Nykänens legitimer Nachfolger

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Zehn Dinge über... die Eskapaden von Harri Olli

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Harri Olli ist zurück!

Zum ersten Mal seit der Saison 2010/11 geht die finnische Skisprung-Legende wieder im Weltcup an den Start. Zur Legende machte sich der 29-Jährige weniger auf, sondern mehr neben den Schanzen.

LAOLA1 kennt zehn kuriose Dinge über Harri Olli:

  • Den größten Erfolg seiner Karriere erreichte Olli 2007. Bei der WM in Sapporo verpasste er die Gold-Medaille nur hauchdünn. 0,2 Punkte fehlten ihm auf den ersten Platz von Simon Ammann. Insgesamt feierte Olli, der 2002 17-jährig in Kuusamo debütierte, drei Weltcup-Siege. Alle Erfolge gelangen ihm 2009.
  • Die Skiflug-WM in Oberstdorf 2008 wird Olli wohl für immer in bester Erinnerung bleiben. Aber nicht aufgrund der Silber-Medaille mit dem Team. Der damals 22-Jährige schwänzte die Mannschaftsfeier und feierte stattdessen auf seinem Zimmer eine Sexorgie. Gleich zwei Frauen auf einmal soll er verwöhnt haben. Zumindest prahlte er damit, als er völlig betrunken zur Teamfeier zurückkehrte.
  • Der Rausch muss ordentlich gewesen sein. Denn auf der Reise zurück nach Finnland wurde Olli abermals auffällig. Betreuer Janne Marvaila beschimpfte er als „Wichser“. Der finnische Verband hatte erst einmal genug vom „Ollen Harri“, wie Eurosport-Kommentator Dirk Thiele den Skispringer nennt. „Spitzensportler müssen sich auch außerhalb der Arenen ordentlich benehmen können“, meinte Vize-Verbandspräsident Ilkka Tiilikainen und suspendierte den tollkühnen Frauenhelden. „Sind Sie der neue Nykänen?“, wurde Olli daraufhin gefragt. Seine Antwort: „Ich versuche, das zu vermeiden.“ Tatsächlich kam er auf der Schanze nicht einmal annähernd an die Erfolge des vielleicht besten Skispringers aller Zeiten heran. Dafür eiferte er Nykänen im Privatleben umso mehr nach.
  • Ein paar Monate später, im Juni 2008, kam der ehemalige Mathematik-Student erstmals mit dem Gesetz in Konflikt. Statt der erlaubten 80 km/h wurde er auf der Landstraße mit 141 km/h erwischt. Dazu hatte 0,65 Promille Alkohol in seinem Blut. Das gab eine saftige Verwaltungsstrafe, aber hatte sportlich keine Konsequenzen.
  • Anfang 2009 verlobte sich Olli mit seiner Freundin Carolina. Zu einer Hochzeit kam es jedoch nie. Auch dabei war Alkohol im Spiel. Im Sommer kam es in einer Bar in „Lahti“ zwischen ihm und seiner Verlobten zu Handgreiflichkeiten. Es sollte nicht seine einzige Attacke auf eine Frau bleiben.

Olli ist unzufrieden mit seinem Sprung und lässt die Schultern hängen

  • 2010 sorgte Olli in Kuusamo für Aufregung. Nach einem Sprung auf den Vorbau fuhr er in typischer Manier mit hängenden Schultern den Backen hinab, um anschließend der Jury den Mittelfinger zu zeigen. Diese hatte ihn bei schlechten Bedingungen in die Anlaufspur geschickt. Dafür wurde er von der FIS für einen Bewerb gesperrt und vom finnischen Verband aus dem Kader gestrichen. Danach beendete auch Ollis persönlicher Coach Kimmo Kykkänen die Zusammenarbeit mit ihm. Begründung:  „Als Trainer kann ich nichts an seinem Charakter ändern.“
  • Nach einer missglückten Weltcup-Rückkehr in Sapporo gab Olli nach der Saison 2010/11 sein Karriere-Ende bekannt. Ein Jahr später plante er sein Comeback, nicht ohne gegen Nationaltrainer Pekka Niemelä nachzutreten: "Ich habe wegen Pekka Niemelä aufgehört. Er hat mich von Anfang an nicht in der A-Mannschaft gewollt.“
  • Der Comeback-Versuch nahm im August 2012 ein jähes Ende. Nachdem Olli eine Frau körperlich attackiert hatte, wurde er zu einer 30-tägigen Bewährungsstrafe verurteilt. Sein Auftritt vor Gericht wurde Kult. Den anwesenden Journalisten zeigte er – wie einst der FIS-Jury – den Mittelfinger. Zudem beschimpfte er andere beteiligte Personen lautstark.
  • Nur sechs Monate später wurde Olli erneut verurteilt. Diesmal wegen Körperverletzung und Fahrens unter Alkoholeinfluss. Die Gefängnisstrafe von viereinhalb Monaten umging er, indem er 130 Tage Sozialdienst verrichtete. Danach kündigte er an, sein Comeback nun ernsthafter anzugehen als bisher. Als Ziel setzte er sich eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2014.
  • Das passte zusammen wie die Faust auf das Auge. Für Ollis Olympia-Ziel suchte er sich Hilfe bei „Häfnbruder“ Matti Nykänen. Der vierfache Olympiasieger, selbst dem Alkohol nicht abgeneigt, wollte mit Olli in Österreich ein Sommer-Trainingslager absolvieren. "Ich bin hundertprozentig sicher, dass Harri in einem Jahr wieder in der Weltspitze mitkämpft“, sagte Kurzzeit-Trainer Nykänen und behielt damit Unrecht. Von Sotschi 2014 war Olli letztendlich so weit entfernt wie sein Trainer von einem Saubermann-Image. In dieser Saison versucht Finnlands einstige Skisprung-Hoffnung erneut sein Comeback. Alles Gute, Harri!

 

Jakob Faber

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