Favorit Kofler vor Tournee "sehr entspannt"

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Diesmal ist nicht Thomas Morgenstern oder Gregor Schlierenzauer, sondern Andreas Kofler der Favorit auf den Sieg bei der Vierschanzen-Tournee.

Rund eine Woche vor dem Auftakt der 60. Auflage am 30. Dezember in Oberstdorf zeigt sich der vierfache Saisonsieger im Gespräch mit der APA davon unbeeindruckt, er verspüre keinen Druck und blicke trotz der hohen Erwartungshaltung entspannt in Richtung des ersten Saisonhöhepunktes.

Die Rolle als neue Nummer 1 in der ÖSV-Mannschaft erfülle ihn mit Stolz, so Kofler. Der 27-jährige Tiroler ist zuversichtlich, seine Spitzenposition gegenüber den Teamkollegen und der internationalen Konkurrenz auch bei der Tournee behaupten zu können.


Frage: Sie fahren erstmals als Weltcupführender und mit einem Sieg bei der Generalprobe zur Vierschanzen-Tournee. Was sind Ihre Erwartungen und wie gehen Sie mit dem Erfolgsdruck um?

Andreas Kofler: "Ich bin sehr entspannt, ich genieße das Ganze momentan einfach. Es nicht so, dass es mich belastet. Wenn ich meine Leistungen wieder abrufen kann, brauche ich nicht nervös zu sein. Die Tournee ist sicher etwas Besonderes, aber ich sehe sie momentan nicht anders als ein normales Weltcupspringen und so werde ich es auch in Oberstdorf angehen"

Frage: Wie fühlt es sich an, vor Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern die Nummer 1 im Team zu sein?

Kofler: "Ich kann gut damit leben, für mich ändert sich deshalb nichts. Das Ziel ist es einfach, auch international ganz vorne zu sein. Es ehrt mich natürlich, wenn man die Erfolge der beiden anschaut, was sie alles gewonnen haben. Ich bin nie aufmüpfig, weil ich weiß, was sie geleistet haben. Es ist schwierig, teamintern die Nummer 1 zu werden, deshalb bin ich froh, dass es momentan so ist. Es belastet mich aber nicht."

Frage: Sie haben die Tournee bereits einmal gewonnen, die Ausgangslage ist diesmal aber eine ganz andere als 2009/10. Wie erklären Sie sich ihren aktuellen Höhenflug?

Kofler: "Es ist schwierig zu erklären. Aufgrund von Rückenproblemen habe ich in der Vorbereitung einiges geändert. Ich habe einfach anders trainieren  müssen. Ich bin ausgerastet wie noch nie in die Saison gestartet, das kann ein Vorteil gewesen sein. Aber es spielen viele Faktoren mit."

Frage: Hat sich die lange Pause wegen Rückenproblemen im Vorfeld der Saison im Nachhinein vielleicht sogar als Vorteil herausgestellt?

Kofler: "Im Nachhinein schon. Ich war gezwungen, Sachen zu verändern. Ich musste auf meinen Körper Rücksicht nehmen, diese Umstellung war sicher ein Mitgrund, dass es sich im Endeffekt wieder positiv ausgewirkt hat."

Frage: Behindern Sie die Rückenschmerzen noch?

Kofler: "Ich habe immer wieder leichte Probleme. Ich habe es aber soweit im Griff, dass ich nach ein paar Tagen wieder voll einsatzfähig bin. Es behindert mich nicht im Training und schränkt mich im Wettkampf nicht ein."

Frage: Sie hatten lediglich in Harrachov einen kurzen Durchhänger, wie wichtig war daraufhin die siegreiche Generalprobe in Engelberg?

Kofler: "Ich hatte in Harrachov zu kämpfen, habe mich da aber wieder herausgezogen. Dass ist bei mir nicht immer selbstverständlich gewesen. Sonst bin ich nach einem Rückschlag immer weggebrochen, diesmal habe ich mich herausgezogen. In Harrachov hatte ich leichte Probleme mit dem Material, aber das war bald wieder behoben und in Engelberg hat wieder alles gepasst"

Frage: "Wen haben Sie außerhalb des ÖSV-Teams als Sieganwärter auf der Rechnung?

Kofler: "Da gibt es mehrere Namen. Die Deutschen sind sicher dazuzuzählen und auch andere wie Anders Bardal und Kamil Stoch."

Frage: "Ist dem österreichischen Team der Sieg überhaupt zu nehmen?

Kofler: "Schauen wir mal, die Tournee ist immer etwas Spezielles, es muss vieles zusammenpassen. Während der Tournee sind große Veränderungen möglich. Prognosen sind deshalb sehr schwer, aber ich bin sicher, dass wir bereit sind für neue Taten."

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