Pointner feiert 100er: "Das macht mich sehr stolz"

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„Unbeschreiblich!“

 

Alexander Pointner war die Freude ins Gesicht geschrieben, nachdem Gregor Schlierenzauer beim Einzel-Weltcup in Lillehammer für den 100. Weltcup-Erfolg unter seiner Ägide sorgte.

 

Im Wettkampf habe er nicht daran gedacht, beim Fußmarsch runter in den Auslaufbereich hat es dem Tiroler dafür „die Ganslhaut aufgezogen“.

 

Die Dinge kamen "ins Laufen"

 

Nach dem schlechten Start im Mixed-Bewerb war Thomas Morgenstern auf der Kleinschanze schon nah dran am Sieg (Rang zwei), ehe am Sonntag der 100er perfekt gemacht wurde.

 

Schon in der Früh habe er sich gut gefühlt, so Pointner. Er habe gemerkt, „die Dinge kommen ins Laufen“.

 

Die ganzen Erfolge würden seine Arbeit nicht leichter machen, „die Latte liegt sehr hoch. Man darf nie locker lassen.“

 

Das macht mich stolz“

 

Pointners Augen strahlten. „Darauf kann die ganze Mannschaft stolz sein, wenn man weiß, wie viele Geschichten und Emotionen hinter jedem einzelnen Sieg stecken. Das macht auch mich sehr stolz“, erklärte „Pointex“ gegenüber LAOLA1.

 

Seit 2004 schwingt er bereits das Zepter der ÖSV-Adler, in dieser Zeit gelang es ihm, aus hoffnungsvollen Rohdiamanten echte Stars zu formen und das stärkste Springer-Team der Welt zu bilden.

 

Angesprochen auf den Weltcup-Erfolg, der ihn besonders nachhaltig beeindruckte, greift Pointner auf das Jahr 2006 zurück. „Da fällt mir Willingen ein. Bei der Vierschanzen-Tournee war Andreas Kofler als Achter unser Bester, es lief nicht so gut. Zu diesem Zeitpunkt musste das Krisen-Management stimmen.“

 

Wendepunkt 2006

 

Er und das Team hätten allerdings nicht an sich gezweifelt und weiter hart gearbeitet. Kurz vor den Olympischen Spielen in Turin wurde der ÖSV dafür belohnt. „Im letzten Wettkampf vor Olympia haben wir mit dem Sieg von Andreas Kofler und Rang zwei für Thomas Morgenstern eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es zu einem Abnabelungsverfahren innerhalb des Teams kam.“

Bis dahin waren es meist die Alteingesessenen, die die Kohlen aus dem Feuer holen mussten. „Widhölzl und Höllwarten haben die Verantwortung getragen. Dann gab es aber diesen Wendepunkt und es war zu spären, dass die Jungen in die großen Fußstapfen ihrer Vorgänger würden treten können.“

 

Das Ende dieses Kapitels ist bekannt, in Turin gewann Morgenstern vor Kofler Einzel-Gold, zudem triumphierte das rot-weiß-rote Quartett im Mannschaftsbewerb.

 

Ich könnte ein Buch verfassen“

 

Ein exaktes Erfolgsgeheimnis gibt es wohl nicht, doch Pointners Bilanz kommt nicht von ungefähr. „Nur“ Trainer zu sein, das reicht inzwischen nicht mehr. Der 41-Jährige ist zugleich Manager des aus seiner Sicht stärksten Teams aller Zeiten. „Ich könnte jeden der sieben Nominierten sofort für den Teambewerb aufstellen.“

 

Eine genau Jobbeschreibung fällt ihm hingegen schwer. „Da gehören so viele Dinge dazu, dass ich morgen noch darüber reden würde und ein Buch verfassen könnte. Fest steht, dass sich der Tätigkeitsbereich während meiner Karriere verschoben hat. Manager-Qualitäten sind inzwischen erforderlich, weil unser Sport sehr komplex geworden ist.“

 

Strukturiertes Arbeiten unerlässlich

 

Durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen Spezialisten sei ein „strukturiertes und vernetztes Arbeiten“ inzwischen unerlässlich. „Trotzdem darf ich den Kernbereich, den sportlichen, nie aus den Augen verlieren. Der Job ist sehr breit gefächert.“

 

Pointner scheint er trotz gestiegener Anforderungen Spaß zu machen. „Ich kam in den Genuss, mich selbst enorm weiterzuentwickeln.“ Auch das ist wohl einer der Faktoren für den nicht enden wollenden Erfolgszug des Alexander Pointner.

 

 

Christoph Nister

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