"Magda" glaubt ans ÖSV-Team

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Forsberg: "Speziell die Damen sind zu schwach"

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Ewigen Bestenlisten in einer Sportart zu erstellen, gestaltet sich stets als sehr schwierig.

Athleten verschiedener Generationen sind kaum vergleichbar, der Sport entwickelt sich weiter, die Wettkämpfe ebenso.

Dennoch gehören manche Namen stets dazu. Ob Maradona und Pele bei den Fußballern, Moser-Pröll und Stenmark bei den Alpinen oder Graf und Borg im Tennis - aufgrund ihrer Erfolge haben sich einige Ausnahme-Athleten einen Platz in der "Hall of Fame" mehr als verdient.

Noch immer Rekordhalterin

Im Biathlon trifft dies beispielsweise auf Magdalena Forsberg zu. Mit 42 Weltcupsiegen und sechs in Folge gewonnenen großen Kristallkugeln hält sie noch heute zwei der wichtigsten Rekorde im Lager der Loipenjäger.

Zwölf WM-Medaillen, davon sechs in Gold, zieren ebenso ihre Vita wie 17 Triumphe in Disziplinen-Weltcupwertungen.

Olympiasieg blieb verwehrt

In ihrer Karriere hat die inzwischen 45-Jährige so gut wie alles gewonnen. Lediglich ein kleiner Makel haftet an ihrer ansonsten blütenreinen Weste: Forsberg blieb ein Olympiasieg verwehrt.

In Nagano ging die Schwedin leer aus, in Salt Lake City blieben zwei Bronzemedaillen die Ausbeute. Wenig später beendete sie ihre Karriere.

"Muss nicht mehr so viel reisen"

Wirklich los kam sie vom Biathlon nicht. Zunächst arbeitete sie als TV-Expertin im deutschen Fernsehen, inzwischen ist sie in ihrer Heimat beim öffentlich-rechtlichen Sender "Sveriges Television" engagiert.

"Der größte Unterschied ist, dass ich nicht mehr so viel reisen muss. Wir waren damals mit der ARD bei jedem zweiten Weltcup dabei, für das schwedische Fernsehen ist es bei der WM bereits meine letzte Station für diese Saison", erklärt sie im Gespräch mit LAOLA1.

In Kontakt mit alten Weggefährten

Die reduzierte Anzahl an Vor-Ort-Einsätzen komme ihr ganz gelegen, "so kann ich mehr Zeit zuhause verbringen." Dennoch sei sie immer wieder froh, in den Kreis der Biathlon-Familie zurückzukehren.

Forsberg blieb nur der Olympiasieg verwehrt

"Das Gefühl, hin und wieder dabei zu sein, ist ein sehr schönes. Es ist toll, mit den alten Kollegen und Trainern dadurch stets aufs Neue in Kontakt zu kommen."

Von der Stimmung begeistert

Im Vergleich zu früher habe sich gar nicht allzu viel geändert, auch der neue Beruf fordert ihr einiges ab. "Der Job als Expertin ist nicht minder anstrengend als jener als Athletin. Interviews, Reiserei und so weiter gehören immer noch dazu. Das Einzige, was wegfällt, ist der Leistungsdruck."

In Nove Mesto fühlt sich die "Biathletin des 20. Jahrhunderts" pudelwohl, die Atmosphäre habe sie von Beginn an in ihren Bann gezogen.

"Die Stimmung ist ein Wahnsinn! Wir haben unser Studio ja in der Mixed Zone, dort verstehe ich kaum, was meine Moderatoren zu mir sagen. Es ist einfach unglaublich laut in der Arena. Es gefällt mir, dass die Fans so begeistert sind. Die tschechische Mannschaft trägt ihr Übriges dazu bei."

Schwache schwedische Mannschaft

Bei den Schweden sieht es dagegen düster aus. Nach ihrem Rücktritt kamen mit Anna Carin Olofsson-Zidek und Helena Ekholm zwei Talente nach, inzwischen haben sich allerdings auch die beiden vom aktiven Sport verabschiedet.

Auch die Männer um Carl Johan Bergman, Fredrik Lindström und Björn Ferry können an die in der Vergangenheit gezeigten Leistungen nicht anschließen, bislang warten sie noch auf den ersten Saison-Podestplatz.

"Die schwedische Mannschaft war bisher enttäuschend", geht Forsberg daher hart mit ihren Landsleuten ins Gericht. "Speziell die Damen sind einfach zu schwach. Bei den Männern hoffe ich aber, dass sie noch eine Medaille holen. Wir haben ja gute Leute."

ÖSV-Medaille absolut machbar

Derweil traut sie auch den ÖSV-Biathleten in den nächsten Tagen zu, eine gewichtige Rolle im Kampf um Edelmetall zu spielen.

"Das österreichische Team schätze ich stark ein. Speziell in der Staffel gibt es eine gute Chance. Pinter war ja zuletzt krank, aber Österreich hat ja trotzdem gute Leute."

Landertinger habe schließlich bereits bei der WM 2009 in Pyeongchang mit Gold im Massenstart gezeigt, dass er ein Mann für große Rennen sei. Der Faktor Glück spiele allerdings eine nicht unwesentliche Rolle.

"Im Biathlon ist es so ausgeglichen, da können immer unheimlich viele Leute gewinnen. Wenn es den Österreichern gelingt, das Schießen hinzukriegen, haben sie alle Chancen."

 

Christoph Nister

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