Bieler schließt Weitermachen bis über 40 nicht aus

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Im Gegensatz zu Mario Stecher hat sich der zweite große ÖSV-Routinier Christoph Bieler für die erste Weltcupphase der Nordischen Kombinierer qualifiziert.

Und nicht nur das, der 37-jährige Tiroler zeigte beim Auftakt in Ruka mit Platz sieben und im Verbund mit Youngster Bernhard Flaschberger als Fünfter im Teamsprint, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Noch mit Riesengaudi dabei

"Ich bin überzeugt davon, dass ich nach wie vor auf das Podest kommen kann. Das ist auch der Grund, warum ich noch dabei bin und noch eine Riesengaudi daran habe und mich ins Zeug lege", meinte Bieler.

Es mache ihn stolz, dass er in seinem Alter noch vorne mitmischen könne. Seinen bisher letzten Sieg feierte er im Februar 2013, bereits damals als ältester Gewinner in der Weltcupgeschichte der Kombination.

Beschwerdefrei

Anders als der gleichaltrige Stecher, der schon des Öfteren schwer verletzt, sei er komplett beschwerdefrei.

"Ich habe gesunde Knie, kein Kreuzweh. Ich kann im Sommer nach wie vor die Berge rauf und runter laufen wie ein Junger. Was ein Stecher leider nicht mehr kann. Ich habe keine Einschränkungen im Training, was natürlich ein Vorteil für mich im Skispringen ist", sagte Bieler im Gespräch mit der APA.

In der Vorwoche überzeugte er in seiner Spezialdisziplin als Zwischenführender nach dem Springen.

Keine Angst vor dem "Alter"

Ob die laufende WM-Saison seine letzte ist, lässt er offen. "Es könnte so sein. Das Feuer muss nach der Saison noch brennen", erklärte Bieler, der sich aber sogar vorstellen kann, auch mit 40 noch dabei zu sein.

"Warum nicht, das sind noch drei Jahre, es gibt gute Beispiele im Skispringen mit Kasai und im Biathlon mit Björndalen. Warum soll es nicht auch einen Kombinierer geben, der 40 und erfolgreich ist. Ich habe davor keine Angst und fühle mich nicht so alt wie ich bin."

Regeneration wichtig

Mit den Trainingsintensitäten der Jungen im Langlauf könne er freilich nicht mehr ganz mithalten. Außerdem habe er es im Laufe seiner Karriere in der Loipe auch schon übertrieben, was dann zu einem länger anhaltenden Leistungseinbruch geführt habe.

"Das perfekte Training besteht nach wie vor aus Belastung und Regeneration", meint der Familienvater. Um Erfolg zu haben, müsse man aber natürlich an seine Grenzen gehen, mit der Einschränkung den Grat nicht zu überschreiten.

"Ich habe aber trotzdem versucht, mich durch Umfänge und Intensitäten in einem kleinen Bereich zu steigern, mit dem Hintertürchen, dass es nicht zu viel sein soll."

Auch Gruber in starker Form

Noch deutlich besser als Bieler war beim Auftakt in Finnland Bernhard Gruber als Zweiter hinter dem Deutschen Johannes Rydzek.

Der Salzburger scheint nach einer durchwachsenen Olympiasaison wieder in Topform zu sein.

"Ich habe die gewisse Mischung aus Grundlage und intensiven Einheiten gefunden, das funktioniert sehr gut, damit werde ich jetzt weiterfahren." Die ersten zwei Gelegenheiten dazu hat er am Wochenende in Lillehammer.

Stecher muss noch warten

Neben den beiden Routiniers überzeugten zum Auftakt auch die Nachwuchshoffnungen Philipp Orter (9.) und Flaschberger (14.).

Nicht nach Wunsch lief es hingegen für den erfahrenen Wilhelm Denifl (41.).

Der nicht nominierte Stecher erhält erst auf der übernächsten Station in der Ramsau die Chance, sich im Weltcup zu beweisen.

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