„Möchte es mir selbst beweisen“

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„Möchte wieder ein Siegspringer sein“

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"Wir freuen uns schon, wenn der Winter wieder kommt."

Gregor Schlierenzauer und Stefan Kraft sind auch bei hochsommerlichen Temperaturen voll fokussiert. Im Rahmen der Sommervorbereitung absolvierten die Adler zusammen mit ihren Teamkollegen in Wien ein Training im Windkanal.

Dort, wo normalerweise Busse oder Züge auf ihre Tauglichkeit getestet werden, sammelte das ÖSV-Team Erkenntnisse hinsichtlich Absprung und Flugverhalten für die neue Saison. Diese beginnt bereits am Freitag mit dem ersten Springen des Sommer Grand Prix im polnischen Wisla.

"Bei mir hapert es noch bei der Symmetrie beim Absprung. Das kann man hier sehr gut üben, so weit kann man auf der Schanze gar nicht fliegen", erklärt Kraft die Übungen bei Windstärken bis zu 120 km/h.

"Kräftemäßig besser als im Vorjahr"

Mit dem Verlauf der Sommervorbereitung sind sowohl der Salzburger als auch Schlierenzauer bis dato zufrieden, wie sie gegenüber LAOLA1 bestätigen.

"Kräftmäßig bin ich sehr fit, noch ein bisschen besser als im letzten Jahr, ich habe auch in puncto Material einiges ausprobiert. Bis jetzt ist alles nach Plan verlaufen, ich bin auf einem sehr guten Weg und gut vorbereitet. Ich freue mich auf den Sommer-GP und bin gespannt zu sehen, so ich derzeit stehe", sagt Kraft, der am Wochenende in Wisla an den Start gehen wird und danach noch einen zweiwöchigen Urlaub einschiebt.

"Wir hatten den ersten Kurs ja schon Mitte April, wo wir mit dem Training angefangen haben. Jetzt bin ich schon urlaubsreif und froh, wenn ich zwei Wochen keine Schanzen sehe", gibt der 22-Jährige mit einem Augenzwinkern zu. Nachsatz: "Damit ich dann, wenn es richtig ernst wird, wieder voll im Saft und voller Energie bin."

Bindungs-Umstellung trägt Früchte

Voller Energie ist auch Gregor Schlierenzauer. Der Tiroler hat die vergangene Saison genau analysiert und arbeitet nun daran, die gefundenen Schwächen auszumerzen. "Ich weiß, wo ich noch Potential habe, um Springen zu gewinnen. Daran arbeite ich jetzt. Das muss man über den Sommer einschleifen, damit man es im Winter abrufen kann. Bisher war die Sommervorbereitung sehr zufriedenstellend."

Nach der Umstellung auf eine neue Bindung vor dem letzten Winter ist der 25-Jährige weiterhin darauf erpicht, sein System möglichst zu perfektionieren. "Jeder Sprung ist wertvoll. Die Umstellung trägt immer mehr Früchte, ich bin auf einem guten Weg", erklärt Schlierenzauer, der das Training einem Antreten in Wisla vorzieht. "Ich habe noch einiges zu tun im Sommer, will dafür sorgen, dass ich im Winter topfit bin. Daher hat der Sommer-GP keine hohe Priorität für mich."

Der WM-Silbermedaillen-Gewinner von Falun hat klare Ziele für den bevorstehenden Winter vor Augen. "Es gibt noch einiges zu holen. Konstant um den Sieg mitzuspringen, ist, wie jedes Jahr, mein großes Ziel und auch eine große Aufgabe."

Skiflug-WM am Kulm als Highlight

Ähnliches hat sich auch Stefan Kraft für die neue Saison vorgenommen. Neue Ziele zu finden, ist dem 22-Jährigen trotz des guten letzten Winters mit dem Sieg bei der Vierschanzentournee nicht schwer gefallen. "Ich möchte wieder so ein Siegspringer sein wie letztes Jahr, das ist ohnehin schwierig genug. Ich möchte es vor allem mir selbst beweisen und bin optimistisch, dass ich das hinkriegen werde", so der dreifache Saisonsieger 2014/15.

Eines der Highlights ist in diesem Jahr die Skiflug-WM am Kulm im Jänner. Wie immer bei Bewerben in Österreich ist die Vorfreude bei den heimischen Adlern bereits groß.

"Ich bin letztes Jahr Zweiter geworden, die Schanze liegt mir sehr gut. Darum hoffe ich, dass ich so in Form bin, dass es entweder im Team oder im Einzel zu einer Medaille reicht", sagt Kraft.

Schlierenzauer gibt sich in dieser Hinsicht etwas zurückhaltender. "Bis dahin dauert es noch eine Zeit. Die anderen schlafen auch nicht, es ist kein Wunschkonzert. Aber natürlich wäre es schön, wenn man genau bei den Österreich-Springen in Top-Form wäre", hat der Stubaier auch die Vierschanzen-Tournee ins Auge gefasst.

Datum Ort Bewerb
31.7.2015 Wisla (POL) Team (Nacht)
1.8.2015 Wisla (POL) Einzel (Nacht)
7.8.2015 Hinterzarten (GER) Team (Nacht)
8.8.2015 Hinterzarten (GER) Einzel (Nacht)
14.8.2015 Courchevel (FRA) Einzel (Nacht)
15.8.2015 Einsiedeln (SUI) Einzel (Nacht)
29.8.2015 Hakuba (JPN) Einzel
30.8.2015 Hakuba (JPN) Einzel
12.9.2015 Almaty (KAZ) Einzel (Nacht)
13.9.2015 Almaty (KAZ) Einzel (Nacht)
19.9.2015 Hinzenbach (AUT) Einzel
20.9.2015 Hinzenbach (AUT) Einzel
26.9.2015 Tschaikowski (RUS) Einzel (Nacht)
27.9.2015 Tschaikowski (RUS) Einzel (Nacht)
21.11.2015 Klingenthal (GER)
  1. Weltcup-Springen

„Eine richtig coole Truppe“

Bis es so weit, ist stehen allerdings weiter unzählige Stunden in der Kraftkammer und Sprungtraining auf dem Programm. "Jeder hat im Sommer seine eigene Challenge, aber grundsätzlich sollte man Spaß haben. Ohne eine gewisse Lockerheit macht es auch wenig Sinn. In dieser Hinsicht sind wir alle sehr gut drauf, es herrscht ein super Teamklima", erzählt Schlierenzauer.

Auch Kraft streicht die gute Stimmung im Team von Trainer Heinz Kuttin hervor. "Wir sind eine richtig coole Truppe, mit vielen Jungen, die neu dazugekommen sind. Wir harmonieren sehr gut, es geht innerhalb der Mannschaft viel weiter."

Der Salzburger ist Teil eines kleinen Teams, das den Auftakt des Sommer-GP am Wochenende bestreiten wird. Neben ihm werden Michael Hayböck, Manuel Poppinger und Thomas Diethart einen Teambewerb und ein Einzelspringen in Angriff nehmen.

"Wir sehen diese Bewerbe als Möglichkeit zu einem Wettkampftraining auf höchstem Niveau. Jeder Sportler sollte zumindest einmal im Sommer am Start stehen, um alle Abläufe für den Winter einzuschleifen. Das oberste Ziel muss immer bleiben, beim ersten Weltcup gut in den Winter zu starten", gibt Kuttin die Marschroute vor.    

 

Daniela Kulovits

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