"Ich muss versuchen, das erst einmal zu verdauen"

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Wenn einmal der Wurm drin ist, wird man diesen so schnell nicht wieder los.

Julian Eberhard bekommt das gerade bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto schmerzhaft zu spüren.

Der 26-Jährige bestritt in der Mixed-Staffel und im Sprint seine ersten Wettkämpfe bei globalen Titelkämpfen und bekam deutlich zu spüren, dass solche Bewerbe ihre eigenen Gesetze haben.

In der Staffel musste er zweimal in die Strafrunde, im Sprint verpasste er mit fünf Fehlschüssen als 67. die Qualifikation für die am Sonntag stattfindende Verfolgung der Top 60.

Ein tief zum „schlechtesten Zeitpunkt“

„Eine harte Sache“, gestand der Salzburger im Gespräch mit LAOLA1. „Man macht immer alles gleich. Manchmal läuft es, manchmal nicht.“

Dass ausgerechnet beim Highlight der Saison nichts so laufen will wie geplant, „ist bitter und der schlechteste Zeitpunkt“.

Dabei war Eberhard weder nervös noch durch die schlechte Staffel-Leistung verunsichert. „Vor dem Rennen hat alles gepasst, ich hatte kein schlechtes Gefühl, die körperliche Verfassung stimmt ja.“

Das Selbstvertrauen ging verloren

Ein einschneidendes Erlebnis hatte sich allerdings schon vor Wochen im Unterbewusstsein festgesetzt und machte dem ÖSV-Loipenjäger nun gleich zweimal einen Strich durch die Rechnung.

„In Antholz habe ich einen möglichen Spitzenplatz mit vier Fehlern verschossen. Das hat mir am Schießstand komplett das Selbstvertrauen geraubt. Bis jetzt ist es mir nicht gelungen, dieses zurückzuholen.“


Staffel-Einsatz rückt in weite Ferne

Besonders fatal aus seiner Sicht: Er war als Ersatz für den erkrankten Fritz Pinter ins Aufgebot gerutscht und verpasste die große Möglichkeit, ein Empfehlungsschreiben für die Staffel abzugeben.

„Ich habe zwei Einsätze bekommen und konnte sie nicht nutzen. Ich muss jetzt schauen, wieder meine Leistung zu bringen.“ Der Rest hänge dann ohnehin von den Trainer ab. „Diese Leistungen waren allerdings auf keinen Fall eine Empfehlung.“

Ich muss das erst einmal verdauen“

Der nächste Herren-Bewerb findet am Donnerstag statt, dann steht mit dem Einzel der schließlastigste aller Wettkämpfe auf dem Programm.

Sofern er bis dahin wieder fit ist, bekommt Fritz Pinter dort eine Chance. Für Eberhard beginnen einige „ganz schwierige Tage. Ich muss versuchen, das erst einmal zu verdauen. Ich kann es nicht mehr ändern und muss nach vorne schauen.“

 

Aus Nove Mesto berichtet Christoph Nister

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