Entwicklung der Damen stimmt Hörl zuversichtlich

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Rang 19 für Iris Schwabl, Platz 34 für Romana Schrempf.

Klingt wenig spektakulär, gibt aber Anlass zur Hoffnung.

Österreichs Biathlon-Damen präsentieren bei der Olympia-Generalprobe in Sotschi stark und zeigen deutlich, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht.

Speziell Schwabl, die schon die ganze Saison einen klaren Aufwärtstrend gegenüber dem letzten Winter erkennen lässt, kämpft sich Schritt für Schritt an die Spitze heran.

Entsprechend positiv ist auch ihr Trainer Walter Hörl gestimmt. "Ich bin sehr zufrieden - mit beiden Mädels", erklärt er im Gespräch mit LAOLA1.

Zu wenig trainiert

Speziell die 25-Jährige bereitet ihm derzeit allerdings große Freude. Einen Grund für den Schritt nach vorne sieht der Salzburger im Sommertraining.

"In den letzten Jahren wurde zu wenig trainiert", urteilt er kritisch. "Wir haben die Umfänge deutlich gesteigert, dadurch sieht man, dass konstant gute Leistungen rauskommen."

Im Schießen sei Schwabl ohnehin immer schon gut gewesen, hier waren keine großen Veränderungen notwendig. "Wenn wir so weiter arbeiten, werden wir im nächsten Jahre sicher wieder einen Schritt nach vorne machen."

Bei Schrempf müsse indes intensiv am Schießen gearbeitet werden. Der 26-Jährigen fehle die nötige Konstanz, doch auch hier sei er positiv gestimmt.

Läuferische Defizite

Insgesamt ist zu erkennen, dass Österreichs Loipenjägerinnen im Langlauf doch erhebliche Defizite aufweisen. Selbst Schrempf, die vermeintlich stärkste im ÖSV-Lager, kann mit den Zeiten der Besten nicht annähernd mithalten.

"Hier müssen wir uns weiterentwickeln, das ist auch ganz klar", zeigt sich Hörl einsichtig, gibt allerdings auch zu verstehen: "Es ist eben so, dass einige wie Gössner oder Domracheva dabei sind, die ganz klar die Bestzeiten vorgeben und dabei Marken setzen, die andere nicht gut aussehen lassen."

Deren Laufvermögen kommt auf so schwierigen Strecken wie in Sotschi umso mehr zum Tragen. Der Olympia-Kurs bereitet nicht nur den Athleten Kopfzerbrechen, wie zahlreiche Stürze in den Einzel-Konkurrenzen bewiesen, sondern auch den Trainern.

Er habe mit vielen gesprochen, so Hörl, ein Gros davon wünsche sich Streckenänderungen. "Das wird es aber nicht spielen."

Eine "gekünstelte Strecke"

Neben der Schwere des Profils kommt ein sehr unrhythmisches Gelände zum Tragen. "Viele Kurven, sehr schnelle Abfahrten - es ist keine schöne, sondern eine gekünstelte Strecke."

Wirklich Einfluss nehmen kann Hörl darauf nicht, auf seine "Mädels" dafür schon. Und diese machen ihm durchaus Mut. Vor allem, da aus dem Jugend- und Juniorenbereich einiges nachkommt.

"Das stimmt mich doch zuversichtlich, wir haben talentierte Junge Mädchen. Das ist auch für die Staffel wichtig." Speziell Lisa Hauser, die in diesem Winter fünf Medaillen bei Großereignissen abräumte, sticht hierbei hervor.

Hörl warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen. "Man darf sie nicht überfordern, sondern muss geduldig sein." Wichtig sei zunächst, eine schlagkräftige Mannschaft von fünf, sechs Damen zu formen, "um dann gemeinsam trainieren zu können, sodass es eine Dynamik annimmt."

Die Richtung stimmt

Gerade mit dem Ziel Heim-WM 2017 in Hochfilzen sieht Hörl den ÖSV auf dem richtigen Weg. Doch auch für den kommenden Winter, der mit den Olympischen Spielen seinen Höhepunkt findet, sieht er seine Schützlinge gerüstet.

Zunächst wolle man einen dritten Startplatz erkämpfen - aktuell liegt man in der Nationenwertung auf Rang 19, die Top 20 erhalten drei Plätze. Anschließend seien vier Tickets für Sotschi das Ziel - auch hier erfüllt man derzeit die IBU-Quote.

Schließlich glaubt Hörl, dass auch bei den Spielen selbst eine Überraschung im Bereich des Möglichen liegt. "Wenn alles passt, ist ein Top-10-Platz drin."

Vor Saisonbeginn hätte man diese Formulierung noch als utopisch betrachtet. Angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen erscheinen sie hingegen durchaus realistisch.

 

Christoph Nister

 

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