Psycho-Spielchen der Stars, der ÖSV leckt Wunden

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Schlimmer geht's nimmer.

Zum Auftakt der 46. Biathlon-Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto na Morave kassierte das österreichische Team eine kräftige "Watsch'n".

Mit Top-10-Ambitionen war das rot-weiß-rote Quartett in der Mixed-Staffel an den Start gegangen, aufgrund der schlechtesten Schießleistung aller 27 teilnehmenden Nationen blieb am Ende nur der enttäuschende 17. Rang  - im Sandwich zwischen Bulgarien und Kasachstan.

Die vier heimischen Vertreter - Iris Schwabl, Romana Schrempf, Julian Eberhard und Dominik Landertinger - stapften entsprechend enttäuscht von dannen, während 27.000 Fans und zwölf Medaillengewinner um die Wette strahlten.

Gastgeber liefen aufs Podest

In der ausverkauften Vysocina Arena, die zum Tollhaus wurde, wuchsen den Gastgebern Flügel, Tschechien gewann etwas überraschend die Bronzemedaille.

Geschlagen wurden die Lokalmatadoren nur von den beiden Favoriten: Norwegen und Frankreich.

Die "Wikinger" verteidigten ihren Titel aus dem Vorjahr, wodurch Emil Hegle Svendsen im Duell der Superstars einen Stich gegen Martin Fourcade landete. Nach dem Rennen sollte das erste Psycho-Spielchen stattfinden. Doch der Reihe nach ...

Fünf Strafrunden für den ÖSV

"Das war ein Debakel, das muss man ganz klar sagen. Es ist richtig in die Hose gegangen", versuchte ÖSV-Herren-Cheftrainer Remo Krug erst gar nicht lange um den heißen Brei herumzureden. (zum Rennbericht)

In einem verkorksten Rennen unterliefen Österreich nicht weniger als fünf Strafrunden - drei durch Schrempf, zwei durch Eberhard. "Bis zur Halbzeit war es richtig gut", bilanzierte die im Liegendschießen fehlerfreie Steirerin.

"Wollte es perfekt machen"

"Aber stehend - ich weiß nicht, ich war auf einmal so nervös und es wurde immer schlimmer. Ich wollte es perfekt machen und plötzlich ging nichts mehr." Für Eberhard, der das Malheur seiner Teamkollegin mitbekam, hieß die Devise "Angriff nach vorne", doch auch das sei "in die Hose" gegangen.

Vitkova, Soukup, Moravec und Soukalova ließen die tschechischen Fans jubeln

So kann das neue Motto nur lauten: Mund abwischen und weitermachen. Am Samstag stehen schließlich mit den beiden Sprints die nächsten Bewerbe auf dem Programm. Krug bläst in dasselbe Horn: "Wir müssen das jetzt so schnell wie möglich abhaken und nach vorne schauen."

Tschechien badet im Glück

Mit einem mehr als guten Gefühl können die Gastgeber den weiteren Rennen entgegenblicken. Der Gewinn der Bronzemedaille war angesichts der übermächtigen Norweger und Franzosen das Maximum.

Das Publikum war völlig aus dem Häuschen, die Athleten konnten es ebenfalls kaum glauben. "Ein Traumtag - Wahnsinn!", stotterte Gabriela Soukalova. "Bronze zu Hause, das ist einfach der Hammer." Schlussläufer Ondrej Moravec ging noch weiter. "Das ist wie ein Sieg, wie Gold. Ein großartiges Gefühl."

Psycho-Duell an der Spitze

Freude auf mehr machte indes auch das Duell Svendsen gegen Fourcade - vor allem die ersten Sticheleien abseits der Strecke. Der "Wikinger" brachte, nachdem er bereits in Führung liegend übernommen hatte, Gold nach Hause.

Beim letzten Schießen unterlief ihm allerdings ein kleiner Fehler, den Fourcade, der ebenfalls einen Nachlader benötigte, nicht zu nutzen wusste.

Svendsen sah keinen Spalt

Der Franzose beschrieb den Fehlschuss seines Kontrahenten als "kleinen Türspalt, den er offen ließ". Zu seinem Bedauern konnte er keinen Profit daraus ziehen, insgesamt sei er allerdings ein fantastisches Rennen gelaufen.

Svendsen ließ das völlig kalt, er wollte keine Schwäche in seinem Rennen entdecken und entgegnete trocken: "Es war kein spannendes Rennen. Ich wusste, dass ich den Nachlader reinmache und wir gewinnen." Fortsetzung folgt ...

 

Aus Nove Mesto berichtet Christoph Nister

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