Michael Hayböck - die Konstanz in Person

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Michael Hayböck ist ein kleines Phänomen.

Der Oberösterreicher leistet Arbeit wie am Fließband.

Wo auch immer der 23-Jährige performt, seine Leistungen auf den Skisprung-Anlagen dieser Welt ruft er konstant wie kaum ein anderer ab.

Auch auf der Lysgards-Schanze im norwegischen Lillehammer ließ er sich trotz widriger Umstände nie aus der Ruhe bringen und sprang als Dritter zweimal auf das Podest.

"Ein perfektes Wochenende"

"Ich würde sagen, es war ein perfektes Wochenende", rekapitulierte er nach dem insgesamt dritten Weltcup-Podestplatz seiner Karriere (Premiere in Wisla im Jänner 2014).

Enttäuschung darüber, dass der Bewerb in nur einem Durchgang entschieden wurde? Fehlanzeige! "Ich war nicht traurig", erklärte er trocken.

Die Freude überwog

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung hätte seiner Meinung nach angesichts des starken Windes wohl eher für eine Verschlechterung gesprochen, daher sei er vollauf zufrieden.

"Es hätte sich wieder alles durchmischen und ich dann durch die Finger schauen können", war ihm das Risiko bewusst. Deshalb überwog ganz klar die Freude über einen "echt geilen Sprung".

Auch Samstag-Sieger Gregor Schlierenzauer zollte seinem Teamkollegen Respekt und meinte anerkennend: "Der Hund ist konstant!"

Hayböck, ein Wunder an Konstanz

"Ich klopfe einen nach dem anderen runter und es funktioniert. Das ist das Wichtigste", nannte Hayböck das Geheimnis seines Erfolges.

Ein Blick auf die Weltrangliste spiegelt es deutlich wider. Hayböck rangiert auf Rang fünf und liegt als bester Österreicher nur 51 Zähler hinter dem führenden Tschechen Roman Koudelka.

Der ehemalige Junioren-Weltmeister ist ein Wunder an Konstanz und neben dem Norweger Anders Fannemel sowie dem Slowenen Peter Prevc der einzige Akteur, der in sämtlichen fünf Saisonbewerben den Sprung unter die Top-10 schaffte.

Abflug nach Russland

Dass er damit aktuell der beste Österreicher ist, sei ihm noch nicht durch den Kopf geschossen. Zwar würde es der Weltcupstand bestätigen, doch "wenn ich Gregor gegenüberstehe, fühle ich mich nicht besser", lachte er und spielte auf dessen unzähligen Erfolge an.

Die aktuelle Phase sei dennoch "echt geil, weil ich so gut in Form bin". Die Gunst der Stunde will er auch nützen, wenn es in dieser Woche am Schanzenkomplex Tramplin Stork um Punkte geht.

Wundertüte Nizhny Tagil

Nizhny Tagil scheint erstmals im Kalender auf und ist Gastgeber zweier Nacht-Einzelbewerbe. Für die Springer ist die Anlage im mittleren Ural nördlich von Jekaterinburg absolutes Neuland.

"Wir alle wissen nicht, was uns erwartet", erklärte Hayböck stellvertretend für seine Mitstreiter. Im Gegensatz zu manch anderem kann er zumindest mit breiter Brust anreisen.

"Auf alle Fälle, aber das kann ich mir nach diesem Wochenende auch erlauben", erklärte das Konstanz-Phänomen und zog von dannen.


Aus Lillehammer berichtet Christoph Nister

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