"Das hat uns gar nicht gepasst"

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"Wollen die Euphorie aus Östersund mitnehmen"

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Nach dem erfolgreichen Weltcupauftakt im schwedischen Östersund gehen die ÖSV-Biathleten beim Heimweltcup in Hochfilzen selbstbewusst und mit großer Vorfreude an den Start.

Im Sprint (Freitag), der Verfolgung (Samstag) sowie dem Staffelrennen (Sonntag) hofft das österreichische Team erneut auf Spitzenplatzierungen.

Zumal die Mannschaft gerade in Hochfilzen etwas wiedergutzumachen hat: Noch nie gab es dort einen Heimsieg, im Vorjahr noch nicht einmal einen Platz auf dem Stockerl. Zuletzt stand Simon Eder 2009 und 2010 in der Verfolgung jeweils als Zweiter auf dem Podium.

Lokalmatador

Nach Rang zwei im Einzel und dem damit verbundenen Ende einer zweijährigen Durststrecke freut sich Dominik Landertinger besonders auf das Heimrennen: „Das waren wichtige Ergebnisse und wir kommen mit sehr viel Selbstvertrauen in die Heimat", so der Hochfilzener.

"Ich fühle mich gut und freue mich auf die Heimrennen. Der Schießstand in Hochfilzen ist kritisch, weil der Zulauf schwierig ist, da heißt es aufpassen. Wenn ich meine Laufform abrufen kann und am Schießstand konzentriert arbeite, ist aber viel möglich. Ich freue mich auf das heimische Publikum und die gewohnt tolle Stimmung in Hochfilzen."

Trefferquote von 90 Prozent

Auch Christoph Sumann ist topmotiviert: "Durch den guten Auftakt ist das Medien- und Zuschauerinteresse zum richtigen Zeitpunkt gestiegen. Wir wollen die Euphorie aus Östersund mitnehmen und an die gezeigten Leistungen anschließen," so der 36-Jährige.

ÖSV-Cheftrainer Remo Krug gibt folgende Devise aus: "Wir wollen wieder zeigen, dass wir im Laufen nah an der Weltspitze dran sind und im Schießen eine Trefferquote von 90 Prozent und besser erreichen. Man hat gesehen, wenn das gelingt, können wir um die Podestplätze mitlaufen."

Eberhard im Sprint dabei

Mit drei Siegen in vier Bewerben des IBU-Cups hat sich Julian Eberhard für den Weltcup empfohlen und ein Startticket ergattert.

"Der Einsatz im Sprint ist das Ergebnis der guten Leistungen in den letzten zwei Wochen. Ich hoffe, an diese Form anschließen zu können, dann werde ich mit dem Ergebnis sicher zufrieden sein. Zu Hause genießen wir natürlich den Heimvorteil und die perfekten Bedingungen. Ich hoffe, die Fans werden eine Freude mit uns haben," blickt der 26-Jährige den Rennen in Hochfilzen optimistisch entgegen.

ÖSV-Teams

Neben Eberhard, Sumann und Landertinger werden Eder und Fritz Pinter im Sprint sowie Daniel Mesotitsch in der Staffel starten.

Bei den Damen treten Romana Schrempf und Iris Schwabl im Sprint an, Lisa Hauser und Katharina Innerhofer verstärken die beiden in der Staffel an.

Nach Platz zwei in Östersund will Landertinger auch in Hochfilzen aufs Stockerl

Landertinger schielt auf Gesamt-Weltcup

Auf seiner Homepage berichtet Dominik Landertinger von den Beschaffenheiten in Hochfilzen: „Das Training heute war schon mal super, ich habe mich wohl gefühlt! Hochfilzen ist bereit und wir sind es auch!“

Als Saisonziel gibt er an: „Ich möchte schauen, dass ich im Gesamt-Weltcup ganz vorne mitmischen kann. Was dabei herauskommt, werden wir dann sehen.“

Neue Saison, neuer Trainer

Im LAOLA1-Interview spricht "Landi" über die neue Saison, den neuen Cheftrainer und die Heim-Wm 2017 in Hochfilzen.

LAOLA1: Welche Veränderungen hat der Trainerwechsel für dich mit sich gebracht?

