Schlierenzauer: "Man trainiert für solche Momente"

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Der Hexenkessel am Bergisel erstrahlte in einem rot-weiß-roten Fahnenmeer.

Mehr als 22.000 Zuschauer waren aus dem Häuschen, als Gregor Schlierenzauer auf seiner Heim- und Hausschanze zum großen Wurf ausholte.

Vom Jäger zum Gejagten

Der Tiroler schnappte sich nicht nur in eindrucksvoller Manier den Tagessieg, nein, er knöpfte dabei Anders Jacobsen auch 23,2 Punkte ab und übernahm die Führung in der Tournee-Gesamtwertung.

Vor dem abschließenden Bewerb in Bischofshofen hat er nun ein 10,7-Punktepolster und die Rollen sind getauscht. Aus dem Jäger Schlierenzauer ist der Gejagte geworden.

„In dieser Situation besser“

„Wir beschäftigen uns seit einigen Jahren damit, wie man sich als Gejagter verhält“, erklärt Alexander Pointner im Gespräch mit LAOLA1.

„Momentan sind wir in dieser Situation sicher besser. Das wollen wir in Bischofshofen ausspielen.“

Pointner gibt sich gelassen

Dem ÖSV-Team war die Erleichterung nach dem Sieg anzusehen, man lag sich freudig in den Armen. Die nervliche Anspannung aufgrund der bisherigen Dominanz Jacobsens und der mannschaftlich wenig berauschenden Ergebnisse war unübersehbar. Pointner spielte das Ganze herunter.

„Ich sehe die Sache relativ cool. Ich wusste, wenn wir den Big Point abwarten abwarten und nicht verpassen, wenn er kommt, stehen uns alle Türen offen.“

„Es ist einfach genial“

Schlierenzauer hat die Tür nicht nur geöffnet, er hat sie mit seinen beiden Sprüngen nahezu eingetreten. Erstmals seit Janne Ahonen, der 2005 und 2006 triumphierte, könnte wieder ein Springer seinen Titel verteidigen.

„Ich realisiere das alles erst ganz langsam“, zeigte sich Schlierenzauer von seinen Gefühlen übermannt. „Es ist einfach genial, auf der Heimschanze zu gewinnen.“

Erster Sprung ein „i-Tüpfelchen“

Die Eindrücke, die er nach seinem Triumph gesammelt hat, haben den bald 23-Jährigen mächtig beeindruckt. „Man trainiert über den ganzen Sommer dafür, solche Momente erleben zu dürfen.“

Speziell im ersten Durchgang ist ihm eine „Bombe“ ausgekommen, die vor allem für Psyche Gold wert war. „Der erste Sprung war ein i-Tüpfelchen. Der war grandios und hat mir zusätzliche Motivation gegeben.“

Angenehme Ausgangsposition

Bei aller überschwänglicher Freude will er allerdings noch nichts von einer Vorentscheidung wissen. „Es gibt noch ein Springen. Unangenehm ist die Position aber sicher nicht.“

Er nimmt den Führungswechsel „mit einem Schmunzeln“ zur Kenntnis, allerdings sei weiter alles offen. „Ich muss auch in Bischofshofen bei mir bleiben und versuchen, meine Karten auszuspielen. Das nötige Glück mit dem Wetter muss man auch haben, dann wird abgerechnet.“

Party in Bischofshofen

Zunächst will er aber den Erfolg in seinem „Wohnzimmer“ auskosten. „Natürlich wird ein bisschen gefeiert, so ein Sieg ist besonders. Richtig krachen lassen wir es aber erst nach Bischofshofen.“

Am liebsten mit dem zweiten Tournee-Gesamtsieg im Rücken.

 

Aus Innsbruck berichtet Christoph Nister

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