Schlierenzauer legt Grundstein für Olympia-Gold

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Gregor Schlierenzauer hat mit seinen 23 Jahren schon viel gesehen.

Der ÖSV-Adler kennt die Welt aus der Vogelperspektive, er weiß, wie die Welt auf Wolke 7 aussieht und verliert dennoch nie den Blick fürs Wesentliche.

Das Donauinselfest, lacht Gregor Schlierenzauer im Gespräch mit LAOLA1, hat der Tiroler bislang nur in Form von bunten Bildern im Fernsehen und in der Zeitung gesehen.

Am Wochenende machte sich der Tiroler nun erstmals selbst ein Bild vom größten Open-Air-Festival Europas.

Olympia-Countdown läuft

Am Samstag schaute er erstmals auf der Donauinsel vorbei. Allerdings nicht wegen der Live-Performances auf den zahlreichen Bühnen.

Vielmehr folgte Schlierenzauer der Einladung des Österreichischen Olympischen Comité zum „Olympic Day“ in Wien.

Gemeinsam mit Michaela Kirchgasser, Marcel Hirscher und den Rodel-Brüdern Andreas und Wolfgang Linger feierte der Überflieger den 119. Geburtstag des IOC.

Und läutete zugleich bei sommerlichen Temperaturen auch den Countdown für die Olympischen Spiele in Sotschi im Februar nächsten Jahres ein.

Gold kann, Topform muss

Am Samstag waren es noch 230 Tage bis zur Eröffnung der 22. Winterspiele.

Dort möchte Schlierenzauer mit der Mannschaft den Titel von Vancouver vor drei Jahren verteidigen – und erstmals in seiner Karriere olympisches Einzelgold holen.

„Natürlich ist die Goldmedaille das große Ziel“, stellt der Überflieger dann auch unmissverständlich klar, „aber ich halte es damit wie immer in meiner Karriere: Ich möchte in Topform nach Sotschi kommen, der Rest muss passieren!“

Die Ringe als Motivation

Präsent, sagt Schlierenzauer, der in Vancouver auch Bronze von Normal- und Großschanze gewann, sind die Olympischen Spiele in Sotschi schon seit zwei, drei Jahren.

Wenn er am Olympia-Stützpunkt in Innsbruck in die Kraftkammer geht, kommt er den fünf Ringen nicht aus, selbst wenn er wollte.

Macht nichts: „Wenn man im Training vielleicht einmal ein kleines Tief durchmacht, ist das die perfekte Motivation. Dann weiß man wieder, wofür man das alles macht.“

Kraftkammer und Schanze

Training ist ein gutes Stichwort, denn der Rekord-Adler legt dieser Tage den Grundstein für weitere Höhenflüge.

Wie das aussieht? Ungefähr so: Drei Mal die Woche geht es in die Kraftkammer, fünf Mal die Woche schlüpft der Modellathlet zur Verbesserung seiner Grundlagenausdauer in Laufschuhe oder Radtrikot.

Zwischendurch streut er immer wieder auch eine Bergtour auf einen der vielen Tiroler Gipfel ein.

Und zwei Mal die Woche geht es in Stams auf die Schanze, wo Schlierenzauer jeweils sechs bis sieben Sprünge absolviert.

Undankbare Anzüge

Dabei geriet der Stubaier zuletzt noch mehr ins Schwitzen als bei seinem Jamaika-Urlaub Ende Mai.

„Die Anzüge sind richtig undankbar: Im Sommer ist dir heiß und im Winter ist dir kalt. Aber andere haben es noch härter erwischt, zum Beispiel wenn bei 35 Grad im Büro die Klimaanlage ausfällt“, möchte sich der Schanzen-Virtuose nicht beschweren.

Auch nicht über den prallgefüllten Terminkalender. Zwischen einer Ehrung im Burgenland und seinem Auftritt auf der Donauinsel drehte Schlierenzauer am Küniglberg einen Olympia-Spot.

Bei seinem Presse-Betreuer stapeln sich Interview-Anfragen aus der ganzen Welt.

Zuletzt hatte er ein russisches TV-Team zu Gast im Stubaital, dem er für ein großes Portrait zu bester Sendezeit seine Erfolgsgeschichte erzählte. „Das gehört zum Job, aber es macht auch Spaß.“

"Habe noch Reserven"

Ein ebenfalls spaßiger Teil des Jobs eines Skispringers ist die Weiterentwicklung beim Material – vorausgesetzt es geht in die richtige Richtung.

Und das tut es, verrät Schlierenzauer: „Ich habe im letzten Winter gemerkt, dass ich noch Reserven habe.“ Wie, was und wo wird aber nicht verraten.

Das bleibt das Geheimnis von Schlierenzauer, Stützpunkttrainer Markus Maurberger und von Gerald Daringer, dem Neuzugang im Team.

Der Oberösterreicher ist ein ausgewiesener Experte für Aerodynamik und war als solcher zuletzt an der Universität Innsbruck tätig.

Neuzugang im Team

Es war der große Wunsch des ÖSV-Adlers sein Team mit Daringer, der neben der Aerodynamik auch für die Analyse des Trainings zuständig ist, zu erweitern.

„Jetzt habe ich mein Team so zusammengestellt, wie ich mir das vorstelle.“

Von Neuzugang Daringer verspricht er sich einiges: „Ich bin überzeugt davon, dass wir in der Luft noch sehr viel rausholen können“, sieht der Rekord-Sieger in der Flugphase noch Luft nach oben.

Und das ist vor einem Olympia-Winter nicht die allerschlechteste Voraussetzung.



Stephan Schwabl

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