Hayböck: Der Rookie auf der Suche nach Konstanz

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Rang 39 in Oberstdorf, Platz 31 in Garmisch-Partenkirchen.

Michael Hayböck konnte nach der ersten Hälfte der Vierschanzen-Tournee nicht zufrieden sein.

Doch kaum war der Springer-Zirkus in Österreich angelangt, ging es bergauf. In Innsbruck gelangen dem 21-Jährigen zwei starke Sprünge, die ihm Position 15 einbrachten.

Der Saison-Bestwert aus Lillehammer und Engelberg war eingestellt.

Und nun, beim großen Finale in Bischofshofen, zeigt der Rookie im ÖSV-Nationalteam erneut auf. Im Training bereits stark, lieferte er in der Qualifikation die nächste Talentprobe ab. Rein zufällig landete er neuerlich auf Rang 15.

„Nicht perfekt, aber zufrieden“

„Die Sprünge waren nicht perfekt, aber ich bin durchaus zufrieden“, resümierte Hayböck im Gespräch mit LAOLA1. Das Timing beim Absprung war nicht immer perfekt, im Wettkampf will er das besser machen und die letzten Reserven aus sich herausholen.

Warum es nach dem verpatzten Tournee-Start plötzlich wieder läuft? Weil nun jene Weltcup-Stationen an der Reihe sind, die ihm besonders gut liegen. „Innsbruck und Bischofshofen zählen zu meinen Lieblingsschanzen. Das kann ich von Garmisch zum Beispiel nicht behaupten.“

Zuschauermassen beflügeln

Da wäre aber noch ein weiterer Grund. „Es beflügelt ungemein, dass die Zuschauer so hinter uns stehen.“ 22.000 Fans waren zum Bergisel gewandert, auch Bischofshofen wird am Sonntag aus allen Nähten platzen, wenn zwischen Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen die Entscheidung um den Gesamtsieg fällt.

Generell zeigt sich im ÖSV-Adlerhorst ein Aufwärtstrend. War es zuletzt nur Schlierenzauer, der die rot-weiß-roten Fahnen hoch hielt, so hat sich die Sachlage inzwischen wieder verändert.

Kampfansage an die Konkurrenz

Bereits in Innsbruck war ein mannschaftlicher Aufschwung erkennbar, der sich nun fortsetzte. Wolfgang Loitzl gewann die Quali, mit Youngster Stefan Kraft, Andreas Kofler, Martin Koch und Hayböck landeten vier weitere Österreicher in den Top-15.

Eine Kampfansage an die Konkurrenz, dass mit den Superadlern weiter zu rechnen ist? „Auf jeden Fall“, so Hayböck bestimmt. „Mehr denn je versuchen wir auf unseren Heimatschanzen zurückzuschlagen.“

„Bin der Rookie in der Truppe“

Dabei räumt er ein, dass es natürlich ein Vorteil sei, dass er und seine Kollegen die Schanze auch deutlich besser kennen als die ausländischen Rivalen.

Die heftige Kritik am heimischen Team lässt er allerdings nicht an sich herankommen. „Ich fühle mich nicht so angesprochen, ich bin ja eher der Rookie in der Truppe.“

Was fehlt, ist die Konstanz

Der 22-Jährige gehört seit Saisonbeginn zu den sechs Auserwählten im Weltcup-Team und schlägt sich mehr als wacker. „Ich kann mich frei entwickeln. Die Leute schauen weniger auf mich, dafür vielmehr auf die anderen. Als Team nehmen wir die Kritik aber als Ansporn, um noch besser zu werden.“

Inmitten der Stars fühlt sich der vierfache Junioren-Weltmeister pudelwohl. „Mir gefällt es extrem gut. Es macht wirklich Spaß, mit den Kollegen herumzureisen.“

Zum ganz großen Glück fehlt ihm nur noch eines. „Hoffentlich kann ich meine Leistungen bald so konstant abrufen, wie ich mir das vorstelle.“ Innsbruck war ein guter Anfang, nun gilt es diesen Trend in Bischofshofen fortzusetzen.

 

Von der Tournee berichtet Christoph Nister

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