Stecher: "Es macht noch immer großen Spaß"

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Lange Zeit wurde spekuliert und gemutmaßt.

Macht er weiter oder lässt er es sein?

Mario Stecher gab im Sommer die Antwort und beendete alle Spekulationen. "Ich fühle mich fit genug, um meine Karriere fortzusetzen."

Mit nunmehr 37 Jahren zählt er zwar in puncto Geburtstermin zum alten Eisen, sportlich gesehen ist er hingegen weiterhin eines der heißesten, das der Österreichische Skiverband (ÖSV) in der Nordischen Kombination im Feuer hat.

"Ich glaube, dass ich gerade im Langlaufbereich auf einem sehr, sehr guten Level bin", erklärt der Steirer im Gespräch mit LAOLA1. Er habe schließlich die ganze Zeit darauf hingearbeitet, die Saison bestreiten.

Wenn, dann richtig

Zwar entschied er sich letztendlich erst im Sommer dafür, seine Weltcup-Karriere, die er im Dezember 1993 mit einem siebenten Platz begann, fortzuführen, doch für den Routinier war von Beginn an klar: "Wenn ich es noch einmal probiere, dann mach ich das gescheit!"

Seit Mitte Juli hüpft der mehrfache Team-Olympiasieger und -Weltmeister wieder von den Schanzen dieser Welt, lässt es dabei allerdings vorsichtig angehen.

Qualität vor Quantität

Es sei bislang alles sehr positiv verlaufen, doch die Teamkollegen haben "in etwa das Doppelte - mindestens" an Sprüngen in den Beinen. Kein Problem für Stecher, liege die Priorität nicht auf der Anzahl der Versuche.

"Wichtig ist, dass die Sprünge, die im letzten Monat vor dem Winter kommen, qualitativ hochwertig sind." Abruderer wolle er vermeiden, es gehe vorrangig darum, Sicherheit zu gewinnen. "Qualität geht ganz klar vor Quantität."

Der Körper braucht Pausen

Klar ist allerdings, dass Stechers Körper in den letzten Jahren immer häufiger Signale sendet, die ihn in Form von Verletzungen zurückwarfen.

"Ich bin halt keine 15, 16 Jahre mehr, sondern 37. Mein Knie ist nicht mehr so, wie es früher war. Ich muss ein bisschen mit meinen Kräften haushalten, da reichen oft auch mal nur vier Sprünge anstatt von sechs oder sieben, wie andere sie absolvieren."

Mario Stecher gehört seit 1993 zur Weltspitze in der Nordischen Kombination

Stecher will ganz nach vorne

Angst, dass ihm am Ende doch Sprünge fehlen könnten, hat der Altmeister keine. Im Gegenteil, er traut sich auch im hohen Kombinierer-Alter "absolut" zu, den Jungspunden das Fürchten zu lehren.

Auch im Olympia-Winter sei er "mit sehr, sehr wenig Training" gar nicht so weit weg gewesen. "Mitkämpfen um den Sieg, mitkämpfen um die Podestplätze - das ist es, was ich will."

Ungestillte Gier nach Erfolg

Die Gier nach Erfolg ist auch mit 37 Jahren ungestillt. Auch deshalb, weil sich die Nordische Kombination in den letzten Jahren wieder deutlich nach vorne entwickelt hat.

Vorbei die Zeiten, in denen Penalty Race oder Hurricane-Start für Verwirrung und ein schwer durchschaubares System sorgten. Vorbei auch die Zeiten, in denen Stecher die Lust verging und er sich gegenüber LAOLA1 als "Marionette der FIS" fühlte.

Letzte Saison? "Weiß ich nicht"

Unter Renndirektor Lasse Ottesen geht es Stück für Stück voran, Experimente bleiben weitgehend aus. "Das kann man nur begrüßen", zeigt sich Stecher über die Entwicklung erleichtert.

"Fast jeder Wettkampf endet in einem Zielsprint und ist somit bis zum Schluss spannend. Am Format, wie wir es jetzt haben (ein Sprung, zehn Kilometer Langlauf), muss man nicht großartig etwas ändern."

Ein wichtiger Grund, warum er seine Karriere um ein Jahr verlängert. Ob es diesmal die letzte ist? "Das weiß ich noch nicht. Ich will gesund sein und das bin ich. Es macht noch immer großen Spaß."


Christoph Nister

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