Pointner: "Letztverantwortlicher ist der Sportler"

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Das ÖSV-Team war als Top-Favorit in den ersten Mixed-Bewerb im Skisprung-Weltcup gestartet, am Ende wurden ihm allerdings jäh die Flügel gestutzt.

Jacqueline Seifriedsberger, Andreas Kofler, Daniela Iraschko und Gregor Schlierenzauer wurden von ihren Trainern auserkoren, um die rot-weiß-roten Fahnen hochzuhalten.

Aus nach Durchgang eins

Doch schon nach dem ersten Durchgang war der Wettkampf vorbei. Andreas Kofler wurde disqualifiziert, wodurch die heimischen Adler das Finale der besten acht Nationen klar verfehlten. Rang zwölf stand zu Buche.

Schwacher Trost: Selbst ohne Disqualifikation blieb man etwas hinter den Erwartungen, Österreich wäre zur Halbzeit auf Platz drei gelegen.

Sportler ist Letztverantwortlicher

„Er ist bei der Kontrolle disqualifiziert worden wegen eines zu großen Anzuges. Das ist ein klarer Disqualifikationsgrund“, erklärte ein zerknirschter Alexander Pointner. „Der Letztverantwortliche ist immer der Sportler selbst.

Für Kofler keine Premiere, schon in Hinzenbach wurde er wegen eines nicht regelkonformen Anzugs aus dem Bewerb genommen. Hier differenziert Pointner jedoch. „Es sind zwei verschiedene Dinge. In Hinzenbach war es eine falsche Nahtführung. Das wurde besprochen, das ist abgehakt. Heute ging es um die Größe.“

Keine Überprüfung mehr

Der 41-Jährige nimmt seinen Schützling aber auch in Schutz. „Es ist ihm selbst peinlich und zu blöd." Zudem dürfe man nicht außer Acht lassen: Es war der erste Wettkampf, in dem es nicht möglich war, die Anzüge kontrollieren zu lassen. Das gibt es jetzt nicht mehr.“

Pointner ist sich darüber im Klaren, dass man im Spitzensport „an die Grenzen geht“. „Es ist eine Gratwanderung. Man darf nichts herschenken, darf sich aber auch nicht auf das gefährliche Terrain begeben, dass man disqualifiziert wird. Wir werden unsere Lehren daraus ziehen und nicht so knapp ans Limit gehen.“

Geht nicht aus dem Kopf raus

Bei vielen routinierteren Athleten sei es allerdings so, dass die in der Vergangenheit Erfahrungen machten, „dass ein größerer Anzug besser geht. Die bringen das fast nicht aus dem Kopf raus.“

Trotz aller Enttäuschung richtet der Chef im ÖSV-Adler-Horst den Blick schon wieder nach vorne. „Es zählt, die gesamte Mannschaft für Samstag gut vorzubereiten. Wir werden uns noch zusammensetzen und alle Unklarheiten aus dem Weg räumen.“

Ist das erledigt, „werden wir mit perfekten Anzügen und lächelnden Augen wieder auf der Schanze sein.“

 

Christoph Nister

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