Wieder Blech! Mesotitsch geht erneut leer aus

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Der Kärntner Daniel Mesotitsch hat sich am Sonntag auch im zweiten Einzelrennen der Biathlon-Weltmeisterschaften in Ruhpolding mit dem undankbaren vierten Platz begnügen müssen.

Der 35-Jährige lag in der Verfolgung über 12,5 km lange auf Medaillenkurs, musste kurz vor dem Ziel aber noch den Russen Anton Schipulin vorbeilassen.

Über Gold durfte vor 28.000 Zuschauern wie im Sprint Titelverteidiger Martin Fourcade jubeln.

6,3 Sekunden fehlten auf Bronze

Der Franzose setzte sich vor dem Sprint-Dritten Carl Johan Bergman (SWE/5,2 Sek.) und dem als 13. gestarteten Shipulin (22,1) durch. Mesotitsch fehlten diesmal nur 6,3 Sekunden auf seine erste WM-Einzelmedaille.

Anders als nach dem Sprint war die Enttäuschung des ÖSV-Skijägers über "Blech" diesmal aber groß.

"Ich habe Bronze eine Kilometer vor dem Ziel verloren, das ist schon bitter. Heute bin ich schon enttäuscht, weil mehr möglich gewesen wäre. Zu sagen, ich habe mit dem vierten Platz überhaupt keine Freude, wäre übertrieben, aber bei der WM zählen eben nur die Medaillen", sagte Mesotitsch.

Mesotitsch hat die Chance "vertan"

Zur Halbzeit des Rennens war der Rosentaler sogar in Führung gelegen, deshalb ärgerte er sich auch gehörig über den unglücklichen Ausgang.

"Heute war die Chance, sogar Weltmeister zu werden, relativ groß. Ich habe sie vertan, wer weiß, wann sie wiederkommt. Dementsprechend geknickt bin ich auch." Zudem sei das Rennen ungünstig für ihn verlaufen.

"Mit ein bisschen mehr Glück wäre es sich ausgegangen", meinte Mesotitsch.

Gösweiner: "Das tut weh"

Je ein Fehlschuss bei den abschließenden Einlagen verhinderten die mögliche Medaille, denn läuferisch konnte Mesotitsch mit dem Toptrio Fourcade (4 Schießfehler), Bergman (2) und Shipulin (1) nicht ganz mithalten.

Auch ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner war die Enttäuschung über die neuerlich knapp verpasste Medaille ins Gesicht geschrieben. "Das tut weh, aber leider laufen die da vorne alle sehr, sehr stark. Es war aber ein super Rennen von Meso", meinte Gösweiner gegenüber der APA.

Domracheva fixierten ihren ersten WM-Titel

Dabei verfehlte sie zwei Scheiben, während ihre große Rivalin fehlerlos blieb. Auf der Strecke ließ sie nichts mehr anbrennen und sicherte sich mit 25,1 Sekunden Vorsprung ihren ersten WM-Titel.

Neuner machte mit Silber den Medaillensatz komplett, Bronze ging an die Russin Olga Vilukhina (1 Fehler/+ 1:15,4 Minuten).

Österreicherin war keine am Start, da Ramona Düringer freiwillig verzichtete, um sich auf die weiteren Aufgaben optimal vorbereiten zu können.

Stimmen zum Rennen:

Daniel Mesotitsch (4.): "Gestern habe ich mich gefreut, heute bin ich enttäuscht, schließlich habe ich erst einen Kilometer vor dem Ziel Platz drei verloren. Das zipft mich natürlich schon an. Stehend habe ich leider nicht so gut gearbeitet, dass es für die Medaille gereicht hat. Die vierte Runde mit Bergman war echt schlimm und in den ersten beiden Runden musste ich leider selber das Tempo machen. Sicher mit ein Grund, warum mir in der letzten Runde die Körner gefehlt haben. Die Ergebnisse im Sprint und in der Verfolgung versprechen aber einiges für den Einzelbewerb, vielleicht kommt meine Zeit noch."

Dominik Landertinger (31.): "Bis zum letzten Schießen war das heute ein sensationelles Rennen. Was dann passiert ist, kann ich noch nicht sagen. Es war ein Blackout, ein Fehler in der Konzentration. Einfach nur sinnlos. Ich kann nur noch hoffen, dass es irgendwann wieder bergauf geht."

Simon Schempp (9.): "Heute ging es deutlich besser als gestern. Ich bin beim Schießen ganz gut durchgekommen, auch wenn mich die zwei Fehler im zweiten Liegendanschlag doch ärgern. Ansonsten kann ich mit dem neunten Platz sicher zufrieden sein!"

Andreas Birnbacher (12.): "Heute war es wieder besser, ich hatte super Material. Ärgerlich war, dass ich immer die letzten Schüsse daneben gesetzt habe. Im Einzel greifen wir wieder an."

Arnd Peiffer (17.): "Das Rennen heute hat mir definitiv wieder etwas Selbstvertrauen zurückgeben."

Der Rest wieder geschlagen

Die restlichen Österreicher landeten wieder im geschlagenen Feld. Dominik Landertinger (31./4 Strafrunden), Simon Eder (34./2) und Christoph Sumann (42./2) konnten sich nach bereits schlechten Sprintergebnissen nicht entscheidend verbessern.

Ex-Weltmeister Landertinger hatte sich zunächst bis an die zehnte Position nach vorne gearbeitet, vier Fehler im letzten Schießen ("Ein Blackout. Ich kann nur noch hoffen, dass es irgendwann wieder bergauf geht.") machten seine Hoffnungen auf einen Spitzenplatz dann aber jäh zunichte.

Sumann: "Das war wieder nichts"

Auch Sumann zeigte neuerlich eine für seine hohen Ansprüche schwache Leistung.

"Das war wieder gar nichts. Wenn ich im Einzel so laufe, komme ich nicht einmal ins Ziel", sagte der sichtlich gezeichnete Steirer, der sich seinen WM-Abschied ganz anders vorgestellt hat und nun am Dienstag wohl seine letzte Chance hat.

Fourcade überglücklich

Denn wie Landertinger und Eder braucht Sumann im 20-km-Rennen einen Spitzenplatz, um sich noch für den abschließenden Massenstart zu qualifizieren.

Mesotitsch hat das längst geschafft. Zweimal Gold nach zwei Bewerben hat Fourcade geschafft, das übertrifft seine kühnsten Träume. "Zwei Goldmedaillen sind viel mehr als ich mir in meinem ganzen Leben erwartet habe", stellte der 23-Jährige fest.

Zweikampf bei den Damen

Der Damenbewerb kristallisierte sich schnell als Zweikampf zwischen Sprint-Weltmeisterin Magdalena Neuner und Vize-Weltmeisterin Darya Domracheva heraus.

Die Deutsche musste bis zum letzten Schießen nur einmal in die Strafrunde (Domracheva zwei Mal) und kam mit komfortablem Vorsprung zum letzten Stehendanschlag.

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