Kein Grund zur Panik im ÖSV-Adlerhorst

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Platz zwölf beim Weltcup in Wisla, dann in Zakopane Rang drei im Teambewerb sowie Position acht im Einzel.

Die Ausbeute der so erfolgsverwöhnten rot-weiß-roten Skispringer bei den drei polnischen Bewerben nach der Vierschanzen-Tournee ist eher mager.

Ein verkühlter Gregor Schlierenzauer musste zwei Konkurrenzen aussetzen und war im Samstag-Bewerb noch nicht ganz bei Kräften.

Dahinter befindet sich von den Routiniers keiner in Topform.

"Dominanz nicht selbstverständlich"

ÖSV-Erfolgstrainer Alexander Pointner kann sich im Gegensatz zu den vergangenen Jahren bei einer Momentaufnahme nicht über mehrere Leute in Siegesform freuen.

Die Leistungsdichte ist aktuell weniger ausgeprägt als schon gewöhnt. "Das kann man wirklich kritisch betrachten. Da sieht man, dass diese enorme Dominanz der letzten Jahre nicht selbstverständlich ist", erklärte Pointner.

Neue Anzüge verzeihen keine Fehler

Gleich mehrere Faktoren sieht der gebürtige Oberösterreicher mit Langzeit-Wohnsitz in Tirol als Ursachen: Einerseits auch international gesehen die weit engeren Sprung-Anzüge.

"Die Materialveränderung lässt keine Fehler mehr zu. Das geht nicht nur uns so, es gibt einfach nicht den Springer oder die Nation in diesem Jahr, die ganz konstant durch die Saison geht. Es ist ein stetiges Auf und Ab", konstatierte Pointner.

Vor allem bei Springen mit wechselnden Windverhältnissen wirkt sich die verringerte Tragfläche stark aus. "Es macht die Sache wesentlich sensibler."

Kofler hadert mit Disqualifikationen

So sei es sowohl bei der Tournee wie überhaupt in der bisherigen WM-Saison eine Charakteristik gewesen, dass Top-Springer auch einmal weit hinten gelandet sind.

"Klasse-Athleten haben bei der Tournee nicht einmal alle Sprünge gemacht, weil ein Fehler dich schon aus den Top 30 wirft", erinnerte er u.a. auch an Thomas Morgenstern.

Beim dreifachen Olympiasieger ist derzeit ebenso ein bisschen der Hund drinnen wie bei Andreas Kofler. Letzterer war mit zwei Siegen und zwei Podestplätzen unmittelbar vor der Tournee nach Oberstdorf gereist.

Dann hat ihn eine neuerliche Disqualifikation (wie schon im ersten Saisonbewerb) wegen eines nicht regelgerechten Anzugs die Tournee und das Selbstvertrauen gekostet. Daran knabbert der Tiroler immer noch.

Form-Tiefs

Bei Morgenstern ist es neben dem schnellen Aus in Oberstdorf (Finale verpasst, Tourneechancen dahin) wohl vorwiegend das private Highlight der Geburt seines ersten Kindes, die ihm etwas an Konzentration gekostet hat.

Und nun wurde auch noch Leistungsträger und Tournee-Champion Schlierenzauer krank, Wolfgang Loitzl kämpft mit seiner Form, Martin Koch pausiert, um sich in Form zu bringen.

Führung im Weltcup

"Wir machen natürlich auch Fehler, weil wenn es schwieriger ist, versucht man, das eine oder andere noch besser zu machen. Da lässt man sich auch ein bisschen rausbringen, auch wenn das nicht passieren sollte", gestand der 42-Jährige Pointner.

"Wir analysieren das, aber wir führen trotzdem im Gesamt-Weltcup und im Nationencup und haben die Tournee gewonnen. Man darf es nicht immer nur mit den letzten Saisonen vergleichen."

Hoffnung Skifliegen

Nach dem Trip nach Japan am Wochenende, den einige ÖSV-Adler auslassen werden, stehen Skiflug-Konkurrenzen in Vikersund und Harrachov an.

Da kann sich vieles wieder wenden und zum Beispiel auch ein Martin Koch wieder zur Form finden.

"Zum größten Teil selbst zuschreiben"

Bis zur WM in Val di Fiemme in etwas mehr als fünf Wochen ist noch genügend Zeit, das etwas wankende ÖSV-Boot wieder auf Kurs zu bringen.

Doch Pointner bestätigt: "Es ist nicht so, dass uns heuer alles zufällt. Es gibt einige Sachen, die nicht rund laufen, die wir uns zum größten Teil selbst zuschreiben müssen. Disqualifikationen müssen nicht sein, andere Sachen passieren genau zum ungünstigen Zeitpunkt. Doch das ist der Sport, das bringt die Würze rein."

Grund zur Panik gibt es freilich keinen. "Wir werden alles daran setzen, dass wir uns nicht rechtfertigen müssen, sondern es mit Ergebnissen zeigen können. Das ist wohltuender als wenn man versucht, alles schön zureden."

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