Stadlober "Weltklasse", ÖSV-Kombinierer räumen ab

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Vor einer Woche noch geschlossen im hohen Norden, haben sich die Wege der nordischen Wintersportler wieder getrennt.

Für die Skispringer stand die Premiere in Nizhny Tagil auf dem Programm, derweil legten die Langläufer einen Zwischenstopp in der Schweiz ein.

Die Kombinierer durften eine Pause einlegen und bereiten sich auf den Weltcup in der Ramsau vor, die zweite Garde zeigte dafür kräftig auf.

LAOLA1 blickt zurück auf das Wochenende und verrät, wer die Überflieger waren und wer einen Weltcup zum Vergessen hatte:

DIE TOPS

Anders Fannemel

"Der ist richtig gut drauf", erklärte Cheftrainer Alexander Stöckl vor einer Woche gegenüber LAOLA1 und hoffte darauf, dass bei seinem Schützling endgültig der Knoten platzt. Genau das ist in Nizhny Tagil, rund 26 Autostunden östlich von Moskau gelegen, passiert. Der 23-Jährige gewann sein erstes Springen und war in dieser Saison nie schlechter als Sechster. Völlig zu Recht reist er als Weltcup-Führender nach Engelberg.

 

Russische Fans

Wer hätte das gedacht? Am Samstag pilgerten rund 10.000 Fans zum Berg Dolgaja, um die Weltcup-Premiere in der 360.000-Einwohner-Stadt live mitzuerleben. Währenddessen waren beim Ski-Weltcup in Are - überspitzt gesagt - mehr Medienvertreter als Zuschauer an der Strecke. Russland ist ein schlafender Riese und zugleich ein wichtiger Markt für die FIS.

 

Conti-Cup-Team

"Jo, ist denn heut scho Weihnachten?", mag sich mancher Fan der Skisprung-Damen gefragt haben. Nicht ganz, ein vorweihnachtliches Geschenk bekamen sie dennoch "überreicht". Aufgrund der langen Weltcuppause bestritten Andreas Felders Mädels zwei Conti-Cup-Springen im norwegischen Notodden. Die Ausbeute für Daniela Iraschko-Stolz, Jacqueline Seifriedsberger und Co.: Zwei Siege und insgesamt fünf Podestplätze. Die Männer gastierten in Rena (NOR), wobei Manuel Fettner (ein Sieg, dreimal Top-5) und Manuel Poppinger (ein Mal Dritter, drei Top-6-Plätze) überzeugten.

Das Kombi-Team räumte in Utah ab

Rot-weiß-rote Kombinierer

Während die Weltcup-Mannschaft eine Pause einlegte, ließ die zweite Garde beim Conti-Cup in Übersee aufhorchen. Angeführt von Tomaz Druml feierten die ÖSV-Kombinierer in Park City am Freitag einen Fünffachsieg. Zur Draufgabe legte Druml am Samstag Sieg Nummer zwei nach. "Es war eine mörderische Strecke", erklärte der Kärntner nach seinen Erfolgen. Die Anstiege seien "verrückt" gewesen, die Abfahrten extrem eisig. Mit dem Double drängt er sich förmlich für einen Weltcupeinsatz auf.

 

Teresa Stadlober

Der Langlauf in Österreich lebt! Die Causa Johannes Dürr hängt den Athleten zwar weiter nach, doch die 21-jährige Teresa Stadlober kämpft dagegen an und überzeugte in Davos mit ihrem besten Weltcupergebnis. Über 10 km klassisch landete die ehemalige Junioren-Weltmeisterin auf dem 16. Platz. "Eine Top-Leistung! Das war absolute Weltklasse. Sie ist mit (Justyna) Kowalczyk mitgelaufen und hat die Gunst der Stunde genützt. Es freut mich sehr für sie", schwärmte der sportliche Leiter Markus Gandler bei LAOLA1 von seinem Schützling.

 

ÖSV-Adler

Vierter (Michael Hayböck), Fünfter (Gregor Schlierenzauer) und Achter (Thomas Kraft) sind Österreichs Skispringer im Gesamtweltcup - mannschaftlich sensationell. Vom Gedanken, der ÖSV könne weiterhin alles dominieren, muss man sich verabschieden und stattdessen die starken Leistungen in Nizhny Tagil honorieren. Schlierenzauer (Zweiter am Samstag) und Kraft (Dritter am Sonntag) haben für Podestplätze gesorgt, Hayböck setzte seine Top-10-Serie fort und auch Andreas Kofler gab mit Rang elf am Sonntag ein Lebenszeichen von sich.

 

Simon Ammann glänzte mit Abwesenheit

DIE FLOPS

Viele Abwesende

Es ist durchaus nachvollziehbar, dass sich Athleten während einer kräfteraubenden Saison kleine Schaffenspausen gönnen, bedauerlich ist es trotzdem. So fehlten gleich mehrere Top-Springer in Nizhny Tagil. Der Schweizer Simon Ammann und der Tscheche Roman Koudelka machten ebenso einen großen Bogen um Russland wie das gesamte japanische A-Team um Noriaki Kasai, das sich einen Heimaturlaub gönnte. Stattdessen ging die B-Mannschaft an den Start und blieb ohne Top-20-Platzierung.

 

Die Polen

Ohne Kamil Stoch im Leistungsloch! Der überragende Skispringer der letzten Saison fehlt weiterhin verletzungsbedingt und kann in den Reihen der Polen nicht ansatzweise ersetzt werden. Piotr Zyla rettete zwar als Samstags-Zehnter die Ehre seiner Mannschaft, doch am Sonntag ging das Team komplett leer aus und hatte keinen einzigen Athleten im zweiten Durchgang.

 

Das Wetter

Es ist wie verhext: Erst musste das zweite Springen in Lillehammer nach nur einem Durchgang abgrochen werden, nun auch jenes in Nizhny Tagil vor den Top-10. Starker Seitenwind machte den Athleten schwer zu schaffen, Andreas Kofler hatte großes Glück, dass nichts Schlimmeres passierte. Skispringen ist und bleibt ein Freiluftsport - trotzdem tun die ständigen Unterbrechungen und Abbrüche der Sportart nicht gut.

 

Die Konkurrenz der Norweger

Letzte Woche haben wir die norwegische Dominanz als Flop eingestuft, weil sie dem Sport nicht gut tut. Daran hat sich nichts geändert, allerdings kann man Therese Johaug, Martin Sundby und Co. wenig vorwerfen. Auch in Davos gingen sämtliche Siege an die Langlauf-Hochburg. Kritik müssen sich alle anderen Länder gefallen lassen, denn offensichtlich hinken sie den "Wikingern" meilenweit hinterher. Inzwischen ist die Überlegenheit der Norweger so eklatant, dass man sich schon freut, wenn zumindest dritte Plätze - im konkreten Fall an Kerttu Niskanen (FIN) und Dario Cologna (SUI) - an die Konkurrenz gehen.


Christoph Nister

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