht ja an Kasai, dass da auch ein 41-Jähriger gewinnen kann, ehe wieder ein 18-Jähriger siegt. Das ist einfach cool.

LAOLA1: Die Saison neigt sich dem Ende zu. Viele Athleten spüren die Strapazen der langen Saison. Wie ist es um deinen Fitnesszustand bestellt?

Kraft: Anfang der Saison war es oft ein Thema, ob man die ganze Saison durchhalten kann, für mich war es ja doch die erste volle Saison. Ich komme aber immer besser in Form, deshalb ist das kein Problem. Die Skandinavien-Tour ging mir leicht von der Hand, was sicher meiner guten Form geschuldet ist. Ich bin zwar gerne wieder heimgefahren vor der WM, aber ich stehe noch voll im Saft.

LAOLA1: Wie vertreibst du dir die Zeit bei den Titelkämpfen, wenn du nicht gerade an der Schanze bist?

Kraft: Wir werden sicher ein paar FIFA-Einheiten auf der Playstation einstreuen. Da spielt inzwischen jeder mit. Ich spiele meistens mit den Bayern, die anderen mit Dortmund oder Barcelona. Michi, Didl und ich matchen uns immer um die ersten Plätze. Wir müssen dann auch mal mit schlechteren Mannschaften spielen, damit es fair bleibt. Trotzdem setzen wir uns dann durch (lacht), ich bin ja mit dem Controller gut befreundet (lacht).

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.


Das Interview führte Christoph Nister

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