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Seefeld erhält den Zuschlag: "Das ist ja voll geil!"

Es ist vollbracht!

Seefeld hat es geschafft und den Zuschlag zur Ausrichtung der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 erhalten.

Der Tiroler Wintersport-Ort setzte sich in einem wahren Stimmen-Krimi gegen Oberstdorf sowie Planica (SLO) und Almaty (KAZ) durch.

Nachdem der deutsche Bewerber in den ersten beiden Wahldurchgängen jeweils führte, riss Seefeld das Ruder in letzter Sekunde herum und entschied die Wahl mit 9:8 für sich.

Erstmals nach 20 Jahren kämpfen die Langläufer, Kombinierer und Skispringer wieder in Österreich um Gold, Silber und Bronze.

Ein Traum wird wahr

„Man kann sich nichts Besseres erträumen“, erklärt Alois Stadlober, einer der Helden der globalen Titelkämpfe 1999 in der Ramsau und bereits 1985 bei der Seefeld-Premiere am Start, im Gespräch mit LAOLA1.

„Ich kann Seefeld nur gratulieren, ich schreibe Werner (Frießer, Seefelds Bürgermeister, Anm.) gerade eine SMS. Wenn das Herz für die Nordischen schlägt, hofft man natürlich, dass es mit dem Zuschlag klappt. Es ist toll, dass sich Seefeld gegen die anderen durchsetzen konnte.“

WM als Initialzündung

Der 52-Jährige wurde vor 15 Jahren Weltmeister mit der Staffel und gewann überdies Silber über 10 Kilometer klassisch. Für einen Sportler könne es nichts Schöneres geben als ein Großereignis im eigenen Land.

„Das ist wichtig als Initialzündung. Vor allem junge Sportler haben damit ein Ziel. Man ist ganz einfach konzentrierter und fokussiert. Wenn es dann auch noch aufgeht, wie bei mir, ist es wie Weihnachten und Ostern zusammen.“

"Eine tolle Nachricht"

Auch Gregor Schlierenzauer freut sich, dass der Tiroler Tourismus-Ort den Zuschlag bekam. „Das ist eine tolle Nachricht für Österreich. Titelkämpfe im eigenen Land sind immer etwas ganz Spezielles, damit stehen die Region und das ganze Land im Schaufenster.“

Der 24-Jährige freut sich schon auf die Wettkämpfe („Die Großschanze wird vermutlich am Bergisel staffinden“) und hält die Bewerbung für „ein sehr verlockendes Paket – sowohl für den Athleten, als auch für den Zuschauer“.

Doppelte Freude

Über alle Maßen glücklich zeigt sich auch Ernst Vettori. „Es ist ein Traum!“, erklärt der Olympiasieger von 1992. „Das beim ersten Mal zu schaffen, ist ein Hit. Für mich kommt es eigentlich überraschend, aber ich so happy, dass wir es geschafft haben.“

Der 49-Jährige hat gleich doppelt Grund zur Freude. „Mein Papa feiert seinen 80er. Heute wird richtig gefeiert.“

Vor 29 Jahren, als die Nordische Ski-Welt erstmals alle Augen auf den WM-Ort Seefeld richtete, war er bereits dabei und gewann mit der Mannschaft Silber. „Eigentlich wäre mehr drin gewesen“, erinnert er sich zurück. „Nach dem ersten Durchgang (im Einzel) war ich immer ganz vorne platziert, habe dann aber einen Bock geschossen. Aber das ist jetzt egal, ich finde es toll, dass wir wieder eine WM haben.“

Von Mario zu Super-Mario

Einer, der das Gefühl einer Heim-WM ebenfalls bestens kennt, ist Mario Stecher. Der Steirer avancierte 1999 zu „Super-Mario“, als er Silber in der Nordischen Kombination gewann.

„Da brauchen wir nicht lange diskutieren – das ist eine sensationelle Sache für den ÖSV, Seefeld und ganz Tirol. Jeder, der mit dem Sport verbunden ist, ist in Feierstimmung“, freut sich auch er über das „Ja zu A(ustria)“.

Titelkämpfe vor heimischer Kulisse seien „ein riesen Ansporn“. Er selbst habe damals das komplette Training umgestellt. Langfristig gesehen sei es vielleicht ein Fehler gewesen, für die Bewerbe in der Ramsau war er allerdings topfit.

"Zu einhundert Prozent dabei"

Nicht zu unterschätzen ist allerdings die nervliche Komponente, meint der 36-Jährige. „Es war eine Drucksituation, mit der ich mich fast nicht zurechtgefunden habe.“ Erst im allerletzten Wettkampf, als schon alles verloren schien, rettete er die Ehre der Kombinierer.

2019 wird er nicht mehr aktiv sein – entgehen lassen will er sich das Spektakel aber keinesfalls. „Ich weiß nicht, was ich dann mache, aber ich werde zu einhundert Prozent vor Ort sein, sofern ich gesund bin.“

Ramsau hat geprägt

Zwei, die dort selbst ins Geschehen eingreifen wollen, sind Mario Seidl und Stefan Kraft. Ersterer hält die Möglichkeit, sich zuhause vor einer Weltöffentlichkeit zu präsentieren, für „eine super Sache“.

„Ich war 1999 in der Ramsau als Zuschauer dabei und habe die Langlauf-Staffel gesehen. Das hat mich schon geprägt. So eine WM hat man immer im Hinterkopf. Vor heimischem Publikum ist es natürlich schöner. Da muss es das Ziel sein, dabei zu sein und auf Medaillenjagd zu gehen.“

"Das ist ja voll geil"

Kraft war überrascht, als er von LAOLA1 über den Zuschlag Seefelds erfuhr. „Echt? Das ist ja voll geil“, entfuhr es dem Salzburger. „So eine WM ist auf jeden Fall etwas, das anspornt. Ich will bis dahin gesund bleiben und schauen, dass alles gut läuft. Natürlich will man dort zuschlagen.“

Der erste Schritt ist mit dem Zuschlag für Seefeld geschafft. Jetzt gilt es, in den nächsten Jahren alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Titelkämpfe nicht nur aus organisatorischer, sondern auch aus sportlicher Sicht zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.


Christoph Nister

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