Vettori zu Elden: "Kam auch für mich überraschend"

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Als eine der wenigen Wintersportarten befindet sich die Nordische Kombination bereits in der Sommer-Pause.

Langweilig wird ÖSV-Renndirektor Ernst Vettori in den nächsten Wochen trotzdem nicht.

Der Tiroler hat in seiner zweiten Sparte neben den Skispringern einiges zu tun.

„Das kam auch für mich total überraschend“

Allen voran muss er einen Nachfolger für Cheftrainer Bard Jörgen Elden finden.

Der Norweger ist nach drei Jahren beim ÖSV zurückgetreten, weil er mit seiner Familie wieder in die Heimat zurückkehren möchte.

„Das kam auch für mich total überraschend. Ich hätte gerne gehabt, dass wir zumindest bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi weitermachen. Aber er wollte zurück nach Norwegen“, erklärt Vettori.

Der ÖSV stehe nun vor einer „kurzfristigen Herausforderung, die wir gemeinsam lösen müssen“.

Kein Stress

Ein Zeitfenster, bis wann der Nachfolger feststehen soll, gibt es nicht.

Vettori: „Ich habe da echt keinen Stress. Es geht dir auch nicht gut, wenn du dir Stress machst – die Entscheidung muss gut überlegt sein. Wir werden uns im Team genau besprechen und vielleicht gibt es ja schon bald einen Nachfolger.“

Der neue Kombi-Chefcoach soll jedenfalls den eingeschlagenen Weg von Elden weitergehen.

Im läuferischen Bereich hat der 43-Jährige, der als Aktiver 62 Mal Laufbestzeit erzielte, Stecher und Co. auf ein anderes Level gebracht.

„Seine Änderungen haben sehr gut funktioniert. Er hat viele neue Ideen eingebracht und das Niveau im Langlaufen stark gehoben“, weiß auch Vettori.

Durchwachsene Saison

Trotzdem verlief die Saison 2011/12 abgesehen von Bernhard Gruber (Vierter im Gesamtweltcup) und Wilhelm Denifl (ersten Podestplatz geholt) äußerst durchwachsen.

Vor allem die Routiniers Mario Stecher, Christoph Bieler und David Kreiner hatten immer wieder mit diversen Problemen zu kämpfen.

Vettori: „Bieles hat sich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert, wobei er natürlich noch viel mehr kann. Aber mit sieben Top-Ten-Plätzen darf er nicht unzufrieden sein.“

Stecher fehlte die Sicherheit

Auch bei Stecher versucht der Renndirektor zu relativieren.

Aufgrund einer Knie-Verletzung im Sommer konnte der Steirer nämlich kaum Mattensprünge absolvieren.

„Das spürt man natürlich“, meint Vettori. „Da hilft dann auch die Routine nichts, weil einfach die Sicherheit fehlt. Läuferisch wäre er gut gewesen.“

Während Bieler und Stecher mit ziemlicher Sicherheit eine weitere Saison in Angriff nehmen, steht die Zukunft von Kreiner noch in den Sternen.

Kreiners Zukunft noch unklar

Der 31-jährige Kitzbüheler hat sich vorerst eine Auszeit genommen, wird sich aber in Kürze entscheiden, wie es bei ihm weitergeht.

„Wir treffen uns nächste Woche, da werden wir die Zukunft besprechen. Was immer er für sich entscheidet, ist zu respektieren“, meint Vettori.

Wie gesagt: Langweilig wird dem 47-Jährigen nicht, muss er doch neben Einzelgesprächen und Saison-Analysen auch noch einen neuen Cheftrainer suchen.

Kurt Vierthaler

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