Erster Einsatz im "neuen" Leben

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Freundin Marisa musste die Einkäufe erledigen

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Binnen weniger Tage hat sich ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt.

Stefan Kraft und Michael Hayböck haben die 63. Vierschanzen-Tournee dominiert, jeweils ihren ersten Weltcupsieg gefeiert und in der Endabrechung die Plätze eins und zwei belegt.

Zeit, das Erlebte aufzuarbeiten, blieb kaum. Lediglich ein Ruhetag war dem "fliegenden Doppelzimmer" vergönnt, ehe es am Donnerstag schon wieder in Richtung Tauplitz/Bad Mitterndorf ging, wo am Samstag (LIVE ab 14:15 Uhr im LAOLA1-Ticker) und Sonntag zwei Skifliegen am Kulm auf dem Programm stehen.

Keine Zeit zum Feiern

"Richtig feiern werden wir nach der Saison", setzt Triumphator Kraft Prioritäten, "dafür ist jetzt keine Zeit". Den freien Tag nutzte er zum Chillen mit Freundin Marisa.

Aufgrund des Trubels um seine Person musste diese auch herhalten, um ungestört zu bleiben. "Ich habe sie zum Einkaufen geschickt, damit ich meine Ruhe habe", grinst der Salzburger schelmisch.

Auch Hayböck ging es locker an. "Ich habe mehrere Stunden auf dem Sitzsack vor dem Fernseher verbracht", verriet er.

Training in Rif/Hallein

Um sich auf den Kulm einzustimmen, legten die beiden noch ein Training am Stützpunkt in Rif/Hallein ein, wobei Kraft eine kleine Anekdote zum Besten gab.

Er sei mit dem Auto auf dem Weg dahin gewesen, als ihn plötzlich ein polnisches Auto überholte. Sie haben Kraft erkannt, sich wieder hinter ihn zurückfallen lassen und mit der Lichthupe auf sich aufmerksam gemacht.

"Plötzlich haben vier Polen aus dem Auto geschaut und Fotos gemacht", erzählte er lachend. Der neue Bekanntheitsgrad macht es möglich.

Fernsehen mit dem Tankwart

Den Einweihungsflug von Gregor Schlierenzauer sahen die beiden Skisprung-Helden nicht vor Ort, dafür aber auf einer Raststation.

"Wir wollten ihn unbedingt stehen und sind mit Diesel (Co-Trainer Alexander Diess, Anm.) an einer Raststation stehen geblieben", so Hayböck. Am Freitag greifen die beiden erstmals selbst ein.

Vorbereitung bleibt unverändert

"Es schaut richtig geil aus, das wird mega", kann Kraft es kaum noch erwarten, erstmals vom umgebauten Kulm zu springen.

Die Vorbereitung auf Flugbewerbe sei ident mit jener zu "normalen" Weltcupspringen, das Gefühl sei allerdings anders.

"Man ist angespannter", erklärten beide unisono. Hayböck ergänzte: "Man bekommt beim Flug viel mehr mit, dazu ist der Druck auf die Ski größer."

Ein weiterer Unterschied ist, dass man mehr kämpfen muss, "um über dem Ski zu bleiben". Die Geschwindigkeit ist deutlich höher, daher muss man "alles mit Fluss und Ruhe machen", um nur ja kein Tempo zu verlieren.

In der Favoritenrolle

Kraft und Hayböck sind zuversichtlich, auch am Kulm Top-Leistungen abzurufen. Ihr Teamkollege Manuel Fettner ist sogar davon überzeugt, dass der Sieg nur über die beiden führt.

"Michi und Krafti werden den Flow mitnehmen. Auch wenn das Skifliegen etwas anderes ist, schätze ich sie wieder am stärksten ein."


Aus Tauplitz/Bad Mitterndorf berichtet Christoph Nister

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