Wenn die Nerven verrückt spielen

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Jacobsen zeigt Nerven - "Es ist reine Kopfsache"

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Das Pendel hat wieder ausgeschlagen, diesmal allerdings in die andere Richtung.

Zweimal meinte es der Skisprung-Gott gut mit Anders Jacobsen, beim dritten Mal wollte es für den Norweger alles andere als nach Wunsch verlaufen.

„Er war zu aggressiv“

Den Siegen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen folgte ein enttäuschender siebenter Platz beim dritten Bewerb der Vierschanzentournee in Innsbruck.

„Er hat speziell im zweiten Durchgang einen leichten Fehler gemacht. Da war er etwas zu aggressiv“, analysierte Trainer Alexander Stöckl gegenüber LAOLA1.

Wackelige Landung

Der erste sei durchaus in Ordnung gewesen, allerdings „hatte er da etwas schwierigere Verhältnisse als Gregor“. Das Problem: Die Landung war wackelig, das kostete wertvolle Zähler.

Sohn Isak soll Jacobsen Kraft geben

Freudige Überraschung

Bei der Qualifikation für das vierte Springen will das norwegische Team am Samstag noch einmal am Setup feilen und an technischen Feinheiten arbeiten, um am Sonntag das Blatt erneut zu wenden.

Zusätzliche Motivation soll Jacobsen durch die Anwesenheit seiner Familie schöpfen. Zunächst war nur der Besuch seiner Frau geplant, doch der Tournee-Sieger von 2006/07 wurde überrascht – auch seine Mutter und sein Sohn sind mitgekommen.

„Voller Angriff“

„Ich würde schon sagen, dass ihm das Auftrieb geben kann. Anders ist ein sehr sozialer Mensch, ein echter Familientyp. Er genießt es, dass die ganze Familie nun da ist und natürlich hoffe ich, dass ihm das einen Energieschub bringt.“

Ansonsten kann es laut Stöckl nur noch eine Devise geben, damit sich das Pendel doch wieder in die Richtung seines Schützlings bewegt: „Jetzt gibt es nur noch vollen Angriff!“

 

Von der Tournee berichtet Christoph Nister

„Es war eine Kombination aus Kleinigkeiten, die dazu geführt hat, dass er insgesamt mehr als 20 Punkte verloren hat.“ Dadurch gab Jacobsen die Gesamtführung aus der Hand und liegt vor dem großen Finale in Bischofshofen 10,7 Zähler hinter Schlierenzauer.

Alles reine Kopfsache

Keine leichte Aufgabe, diesen Rückstand wieder umzudrehen. Zumal der Tiroler nun das Momentum auf seiner Seite weiß. „Es ist reine Kopfsache“, urteilt Stöckl. „Anders war hier in Innsbruck doch etwas nervös.“

Die vergangene Woche, die dem 27-Jährigen zwei Triumphe einbrachte und ihn vorübergehend in die Rolle des Topfavoriten beförderte, hinterließ ihre Spuren.

Wie vor Tournee-Beginn

„Am Ruhetag hatte er Zeit, darüber nachzudenken, was eigentlich passiert ist in der letzten Zeit. Jetzt ist er wieder in der Angreifer-Position, damit fühlt er sich ohnehin wohler.“

Die Ausgangslage erinnert an jene, die vor Tournee-Beginn herrschte. Schlierenzauer in der Rolle des Gejagten, Jacobsen als gefährlicher Außenseiter. „Anders hat gezeigt, dass ihm diese Rolle gut liegt.“

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