Mit neuer Zuversicht

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Verfolger-Gold für Lesser und Dorin-Habert

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Deutschlands Herren haben nach vier Jahren wieder einen Biathlon-Weltmeister. Erik Lesser holte sich am Sonntag in Kontiolahti mit einer fehlerfreien Leistung den Titel in der Verfolgung.

Der 26-Jährige setzte sich über 12,5 km vor dem Russen Anton Schipulin und dem Norweger Tarjei Bö durch. Die Österreicher zeigten sich nach ihrem Debakel im Sprint deutlich verbessert. Simon Eder wurde Zwölfter.

"Wichtiges Ergebnis" für Eder

Die ÖSV-Herren waren nach einem völlig verpatzten Vortag in relativ aussichtslosen Positionen ins Rennen gegangen, schoben sich aber allesamt nach vorne.

Die beste Leistung bot Eder, der nur einmal daneben schoss und 34 Ränge gutmachte. Am Ende fehlten ihm 1:16,9 Minuten auf Lesser. In der isolierten Verfolgungs-Zeit wäre nur Schipulin schneller gewesen als der 32-jährige Salzburger.

"Den Liegend-Fehler habe ich leider verrissen, aber insgesamt bin ich mit dem Wettkampf und meiner Leistung sehr zufrieden", sagte Eder. "Das war für mich auch hinsichtlich des Massenstarts ein wichtiges Ergebnis."

Ex-Weltmeister Dominik Landertinger verbesserte sich mit zwei Schießfehlern stehend um 24 Positionen auf Rang 15. Daniel Mesotitsch und Julian Eberhard liefen mit drei bzw. sieben Fehlschüssen auf die Plätze 26 bzw. 37.

"WM fängt neu an"

"Hinsichtlich der Ausgangsposition muss ich mit der Platzierung zufrieden sein. Zwei Fehler sind in Ordnung, vor allem weil ich beim ersten Stehendschießen starken, böigen Wind hatte", erklärte Landertinger, der am Vortag überraschend auch in der Loipe zu kämpfen hatte.

"Läuferisch ging es heute schon viel besser. Jetzt heißt es mit voller Konzentration nach vorne schauen. Mit dem Einzelbewerb am Donnerstag fängt die WM für mich wieder neu an."

Lesser geht mit dem Hochgefühl eines WM-Titels in die weiteren Rennen. Der Olympia-Zweite im Einzel hatte zuvor noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen, blieb aber als einziger Athlet im 60-köpfigen Feld in allen vier Schießeinlagen fehlerfrei.

Fourcade erneut ohne Edelmetall

Der bisher letzte deutsche Weltmeister bei den Herren war Arnd Peiffer 2011 im Sprint in Chanty-Mansijsk gewesen.

Tarjei Bö holte auch im dritten Rennen in Kontiolahti Bronze. Bei bisher 20 Antritten in WM-Bewerben lief der 26-Jährige unglaubliche zwölfmal in die Medaillenränge.

Sein Bruder Johannes Thingnes Bö dagegen fiel nach Gold im Sprint in einem völlig verpatzten Rennen mit acht Fehlschüssen auf Platz 31 zurück. Altmeister Ole Einar Björndalen wurde Fünfter. Weltcup-Gesamtsieger Martin Fourcade verpasste als Siebenter erneut eine Medaille.

Zweites Gold für Dorin-Habert

Die Französin Marie Dorin-Habert hat am Sonntag auch die Verfolgung über 10 km bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Kontiolahti gewonnne.

Die Sprint-Weltmeisterin setzte sich trotz drei Strafrunden 15,3 Sekunden vor der Deutschen Laura Dahlmeier (zwei Strafrunden) durch. Bronze sicherte sich die Sprint-Zweite Weronika Nowakowska-Ziemniak aus Polen (3/+ 31,6 Sek.).

Als beste Österreicherin landete Lisa Theresa Hauser (2/2:43,8) unmittelbar vor Dunja Zdouc (3/2:44,4) auf dem 22. Platz. Katharina Innerhofer (3/3:48,4) wurde 32.

"Habe das nie und nimmer erwartet"

Dorin-Habert hält damit fünfeinhalb Monate nach der Geburt ihrer Tochter Adele, die am 19. September zur Welt kam, bereits bei drei WM-Medaillen in Finnland, denn mit der Mixed-Staffel hatte die nunmehrige Doppelweltmeisterin bereits Silber geholt.

"Ich habe das nie und nimmer erwartet, habe das nicht für möglich gehalten", staunte die 28-Jährige über sich selbst.

Marie Dorin-Habert ist seit Juni 2011 mit ihrem früheren Teamkollegen Lois Habert verheiratet. Der Ehemann ist mittlerweile Trainer der Franzosen. Die Sportlerin hatte die ganze Schwangerschaft über trainiert.

Vor der Geburt im Sommer war allerdings nur Skirollertraining, Radfahren und Stehendschießen möglich. Das dosierte Training unter ärztlicher Aufsicht hat sich ausgezahlt, wie die WM-Erfolge beweisen.

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