Das ewig junge Duell: Deutschland gegen Österreich

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Großer gegen kleiner Bruder.

Deutschland gegen Österreich.

Das ewig junge Duell. Es lebt wieder hoch - bei der Vierschanzen-Tournee 2012/13.

Die Herausforderer aus Deutschland genießen zunächst zweimal - in Oberstdorf und beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen - Heimrecht und bauen auf ihre junge Armada.

Junge DSV-Armada

Angeführt von Severin Freund, Richard Freitag und Andreas Wellinger hat der Vorarlberger Cheftrainer Werner Schuster ein schlagkräftiges Team aufgebaut, das zu den Favoriten zählt.

Der größte Konkurrent - wie sollte es anders sein - ist der ÖSV, der in Innsbruck und Bischofshofen auf die Unterstützung der Fans bauen kann.

Die letzten vier Sieger

Mit Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer hat Trainer Alexander Pointner die letzten vier Sieger in den eigenen Reihen und vertraut auch in diesem Jahr voll und ganz auf das Erfolgsquartett.

Das diesjährige Springer-Highlight wird geprägt von zwei Nationen und wandelt damit auf den Spuren der 90er Jahre, in denen Andreas Goldberger und Jens Weißflog sich hochkarätige Mann-gegen-Mann-Fights lieferten.

Doch nicht nur im Adlerhorst kocht der Länder-Zweikampf regelmäßig hoch, auch in anderen Wintersportarten ging es zwischen Deutschland und Österreich des Öfteren heiß her.

Gottwald vs. Ackermann

Anfang der 2000er Jahre lieferten sich Super-Läufer Felix Gottwald und Überspringer Ronny Ackermann beinharte Duelle in der Nordischen Kombination. Der Deutsche ging meist mit einem komfortablen Vorsprung auf die Loipe, der Österreicher machte Sekunde um Sekunde gut und schloss zumeist frühzeitig auf.

Ackermann war ein Beißer, der sich von Gottwald nicht abschütteln ließ und daher immer wieder durch seine Endschnelligkeit triumphieren konnte. Die Vita beider Kontrahenten kann sich sehen lassen. Ackermann gewann dreimal den Weltcup, dazu viermal WM-Gold und dreimal Olympiasilber. Gottwald triumphierte einmal im Weltcup, holte dafür aber gleich drei Olympische Goldmedaillen und wurde ebenso oft mit WM-Gold dekoriert.

Hunyady vs. Niemann/Pechstein

Mit gleich zwei Allzeitgrößen musste es Emese Hunyady in den 90er Jahren aufnehmen. Die Eisschnellläuferin scheute den Länderkampf jedoch keinesfalls und heizte Gunda Niemann(-Stirnemann) und Claudia Pechstein immer wieder ordentlich ein. Speziell bei den Olympischen Spielen 1992 und 1994 war zumindest eine aus diesem "magischen Trio" an fast jeder Siegerzeremonie beteiligt.

Hunyady setzte in Lillehammer 1994 mit Olympia-Gold ein Highlight und tanzte anschließend auf Kufen den Sieger-Walzer, insgesamt gewann sie drei Medaillen im Zeichen der fünf Ringe und wurde zweimal Weltmeisterin. Niemann, für viele die beste Eisschnellläuferin aller Zeiten, holte dreimal Olympia-Gold und nicht weniger als 19 WM-Medaillen in der schönsten aller Farben. Pechstein indes durfte fünf Mal bei Olympia über Gold jubeln (deutscher Rekord) und holte sechs Mal WM-Gold. Sie ist die Einzige, die immer noch aktiv ist.

Prock vs. Hackl

Über 15 Jahre hinweg drückten zwei Protagonisten den Eiskanälen dieser Welt ihre Stempel auf. Markus Prock und Georg Hackl dominierten mehr als ein Jahrzehnt lang fast nach Belieben und teilten die Medaillen häufig unter sich auf. Auffällig: Während der Österreicher im Weltcup zumeist die Oberhand behielt, war der Deutsche vor allem bei den großen Events einen Tick nervenstärker.

Das schlägt sich auch in der Palmares der beiden Kontrahenten nieder. Prock war zweifellos ein Ausnahmekönner und heimste neben drei Olympiamedaillen fünf WM- und drei EM-Goldene sowie zehn Gesamtweltcupsiege ein, steht aber dennoch im Schatten von "Hackl Schorsch". Der heute 46-Jährige gewann "nur" dreimal den Weltcup, wurde aber ebenso oft Olympiasieger, streifte zehn WM-Goldene ein und holte sieben EM-Titel.

Moser-Pröll vs. Mittermaier

Anfang der 70er Jahre war es Annemarie (Moser-)Pröll, die den Damen-Skisport dominierte und revolutionierte. Die Salzburgerin war vor allem in der Abfahrt um zumindest eine Klasse stärker als der Rest der Welt. Eine der wenigen Athletinnen, die ihr - zumindest ab und an - das Leben schwer machten, war Rosi Mittermaier.

Als die Österreicherin während der Olympia-Saison 75/76 überraschend ihren Rückzug bekanntgab, nutzte die Deutsche die Gunst der Stunde. Dreimal Olympia-Gold, dazu der Sieg im Gesamtweltcup - es war die beste Saison in Mittermaiers Karriere und zugleich auch die letzte. Moser-Pröll startet ein Jahr nach ihrem Rücktritt ein Comeback und holte 1980 den ersehnten Olympia-Sieg nach, insgesamt gewann sie zudem sechs Mal WM-Gold. Ihre sechs Siege im Gesamtweltcup bzw. 62 Weltcup-Erfolge sind bis heute Rekord.

Appelt vs. Hoppe

Österreich eine Bob-Macht? Ja, aber das ist lange her. Ingo Appelt zählte Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre zu den schnellsten Piloten der Welt und war damit einer der wenigen, die es mit den deutschen Stars aufnehmen konnten. Sein Husarenstück gelang ihm 1992 in Albertville im Vierer-Bob, als er sensationell mit seinen Anschiebern/Bremsern die Goldmedaille abstaubte.

Wolfgang Hoppe, der bereits acht Jahre zuvor im Zweier und Vierer triumphierte und 1988 jeweils Silber holte, musste mit Rang zwei vorlieb nehmen. Gemessen an WM- (14:1 für Hoppe) und EM-Medaillen (8:1 für Hoppe) hat der heute 55-Jährige die Nase im austro-deutschen Zweikampf klar voran.

 

Christoph Nister

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