Der Geruch von Matti Nykänen

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Schlierenzauer: "Konnte PS nicht auf Kante bringen"

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Da waren es nur noch fünf.

Während Thomas Morgenstern mit seinem dritten Platz das Gelbe Trikots des Gesamtweltcup-Führenden übernahm, sprang Gregor Schlierenzauer auf der Großschanze in Lillehammer zu seinem 41. Weltcup-Sieg.

Damit rückt er Rekordhalter Matty Nykänen – der Finne errang 46 Erfolge in seiner Karriere – wieder um einen Schritt näher.

Es riecht nach Nykänen“

„Wieder ein Sieg mehr. Es riecht langsam nach Nykänen“, erklärte der Tiroler, der zugleich für den 100. Weltcup-Sieg unter der Führung von Cheftrainer Alexander Pointner sorgte.

„100 Siege - das ist gewaltig“, entfuhr es dem Stubaitaler, ehe er den Fokus wieder auf seine eigene Vita legte. „Es ist für ihn ein Jubiläum. Für mich ist es mit 41 aber auch sensationell.“

Man müsse die Kirche jedoch im Dorf lassen, der Allzeit-Rekord könne „heuer passieren, es kann aber auch noch länger dauern. Ich bin jetzt überglücklich.“

PS nicht auf die Kante gebracht

Schlierenzauer ist vor allem deshalb so entspannt, weil er nach den Springen auf der Kleinschanze (Mixed und Einzel) mit seinen Leistungen haderte. Eine ausgiebige Analyse stand auf dem Programm.

„Es hat auf der Kleinschanze alles sehr schön ausgesehen, es haben aber immer zwei, drei Meter gefehlt. Ich konnte die PS, die ich in den Füßen habe, nicht ganz auf die Kante bringen.“

Genugtuung für Schlierenzauer

Eine kleine Änderung in der Anfahrtsposition wurde vorgenommen und prompt stellte sich der Erfolg ein. „Es ist alles sehr sensibel. Dadurch, dass ich erst wenige Schneesprünge in den Beinen habe, hat mir auch die Zeit gefehlt.“

Für Schlierenzauer war der Erfolg in Norwegen nicht nur ein Zeichen, auch weiter einer der tonangebenden Athleten zu sein, sondern auch eine Form der Genugtuung gegenüber seinen Kritikern.

Vergleich mit Ligety

„Es ist ähnlich wie bei (Skirennläufer) Ted Ligety. Er war auch derjenige, der sich am meisten beschwert hat. Ich nehme das als gutes Omen.“ (Ligety gewann den Ski-Auftakt in Sölden mit 2,75 sec Vorsprung, Anm.)

„Ich glaube, die Kritiker sind verstummt, nachdem sie gemeint haben, ich würde mich nur aufregen, weil ich mit den neuen Anzügen nicht zurechtkomme.“

Das hat er eindrucksvoll widerlegt – an einem Ort, mit dem er nicht nur gute Erinnerungen verbindet. „Die letzten Jahre in Lillehammer waren nicht immer das Gelbe vom Ei.“

 Für die nächsten Bewerbe ist er gerüstet. Für den Nykänen-Rekord auch …

 

Christoph Nister/Lillehammer

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