„Es kommen bessere Tage“

„Wenn es vom Wind jetzt noch besser wird, tröstet das natürlich hinweg. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe. Es tut weh, dass ich im Wettkampf nichts davon umsetzen konnte. Manchmal läuft es blöd, aber es kommen wieder bessere Tage.“

Wenngleich er in Innsbruck benachteiligt wurde, nimmt er die Rennleitung in Schutz. „Die FIS und sämtliche Verantwortlichen versuchen alles, damit äußere Einflüsse den Wettbewerb nicht gefährden.“

So sei das Windnetz in Innsbruck eine wichtige Hilfe, zugleich aber kein Allheilmittel. „Es kommt natürlich darauf an, woher der Wind kommt und wie stark er ist. Ich hatte in den ersten beiden Bewerben ganz gute Bedingungen, diesmal eben nicht.“

„Ein Thomas gewinnt“

Der große Profiteur war – wie bereits erwähnt – der Schweizer Ammann. Der vierfache Olympiasieger hat den Rückstand auf Sensationsmann Thomas Diethart auf 9,4 Zähler verringert und gilt als „Schlitzohr“.

„Er hat fast eine ideale Ausgangsposition, weil er wieder Punkte auf ‚Didl‘ gutgemacht hat“, bescheinigt ihm Loitzl gute Chancen auf seinen ersten Erfolg bei der Traditionsveranstaltung. Insgesamt hält er den Kampf um die Tournee-Krone „offen“.

„Simi ist sehr routiniert, was solche Bewerbe betrifft. ‚Didl‘ ist der Neuling, der mit seiner Lockerheit besticht. Die Frage wird sein, was passiert, wenn es wirklich um alles geht. Ich glaube aber auch, dass Morgi sich wieder aufdrängt.“

Und wer ist nun der Favorit? „Nach Oberstdorf habe ich gesagt, Morgi ist es. Nach Garmisch war es dann ‚Didl‘. Jetzt ist es schwierig, aber ich gehe davon aus, dass ein Thomas gewinnt.“

 

Christoph Nister

„Wenn es auf Kosten eines Springers geht, dann ist das aber verkehrt.“ Bei sich selbst hätte er sich eine kurze Unterbrechung gewünscht. „Man hat ja gesehen, dass Simi (Ammann, Anm.) nach mir bei sehr gutem Aufwind sehr weit gesprungen ist.“

Gewohnt realistisch

Der Frust schien jedoch schnell verflogen, konnte Loitzl doch im Interview schon wieder lachen. Galgenhumor?

„Ich muss es nehmen, wie es kommt, weil ich es ja nicht beeinflussen kann“, zeigt er sich gewohnt realistisch. „Wenn der Wind so einen großen Einfluss nimmt, vor allem in der ersten Flugphase, dann passiert es, dass das ganze System nicht mehr funktioniert.“

In seinem Fall war es nicht mehr steuerbar. „Ich kann aber darüber schmunzeln, weil das zum Skispringen dazugehört.“

Der 33-Jährige will keiner vergebenen Chance nachtrauern, sondern freut sich darüber, dass ihm im Training und in der Qualifikation gute Sprünge gelungen sind. Zudem tröstet er sich damit, dass nun mit Bischofshofen (hier hat er bereits gewonnen) und dem Kulm (Loitzl kommt aus Bad Mitterndorf) zwei Stationen folgen, die ihm besonders am Herzen liegen.

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