Gedämpfte Erwartungen vor der "zweiten WM"

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Erst himmelhochjauchzend, dann wieder zu Tode betrübt.

Im Biathlon kann es ganz schnell gehen, bei den ÖSV-Damen noch viel schneller.

Mit Platz 26 gelang Romana Schrempf zum Auftakt in Östersund im Einzel die beste Platzierung ihrer Karriere, erstmals überhaupt sammelte sie Weltcup-Zähler. Zwei Tage später landete sie im Sprint nur an 68. Position und verpasste die Qualifikation für den Verfolger.

Hochfilzen "wie eine zweite WM"

„Uns fehlt die Konstanz“, weiß Trainer Markus Michelak. „Wir sind im Laufen noch nicht dort, wo wir sein könnten. Im Schießen haben wir uns verbessert, aber es klappt noch nicht immer. Im Training funktioniert vieles schon recht gut. Nun gilt es, das auch vermehrt im Wettkampf zu zeigen.“

Vor dem Heimweltcup in Hochfilzen ist die Motivation besonders groß. „Noch um ein Eck größer als sonst, da man die Bewerbe vor eigenem Publikum fast wie eine zweite WM betrachten kann.“

Tritt auf die Euphorie-Bremse

Umso schöner wäre es für Michelak, wenn seine Ladies gerade vor den heimischen Fans einen Ausreißer nach oben hätte. Um etwas Druck rauszunehmen, steigt er jedoch auf die Euphorie-Bremse.

„Zu viel sollte nicht erwartet werden. Bis auf Romana ist keine wirklich ganz fit.“ Neben der 25-Jährigen wird ihre steirische Landsfrau Iris Waldhuber in den Einzelbewerben (Sprint am Freitag, Verfolgung am Samstag) an den Start gehen.

Markus Michelak dämpft die Erwartungen

Keine Kader-Tiefe

In der sonntägigen Staffel stoßen Ramona Düringer und Katharina Innerhofer dazu. Ersatzläuferin gibt es keine. Fällt eine aus, wäre dies fatal. „Wir haben eben nur vier Mädels“, so Michelak.

„Hat man sieben, acht Leute, starten immer die stärksten. Wir können aber auf keine anderen zurückgreifen.“ Das ist derzeit alles andere als einfach, gibt es doch immer wieder Rückschläge, die den ÖSV-Ladies zu schaffen machen.

Rückschläge eingeplant

„Für uns ist die Staffel wichtig, da man viele Punkte für den Nationencup sammeln kann und es unser Ziel ist, einen dritten Startplatz zu erkämpfen“, erklärt der Oberösterreicher. „Bei Ramona gab es allerdings den ganzen Herbst gesundheitliche Probleme, da wurde zwei, drei Monate ganz wenig trainiert.“

Daher geht Michelak davon aus, dass die österreichische Staffel „läuferisch wohl eine drüber bekommen“ wird.

Rückschläge sind im Projekt, in Österreich ein konkurrenzfähiges Damen-Team auf die Beine zu stellen, eingeplant. Wichtig sei, sich davon nicht unterkriegen zulassen, „die Ruhe zu bewahren und konzentriert weiterzuarbeiten“.

 

Christoph Nister

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