Trainer-Legionär will Medaillle

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Obererlacher: "Erwarte mir eine Medaille"

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Der österreichische Trainer Josef Obererlacher darf sich zum Abschluss der WM in Nove Mesto berechtige Hoffnungen auf eine Damen-Medaille machen.

Allerdings nicht für die im Massenstart-Bewerb am Sonntag nur zuschauenden ÖSV-Biathletinnen, sondern für die slowakische Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina, für die er seit dieser Saison als Cheftrainer verantwortlich ist.

Einziger Cheftrainer aus Österreich

"Ich bin guter Dinge. Ich erwarte mir eine Medaille, und Kuzmina sollte sie holen. Aber Topfavoritin ist natürlich Tora Berger", erklärte Obererlacher im Gespräch mit der APA.

Der Osttiroler, der erste und weiterhin einzige rot-weiß-rote Cheftrainer-Gastarbeiter im Biathlon-Zirkus, hätte um ein Haar schon im Einzel über eine Medaille von Kuzmina jubeln dürfen.

Als Vierte schrammte die Sprint-Olympiasiegerin und Verfolgungs-Zweite von Vancouver nur knapp daran vorbei. Es wäre die dritte WM-Medaille für die seit 2008 für die Slowakei antretende gebürtige Russin gewesen. Silber im Massenstart 2009 und Bronze im Sprint 2011 hat sie schon.

Viele Kompromisse

Im Umgang mit Kuzmina hat es Obererlacher aber ganz und gar nicht leicht. Ihr russisch-stämmiger Mann, der im Langlauf für Israel angetreten ist, steuere das Training mit einem Privatteam, dass sie sich nach ihrem Olympiasieg selbst finanzieren kann.

"Da muss ich viele Kompromisse eingehen. Ich habe im Moment nicht viel Entscheidungskraft, das ist nicht einfach", so der 49-Jährige.

Dabei könnte er Kuzrmina vor allem im Schießen, ihrer Achillesferse, viel beibringen. "Am Schießplatz ist sie zu instabil, sie hätte viel mehr gewinnen können, sie ist mit ihrer Laufstärke eine potenzielle Gesamtweltcupgewinnerin."

"Zugpferd" Kuzmina

Dennoch würde er sich uneingeschränkt über eine Medaille der 28-Jährigen freuen.

"Natürlich, sie ist unser Zugpferd und Vorbild für die Jungen, und ihre Erfolge bringen ja auch Sponsoren und Geld für den Verband", meinte Obererlacher, der Kuzmina in Vorbereitung auf Olympia 2014 stärker ins Teamgefüge einbinden möchte.

Dagegen habe sich bisher vor allem ihr Mann gesträubt. Er habe aber Signale erhalten, dass sich ändern könnte und er Kuzmina dann zu mehr Sicherheit am Schießstand verhelfen kann.

Zu direkt für den ÖSV

Das gelang Obererlacher vor zwei Jahren als Cheftrainer in Finnland schon bei Kaisa Mäkäräinen, die unter seiner Ägide Gold und Silber bei der WM sowie den Gesamtweltcup 2010/11 gewonnen hat.

Uneinigkeit über sein Trainingssystem und ein Führungswechsel im finnischen Verband führten nach dem äußerst erfolgreichen ersten Jahr aber zur vorzeitigen Vertragsauflösung.

Nach einer Saison Auszeit wurde Obererlacher, der in Obertilliach eine Biathlon-Akademie betreibt, dann im Sommer 2012 gemeinsam mit dem für die Herren zuständigen Deutschen Manfred Geyer in die Slowakei geholt. Mit dem ÖSV pflegt er hingegen keinen allzu engen Kontakt. Er habe mit seiner direkten Art ein paar Mal zu oft offen seine Meinung gesagt, erläuterte der ehemalige Biathlet.

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