Dominik Landertinger: Reini (Reinhard Gösweiner, Anmerk.) ist für mich einer der besten Trainer der Welt. Dass er nicht mehr unser Trainer ist, tut mir wirklich weh. Mit Remo arbeite ich neu zusammen, bislang passt es gut, er hat starke Ansätze. In privater Hinsicht arbeite ich weiter mit Reini zusammen. Von den Trainingsplänen kann ich aber nicht zweigleisig fahren. Da wird gemacht, was Remo sagt, dazu bringe ich meine Erfahrung ein.

LAOLA1: Wie ist deine Beziehung zu Remo Krug?

Landertinger: Die passt gut. Remo ist ein netter Kerl, da gibt es nichts auszusetzen. Er lebt den Sport, ist richtig biathlonfanatisch. Aus meiner Sicht ist es das Wichtigste, dass ein Trainer sich voll reinhaut in seinen Beruf – und genau das macht er.

Nach zwei Jahren wieder auf dem Podium

LAOLA1: Ihr hattet eine ungemein kräftezehrende Vorbereitung. Besteht die Gefahr, dass man dabei überdreht?

Landertinger: Bormio (Höhentrainingslager im August, Anmerk.) war extrem anstrengend, auch mit der Höhe. Man kann das schon so durchziehen, muss aber auch aufpassen. Danach ist eine Erholungsphase wichtig. Es ist wichtig, selbst auf den Körper zu hören und darauf zu achten, was einem selbst gut tut.

LAOLA1: Im Juni musstest du nach einem Meniskus-Einriss am rechten Knie operiert werden. Spürst du noch Nachwehen?

Landertinger: Das passt zu 100 Prozent wieder. Wenn du mich schnell fragst, weiß ich nicht mal, in welchem Knie es war (das rechte, Anm.). Nach vier Tagen war ich schon wieder am Ergometer. Die Ärzte in Innsbruck haben brutal gute Arbeit geleistet.

LAOLA1: Wie harmoniert ihr als Team, nachdem die Zwei-Gruppen-Regelung aufgehoben wurde?

Landertinger: Wir haben eine komplett neue Situation auf Wunsch des ÖSV. Das hat uns zu Beginn gar nicht geschmeckt. Die Kollegen haben den Fred (Alfred Eder, Anmerk.) als Gruppentrainer verloren, wir den Reini. Das hat uns nicht gepasst, aber wir hatten zwei schlechte Jahre. Es mussten Veränderungen her, wir mussten uns darauf einstellen. Natürlich kann man immer noch Kleinigkeiten verbessern, wir verstehen uns aber richtig gut und eine echte Gaudi.

LAOLA1: Welche Lehren hast du aus der letzten Saison gezogen?

Landertinger: Zu hundert Prozent kann man das nie bestimmen. Für meinen Teil habe ich am Training einige Kleinigkeiten umgestellt. Ich glaube, gerade was das schnelle Training betrifft, dass ich längere und auch harte Einheiten brauche. Es sieht so aus, als würde das fruchten.

"Der Schießstand in Hochfilzen ist kritisch"

LAOLA1: Die WM 2017 wird in Hochfilzen stattfinden, du warst bei der Vergabe dabei. Was bedeutet dir die Heim-WM?

Landertinger: Die Freude ist wahnsinnig groß. Wir können aus Hochfilzen noch mehr machen. Das Stadion kann erweitert werden, die Trainingsbedingungen verbessert. Es ist ein Traum! Ich habe mich wirklich extrem gefreut. Eine Heim-WM ist ein Riesen-Ziel. Dazu wohne ich auch noch dort – das kann man mit Olympia vergleichen. Hoffentlich passt es gesundheitlich gut, dass ich dann auch am Start stehen und dort was reißen kann. Es sind fünf Jahre bis dahin, die Zeit vergeht schnell.

LAOLA1: Wen hast du heuer bezüglich des Gesamtweltcups auf der Rechnung?

Landertinger: Es gibt so viele. Da würde ich bei A anfangen und wohl bei Z aufhören. In jeder Nation gibt es Leute, die zum Top-Mann werden können. Das macht die Sache ja so spannend.

LAOLA1: Und im eigenen Team?

Landertinger: Ich hoffe, dass ich das sein werde. Ich will aber den Ball flach halten. Wir werden sehen, wer sich als der stärkste Österreicher herauskristallisiert.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Henriette Werner/Christoph Nister

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