Biathlon-WM: Von Scharfschützen und Pistensäuen

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Mit der Mixed-Staffel beginnen am Donnerstag die Biathlon-Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto, bei denen sich das ÖSV-Team laut ÖSV-Coach Remo Krug "zumindest eine Medaille" erhofft.

Ein Dreivierteljahr nach seinem Amtsantritt ist der Herren-Cheftrainer bisher zufrieden: "Zumindest was die Laufleistung betrifft, ist es schneller gegangen, als ich für möglich gehalten hätte. Auf die Schießleistungen bezogen fehlt uns die Stabilität."

Mit fünf Weltcup-Podestplätzen in dieser Saison im Rücken glaubt Krug fest an Edelmetall: "Warum soll uns das nicht auch bei der WM gelingen?"

Große Konkurrenz

Allerdings ist die Konkurrenz stark, die Leistungsdichte im Weltcup bei den Herren sehr hoch.

Doch wer war eigentlich in der bisherigen Saison in der Loipe am schnellsten? Wer traf die meisten Scheiben? Wer schoss am schnellsten? Und wem gelangen die meisten Podestplätze?

LAOLA1 mit dem Überblick:

  • Beste Zeit am Schießstand


Am Schießstand kommt es nicht nur darauf an, zu treffen, sondern auch darauf, dies möglichst schnell zu tun, sowie den Stand möglichst schnell wieder zu verlassen.

In dieser Kategorie steht ein Österreicher bei den Herren ganz oben, während der Weltcup-Führende Martin Fourcade sogar der Zweitlangsamste unter den Top 30 am Schießstand ist.

Die russische Mannschaft verbringt die kürzeste Zeit am Schießstand, fünf Herren liegen unter den besten elf.

Bei den Damen ist die Weltcup-Führende Tora Berger die Drittschnellste am Schießstand.

Miriam Gössner und Darya Domracheva hingegen schießen relativ langsam, allerdings verlieren sie insgesamt nicht allzu viel Zeit am Stand, da sie sehr schnell hin- und wieder weglaufen. Die schnellsten Schützen befinden sich in der Diashow links zum Durchklicken.

  • Die treffsichersten Schützen

Schnell zu schießen ist eine Kunst für sich. Wichtiger ist jedoch, die Scheiben auch zu treffen. Denn eine Strafrunde kostet im Schnitt mehr als 20 Sekunden, im Einzel bekommt man für jeden Fehler sogar eine Minute aufgebrummt.

Nur wenige Athleten können sich aufgrund ihrer läuferischen Dominanz den einen oder anderen Fehler mehr erlauben. Umso wichtiger ist es, bis zur Abgabe des letzten Schusses die Konzentration hoch zu halten, um unnötige Fahrkarten zu vermeiden.

Die Analyse brachte einige Überraschungen zum Vorschein. Nicht jeder Schnellschütze ist auch treffsicher. Ole Einar Björndalen hat beispielsweise nur eine Trefferquote von 83,23 Prozent und liegt klar außerhalb der Top 20.

Auch Jakov Fak, im Weltcup Fünfter, hat so seine Probleme mit der Waffe und muss sich mit einer Trefferquote von 82,21 Prozent begnügen.

In der Diashow links sind die die treffsichersten Schützen zu finden.

  • Loipenkönige

In der Loipe kann man den einen oder anderen Fehler wieder herauslaufen - wenn man nur schnell genug ist.

Die deutsche Miriam Gössner tritt diesbezüglich eindrucksvoll in die Fußstapfen ihrer Freundin und Ex-Biathletin Magdalena Neuner und lässt ihre Konkurrenz in der Spur alt aussehen.

Gabriela Soukalova hat sich im Vergleich zum Vorjahr von allen Starterinnen am meisten verbessert (5,4 Prozent), allerdings ist sie zuletzt etwas langsamer geworden (0,9 Prozent gegenüber ihrer Leistung im Dezember).

Unter den Top 20 der Damen befinden sich 15 verschiedene Nationen. Das sieht bei den Männern ganz anders aus: Zu den 20 schnellsten Skifahrern gehören derzeit u.a. vier Norweger, vier Russen, drei Österreicher, zwei Franzosen, zwei Slowenen, jedoch nur je ein Deutscher bzw. Schwede.

Martin Fourcade und Emil Hegle Svendsen lieferten sich lange Zeit ein Kopf–an-Kopf-Rennen, nach 14 Rennen ist einer der beiden eindeutig der schnellste Läufer des Biathlonfeldes.

Wer das ist, steht in der Diashow links.

  • Die meisten Podestplätze

Sobald die Siegerhymnen ertönen und die Preise für die besten Drei vergeben werden, kann man davon ausgehen, dass einige Athleten fast immer dabei sind.

Martin Fourcade, Jakov Fak, Miriam Gössner und natürlich auch Tora Berger drücken dieser Saison ihren Stempel auf.

Kaum ein Rennen vergeht, in dem nicht einer von ihnen am Ende über einen Podestplatz jubeln darf.

Auch die heimische Elite hat sich das eine oder andere Mal auf das Stockerl gekämpft. In drei Einzel- sowie zwei Staffelbewerben ist dem ÖSV dieses Kunststück gelungen. Ein Podestplatz ist jedoch noch lange keine Garantie, um auf Dauer im Weltcup eine wichtige Rolle zu spielen. Das mussten die Österreicher leidvoll erfahren.

So liegt Christoph Sumann trotz eines dritten Ranges zu Saisonbeginn nur auf Gesamtplatz 45 - kein anderer Podest-Athlet ist schlechter klassiert. Wohl aus diesem Grund sagte der 37-Jährige am Donnerstag seine WM-Teilnahme ab.

Vor Sumann befindet sich mit Daniel Mesotitsch (35.) übrigens ein weiterer Schützling von Remo Krug.

Dass es auch anderes geht, zeigen zahlreiche internationale Wiederholungstäter - die Athleten mit den meisten Podestplätzen gibt's links in der Diashow.

 

Henriette Werner/Christoph Nister

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