Thomas Diethart: Bereit für neue Heldentaten

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Er kam aus dem Nichts und riss Skisprung-Österreich zu Begeisterungsstürmen hin.

Thomas Diethart avancierte im letzten Winter zum "next big thing" in den Reihen der ÖSV-Adler und gewann auf Anhieb die Vierschanzen-Tournee.

Der in Tirol lebende Niederösterreicher zeigte keine Nerven, landete in den Top-10 des Gesamtweltcups und sackte bei seinen ersten Olympischen Spielen in Sotschi zudem noch die Silbermedaille im Teambewerb ein.

Ein Jahr, wie er es sich besser kaum erträumen hätte können.

Aber auch ein Jahr, das die Erwartungen deutlich nach oben schraubte. Diethart blickt seiner ersten vollen Saison im Konzert der Großen dennoch entspannt entgegen.

Druck hemmt

"Wichtig sind die eigenen Ziele", erklärt der 22-Jährige im Gespräch mit LAOLA1. "Die Ansprüche der Medien oder Zuschauer darf man sich nicht zu sehr zu Herzen nehmen, weil sonst der Druck steigt."

Genau das sei allerdings zu verhindern, glaubt er. "Befreit zu springen, macht die Sache viel einfacher." Diethart weiß nur zu gut, wovon er spricht.

Aufgrund des ersten schweren Sturzes von Thomas Morgenstern ins A-Team befördert, verblüffte er binnen weniger Wochen die Weltelite und schaffte es vom Mitläufer zum Leistungsträger oder vom B-Team-Springer zum Tournee-Abräumer.

"Ich will locker bleiben und meine Sachen durchziehen, dann sollte es auch gut klappen", will er von einer Wiederholung des Coups nichts wissen und sich nur auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

Immer schön locker bleiben

Den Vergleich zu seinen Teamkollegen braucht er nicht zu scheuen, "Didl" hat eine starke Vorbereitung hinter sich und gehört beim Weltcup-Auftakt in Klingenthal - Teamspringen (Samstag, 16 Uhr) und Einzel (Sonntag, 12 Uhr) LIVE im LAOLA1-Ticker - zum Kreis der Podestkandidaten.

Diethart freut sich, dass es bald losgeht und die rot-weiß-roten Adler wieder permanent im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Den Rummel um seine Person betrachtet er positiv.

"Wir haben immer noch genug Privatsphäre", erklärt er, um einzuräumen: "Das ist auch gut so." Er genieße zwar, für zahlreiche Events Einladungen zu erhalten und begehrter Interviewpartner zu sein, doch "es ist schon so, dass man sich auch mal zurückziehen muss, weil es auf Dauer doch kräfteraubend ist".

"Sonst verkrampft man"

An den Kraftreserven zehrt auch eine Saison mit dem Weltcup-Tross, wobei der 22-Jährige letzte Saison am liebsten weitergesprungen wäre. Auch nach dem Finale in Planica trainierte der Niederösterreicher, um bereits für die neue Saison zu testen.

Erst im Sommer gönnte er sich mit Adler-Kollege Manuel Fettner einen Urlaub auf Mallorca. "Es war mal eine Woche, in der wir gar nichts gemacht haben und nur am Strand lagen, um das zu genießen. Es ist wichtig, auch mal vom Sport wegzukommen, weil man sonst irgendwann verkrampft."

Kurz vor Saisonbeginn ging es mit dem ÖSV-Team nach Zypern, um dort noch einmal Kraft für Klingenthal und die weiteren Aufgaben in diesem Winter zu tanken.

Die schwierige(re) zweite Saison

Diethart will auch unter der Ägide von Neo-Cheftrainer Heinz Kuttin ("Er ist super, es macht großen Spaß") eine Hauptrolle im Team spielen. Und das, obwohl ihn mehrere Kollegen warnten, dass die zweite Saison schwieriger werden würde.

"Ich glaube, dass ich sehr gut aufgestellt bin", hält er dagegen und will Skisprung-Österreich auch 2014/15 zu Begeisterungsstürmen hinreißen.


Christoph Nister

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